Wo steht die Alternative für Deutschland im politischen Spektrum? Auf diese Frage antwortete die AfD Sprecherin Frauke Petry mit Schubladen, in die sich die AfD nicht rein pressen lassen wolle. „Wir haben es gar nicht nötig, am rechten oder linken Rand zu fischen“.
Die Antwort ist falsch. Die richtige Antwort sollte lauten:
Wir wollen nicht weniger als eine europäische Revolution auslösen, also dürfen wir kein Teil des politischen Systems werden, sondern müssen das System von aussen bekämpfen.
Die Gretchenfrage heißt also, will die AfD das politische System revolutionieren, will sie eine bürgerliche Revolution lostreten oder will sie sich lieber in das politische System eingliedern und dieses dadurch stärken? Ich habe den Eindruck, das Letztere ist der Fall.
Schauen wir uns zunächst die Vita des AfD Führers Bernd Lucke an. Er wurde vom Deutschen akademischen Austauschdienst gefördert, einer Kaderschmiede für systemtreue Eliten, er war Berater für die Weltbank, einer Organisation der Finanz- Elite, er ist Wissenschaftler, er ist ein christlicher Familienvater, er ist ein treuer Staatsbeamter, er ist Gründer eines Plenums der Ökonomen und er war über 3 Jahrzehnte Mitglied der CDU.
Er ist in jedem Fall ein Teil des Establishments aber ein Revolutionär, wie einst im Vormärz, ist er auf keinen Fall.
Er liebäugelte mit den Freien Wählern und pflegt Kontakte zu Oliver Janich, dem Gründer der PDV, einer libertären Partei.
Aber libertär ist die AfD nicht, denn sie will beispielsweise das EEG über eine neue Steuer finanzieren. Das Plenum für Ökonomen will eine Stärkung des Europäischen Handelssystems für CO2-Zertifikate (http://www.wiso.uni-hamburg.de/lucke/) Das ist ein Planwirtschaft, aber keine freie Markwirtschaft.
Eine Antwort auf die Frage: wo steht die AfD findet, wer sich die führenden Köpfe, die Kritiker und die Unterstützer anschaut.
Reichlich Kritik kommt aus der linken und der grünen Ecke: z.B. von http://bubgegenextremerechte.blogsport.de/ oder
Mit der Frage ob die AfD links oder grün ist braucht man sich nicht länger zu beschäftigen, dies zeigt auch die Ablehnung der Homo Ehe durch die rechtskonservative AfD Bundestagskandidatin von Storch. Sie bemängelte in einem Schreiben, der Katholik Zollitsch kritisiere weder die Grünen noch die Piraten, obwohl diese für die Homo-Ehe einstünden. Die AfD hingegen stehe für christliche Werte.
Jede Menge Zustimmung bekommt die AfD von dem Internetportal „Politically Incorrect“, einem im rechten Kreisen beliebten Netzwerk von Islamfeinden
PI-News .Zitat:
„Gut, dass es bereits jetzt – am 22.9. – eine Alternative gibt!“
Quelle: http://www.pi-news.net/category/alternative-fur-deutschland-afd/
Diese Islamhasser stehen so weit rechts, dass es schon schwer fällt bei solchen Freunden nicht in den Verdacht zu kommen, man stehe in der Mitte der Gesellschaft.
Die begründete Sorge, die AfD könnte von rechts unterwandert werden, kam auch auf, als der stellvertretende NRW Landesvorsitzende Martin Renner die Düsseldorfer Freien Wähler in die AfD einschleussen wollte. Der Versuch, mit dem Düsseldorfer Appell sowohl Mitglieder der Düsseldorfer Freien Wähler als auch Ex-Republikaner aus der AfD fernzuhalten funktionierte nicht. Trotz dieses Appells wurde der EX- Republikaner und Düsseldorfer Freie Wähler Dr. Wlecke zum Schatzmeister des Kreisverbandes gewählt.
Die Ausgrenzung ehemaliger Mitglieder der islamkritischen Partei „Die Freiheit“, des Berliners René Stadtkewitz wurde erst gar nicht versucht.
Jens Eckleben, ehemaliger Hamburger Landesvorsitzende der kulturrassistischen Partei „Die Freiheit“ wurde sogar Landesbeauftragter für Hamburg der „Wahlalternative 2013“ und ist nach eigenen Angaben Gründer des AfD Landesverbandes Hamburg.: http://www.meetup.com/Die_Alternative_in_Hamburg/members/86892882/
Er ist nicht der einzige der aus islamfeindlichen Grüppchen zur neuen AfD gestoßen ist. Er tendiert dazu die Zielgruppe über 50Jahre anzusprechen, weil sozial und finanziell bessergestellt und damit interessanter sei als Jüngere unter 30 Jahre
Jens Eckleben bevorzugt also die konservativen , bürgerlichen, traditionellen Milieus . Für ihn muss „Der Köder muß dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.“, deshalb unterstützt er auch keine jüngeren Kandidaten für den Bundestag.
Gestern Die Freiheit, heute AfD! Unter seinen „gefällt mir“ Angaben bei Facebook findet sich eine rechtspopulistische Freie Wähler Fraktion im Frankfurter Römer. Auch er dürfte nicht zu den Unterstützern des Düsseldorfer Appels, sondern eher in eine rechte Schublade gehören.
Nehmen wir als weiteres Beispiel die Facebook Seite der AfD.. Dort schrieb ein Moderator am 13.5.13 u.a. folgendes zu der Verteidigung eines rechtskräftig verurteilten Volksverhetzers durch den stv. Landesvorsitzenden Martin Renner :
„ Alternative für Nordrhein-Westfalen Herr Lemmer ist nicht das Problem, Sie haben Herrn Renner angegriffen. Wir dulden hier keine diffamieren an unserer Parteiführung! Facebook ist kein internernes Diskussionsforum, Facebook ist öffentlich! Nehmen Sie ihren persönlichen Angriff zurück. Sie verhalten sich gegen unsere Netiquette. Wie schon gesagt, sollten Sie ein persönliches Problem mit einem unserer Vorstandskollegen haben, klären Sie das bitte persönlich. Wir haben extrem viel Geduld bewiesen, diese ist jetzt am Ende. Wir erwarten eine Entschuldigung.“ ( Zitat Ende)
Der im Düsseldorfer Appel formulierten Bitte an den NRW Landesvorstand, dass die AfD sich deutlich von Gruppierungen abgrenzen soll, die „Ideologien, die dem demokratischen Leitbild und Selbstverständnis der AfD nicht entsprechen“ vertreten wird vom stv. Landesvorsitzenden und Bundestagskandidaten Martin Renner nicht entsprochen.
Wo die AfD genau steht, weiss sie selber nicht so genau, aber auf jeden Fall rechts von der Mitte und mehrheitlich innerhalb des Systems. Führungskräfte wie Lucke oder Dilger sind treue Diener des Staates und keine Revolutionäre. Sie sind Lehrer, und keine Macher. Sie sind Beamte und scheuen große unternehmerische Risiken.
Sie und viele andere AfD Mitglieder stehen in erster Linie hinter ihren eigenen Zielen. Karrieristen ist das politische Programm nicht so wichtig wie ihr Fortkommen. Sie werden im Falle eines Wahlsieges kein Problem haben, sich einer Kanzlerin Merkel als Steigbügelhalter anzudienen. Deng Verdacht habe ich bei zahlreichen ehemaligen CDU und FDP Mitgliedern unter den AfD-Führungskräften.
Leider schweigt die AfD zu wichtigen Themen rund um die Freiheit und die Souveränität der Deutschen. Jedes exponentielle, ungedeckte Geldsystem führt aus rein mathematischen Gründen irgendwann zu einem Crash. Niemand weiss, wann und wegen welchem Ereignis unsers weltweites, mit Papiergeld aufgepumptes Finanzkartenhaus zusammenbricht, aber es wird crashen und es wird verheerend werden. Vielleicht im Herbst vielleicht in 2014, vielleicht auch später. Darauf bereitet die AfD die Menschen aber nicht vor, sondern sie versucht mit Strategien, wie dem Austritt Griechenlands nur Zeit zu gewinnen und die Schadenshöhe zu maximieren. Damit dienst sie dem politischem System, aber nicht den Menschen.
Die Zeit für eine neue, glaubwürdige Partei, die sich nicht korrumpieren ließ, wird kommen. Dieser Partei wird die Aufgabe zufallen, unsere Interessen in Europa neu zu verhandeln, uns von der Schuldknechtschaft, in die uns die Hochfinanz geführt hat und von Politikern, die nicht unsere, sondern z.B. die Interessen. der Pharmaindustrie vertreten, zu befreien.
Vielleicht schafft es die AfD ja noch sich zu einer wirklichen, revolutionären Alternativen zu entwickeln und das korrupte politische System aus den Angeln zu heben.
Dazu bräuchte es aber zunächst eine innerparteilichen Revolution. Dazu müssten viele führende Köpfe ausgetauscht werden. Denen, die in der AfD bleiben und dies versuchen wollen, wünsche ich dabei viel Glück und Erfolg.
Aber auch Oppositionen und Revolutionen müssen organisiert werden. Wer soll diese Aufgabe übernehmen? Beamte wie Lucke oder Dilger? Dazu braucht es ein Netzwerk aus unabhängigen Machern, welches nicht von den Vorstanden der AfD kontrolliert, ausgebremst oder gemobbt werden können Vielleicht könnte der Alternative Newsletter diese Aufgabe übernehmen? Ein Versuch wäre es wert.
Deutschland braucht eine neue, konservative Partei, die fest auf dem Boden des Grundgesetzes steht und auch das dort verankerte Recht zum Widerstand gegen jeden ausübt, der unsere freiheitliche Grundordnung beseitigen will.
Deutschland braucht eine glaubwürdige Alternative, die diesen Namen wirklich verdient und keine Alternative, die ein antritt, um ein Teil derzeitigen politischen Systems zu werden..
Gerhard Nadolny im August 2013