Kommentar: Anpassung, Stromlinienförmigkeit und Spendenzwang

Ein kleines „Schmankerl“ aus dem KV Dresden in Gründung

In Dresden wird jetzt laut nachstehend kopierter Rundmail des „Vorstandes“ von Mitgliedern, die im Wahlkampf Standwerbung für die AfD machen, gefordert, sich einheitlich zu uniformieren. Die Kleidungsstücke sollen die Mitglieder auf eigene Kosten bei der AfD bestellen (Anmerkung der Redaktion: Und damit die Finanzen des bayerischen Vorstandes, Pleitiers und Werbemittelorganisators der AfD Fritz Schladitz sanieren). Abgesehen von der Unverschämtheit, dass Mitglieder für ehrenamtliche Wahlkampfarbeit jetzt auch noch Geld in Form von Warenbestellungen zahlen sollen, wird durch die geforferte Uniformierung – die es sonst bei keiner anderen Partei gibt – zum Ausdruck gebracht, dass statt Individualität und eigener Meinung (selbständigem Denken) nur Anpassung und Stromlinienförmigkeit seitens der oberen Funktionäre verlangt wird.

Email des kommissarischen Vorstandes des KV Dresden

„Liebe Parteifreunde des Kreisverbands Dresden i.G.,

zunächst an dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle diejenigen, die sich zur Zeit schon aktiv an den Infoständen, Themenabenden, bei der Flugblattverteilung und am Aufbau von Ortsgruppen in Dresden beteiligen. Es ist noch viel zu tun und die Aufgaben werden in den nächsten Wochen noch größer und zahlreicher werden, aber insgesamt beteiligen sich trotz der derzeitigen Urlaubs- und Ferienzeit etwa 45 Dresdner Mitglieder, Förderer und Interessenten an unseren verschiedenen Aktivitäten. Das ist eine sehr gute Quote, sie darf aber in Zukunft gerne auch noch besser werden. 🙂

Jetzt noch ein besonderes Anliegen:

Insbesondere an den Infoständen wäre es wünschenswert, wenn wir auch optisch noch einheitlicher auftreten könnten als bisher. Zur Zeit ist es noch so, dass einige Mitglieder an den Infoständen AfD-T-Shirts mit verschiedenen Aufdrucken tragen, einige andere mit Aufklebern auf blauen oder auch andersfarbigen T-Sirts, Poloshirts, Hemden und Blusen improvisieren und noch andere auf jede Kennzeichnung verzichten. In der Anfangsphase war Improvisation gut und wertvoll. Je näher aber der Wahltermin rückt, umso wichtiger wird es für unsere Aktiven sein, den Bürgern im Wahlkampf auch optisch einheitlich gegenüberzutreten.

Der Vorstand möchte daher alle, die sich am aktiven Wahlkampf beteiligen wollen, bitten, im AfD-Shop das dort angebotene Poloshirt bzw. Damenshirt zu bestellen.

Die folgenden Links führen zu den Shirts:

Poloshirt:
http://www.afd-werbemittelshop.de/index.php?route=product/product&product_id=59

Damenshirt:
http://www.afd-werbemittelshop.de/index.php?route=product/product&path=40&product_id=67

Wegen der nach wie vor angespannten Finanzlage des Kreisverbands i.G. müssen wir auf diese Form der „Sachspende“ zurückgreifen. Der Vorstand würde sich freuen, bei den künftigen Infoständen möglichst viele von Ihnen in diese Shirts gekleidet begrüßen zu können, die ab dem kommenden Wochenende nicht mehr nur am Dr.-Külz-Ring, sondern zusätzlich auch in anderen Dresdner Stadteilen stattfinden werden. Zu diesem Termin wird unser zweiter Infostand einsetzbar sein.

Vielen Dank und freundliche Grüße,

Der Vorstand des KV-Dresden i.G.“

Anmerkung der Redaktion: Im Landesverband des AfD-Sternchens Dr. Frauke Petry, wie auch in einigen anderen Bundesländern, werden nur sogenannte “Kreisvebände in Gründung” gegründet (die von den Landessatzungen gar nicht vorgesehen sind). Diesen “Kreisverbänden in Gründung” wird die Satzungs- und Finanzautonimie vorenthalten. Es werden dann “kommissarische” Kreisvorstände bestimmt, die keinen Schatzmeister und auch keine Kassenprüfer haben. Das Konto der Kreisverbände wird vom Landesvorstand geführt. Auf diese Weise werden Kreisvorstände und -verbände unter Bruch der Satzung vom Landesvorstand völlig abhängig gemacht.

Wir empfehlen die Lektüre des nachfolgenden, zeitlosen Klassikers:

schöne neue welt

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Ein Gedanke zu „Kommentar: Anpassung, Stromlinienförmigkeit und Spendenzwang

  1. Ich bin von der FDP zur Alternative für Deutschland gewechselt und habe dort in der Zeit von 2007 bis 2012 in Ostdeutschland den Blick hinter die Kulissen gemacht. In dem hiesigen Beitrag wird nichts beschrieben, was nicht bei allen kleineren Parteien gang und gäbe wäre. Ob Kommunalwahlen oder Landtagswahlen: die Kandidaten müssen ihren Wahlkampf selbst bezahlen, weil ihre regionalen Verbände kein Geld dafür haben. Fahrtkosten für die überregionalen Treffen werden nicht erstattet, können aber als Sachspende eingereicht werden. Für den Landesparteitag müssen die Delegierten 5 Euro Eintritt zahlen, weil der Etat der Landes-FDP ziemlich dünne war und ist. Die Kandidaten kaufen und zahlen ihre Werbemittel selbst, ihre Flyer und ihre Plakate. Wer denn auch sonst?
    Bei einer jungen aufstrebenden Partei ist das doch erst recht nicht verwunderlich, da es noch keinerlei Ersparnisse und keinerlei Wahlkampf-kostenerstattung geben kann. Die Theorie der „völligen Abhängigkeit“ geht völlig an der Wirklichkeit vorbei. Es ist richtig, dass Mitglieder wie Dritte derzeit nur an die Landesverbände und den Bundesverband spenden können. Nur dort sind die Strukturen vorhanden, um entspre- chend Parteiengesetz Spenden ordnungsgemäß zu prüfen und zu verbuchen. Die Strukturen auf kommunaler Ebene können noch gar nicht stehen. Wer die Anforderungen des Parteiengesetzes insoweit auch nur ansatzweise versteht, der weiß das. Wenn jetzt auf kommunaler Ebene Gelder eingesammelt würden, dann wäre das Chaos pur, dass mit Rückerstattungsforderungen des Bundestagspräsidenten in Millionenhöhe endet, wie es FDP, CDU und NPD durch haben. Dass nur auf Landes- und Bundesebene Gelder eingesammelt werden ist ein Zeichen für die Professionalität der Alternative für Deutschland.
    Wer bei der Spende an den Landesverband sicherstellen will, dass es Mittel für die regionale Organisation sind, der schreibt halt in die Überweisung z.B. „für Werbemittel des Kreisverbands Oder-Spree i.G.“. Wenn der Landesverband den Leuten in Oder-Spree dann dafür nichts in die Hand gibt, hat er halt Pech beim nächsten Spendenaufruf. Spenden an den Landesverband setzen voraus, dass die Mittel auch in der Region eingesetzt werden, aus der sie kommen.

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