Debatte: AfD Bayern – Austritte machen den Weg frei zum blutleeren Stromlinienverband

Liebe Mitglieder der AfD Bayern,

ich bitte Sie, trotz aller negativen Erfahrungen mit den „Führungskräften“ des Bayerischen Landesverbandes unbedingt in der AfD zu bleiben und nicht das zu tun, was eine logische und geplante Folge des vom Landesvorstand praktizierten Systems ist: die Partei zu verlassen. Damit würden Sie diesen Zeitgenossen einen großen Gefallen tun, denn damit würde der Weg frei werden zu einem blutleeren Stromlinienverband, ja, zu einer Einheitspartei, die wir mittlerweile in Bayern schon fast geworden sind.

Wir können nur etwas ändern, wenn wir als konstruktiv ausgerichtete parteiinterne Opposition oder als Flügel in der Partei bleiben und dort unseren Kampf für mehr interne Demokratie, für Werte, für Wertschätzung, Fairness führen und dafür Mitstreiter finden. Solche Konstellationen gibt es auch in den anderen Parteien. Sie sind dort absolut üblich und haben ihren Einfluss auf die Richtung und die programmatischen Schwerpunkte, der von den jeweiligen Parteiführungen normalerweise als wertvolle Ergänzung angesehen wird. Wenn wir erst einmal aus der Partei ausgetreten oder durch ein Parteiaus-schlussverfahren entsorgt worden sind, dann können wir nichts mehr ändern.

Leider ist die AfD, was die Richtung und die programmatischen Schwerpunkte anbetrifft, zumindest im Moment alternativlos. Und das genau ist das Dilemma, in dem wir uns befinden.

„Wenn Du etwas verändern willst, musst Du den ersten Schritt tun.“ (Gandhi). Aber wir sind ja nicht einmal alleine: über 90% der Mitglieder unseres Landesverbandes sind anständige, freiheitlich denkende, engagierte und verantwortungsbewusste Menschen, die allerdings in der Mehrzahl noch gar nicht mitbekommen haben oder auch nur ahnen, was bei uns im Landesverband Bayern abläuft.

Und sie werden es leider auch zukünftig nicht mitbekommen, weil sie ja durch das „geniale“ Delegiertensystem von Parteitagen oberhalb ihrer Orts- oder Kreisverbände von wesentlichen Mitglieds- und Mitwirkungsrechten sowie objektiven Informationen weitgehend ausgeschlossen sind.

Liebe Parteifreundinnen, liebe Parteifreude, es ist unsere Partei, es ist unser Projekt und unsere Antwort auf die Bedrohungen, die von der Eurokrise und der verantwortungslosen Euro-Rettungspolitik ausgehen. Es ist nicht die Partei des Landesvorstandes und seiner Helfershelfer. Wir haben nur das Pech gehabt, dass wir zu spät eingetreten sind, als dieses widerwärtige System schon fest etabliert war und sich wie ein Krebsgeschwür durch den Landesverband gefressen hat.

Ich bin allerdings davon überzeugt, dass sich dieses System auf Dauer nicht wird halten können, dass der Zeitpunkt kommen wird, an dem die Mitglieder diese Zeitgenossen in die Wüste jagen werden. Da hilft auch das Delegierten-System nichts mehr.

Wir sind keine U-Boote oder Nestbeschmutzer, sondern ein verantwortungsbewusster Teil des Ganzen, wir wollen die Partei nicht schädigen, sondern wir wollen sie im Gegenteil konzeptionell und menschlich wertvoll machen, um für unsere Wähler ein kompetenter und verlässlicher Anwalt und Dienstleister zu sein.

Ich werde in den kommenden Tagen damit fortfahren, ganz gezielt Persönlichkeiten in unserer Partei anzusprechen, um mit ihnen darüber zu diskutieren, innerhalb der AfD und streng nach Satzung einen Gesprächs- oder Arbeitskreis zu gründen, der sich absolut loyal zur AfD als Partei und zu unseren Mitgliedern mit den Themen beschäftigt, die in den letzten Wochen so unter die Räder gekommen sind und den „Führungskräften“ unseres Landesverbandes mal ganz gehörig aufs Dach steigt.

Falls Sie sich angesprochen fühlen: es wäre schön, wenn Sie mitmachen.

Herzliche Grüße

Jörg Schülke

P.S.: Ich bin leider immer noch auf der Facebook-Site des Landesverbandes gesperrt.

Jörg Schülke ist Mitglied des Vorstandes von München West/Mitte. Er war der Direktkandidat dieses Wahlkreises bis er vom neuen Vorstand und dem Landesvorstand gemobbt wurde. Der neue Direktkandidat trat in der Zwischenzeit aus der Partei aus. Nun steht München West/Mitte ohne Direktkandidat da.

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Ein Gedanke zu „Debatte: AfD Bayern – Austritte machen den Weg frei zum blutleeren Stromlinienverband

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