Autokrat Dilger kündigt seinen Rücktritt als Sprecher der AfD NRW an – Kampf um die Futtertröge

Der Sprecher des AfD Landesverbandes NRW, Prof. Alexander Dilger, kündigte seinen Rücktritt zum Parteitag der AfD NRW am 30.11.13 an, nachdem ihn zahlreiche Mitglieder dazu aufgefordert hatten. Sein Stellvertreter, Martin Renner, war nicht zum Rücktritt und damit auch nicht zur Übernahme poltischer Verantwortung für das schlechte Wahlergebnis der AfD in NRW bereit. Allerdings trat der Landesschatzmeister Jörg Burger mit sofortiger Wirkung zurück. Mittlerweile sind auch drei Beisitzer, die Herren Wilhelm Esser, Reiner Rohlje und Marcus Pretzell zurückgetreten. Herr Esser ist mit sofortiger Wirkung zurückgetreten, die anderen beiden wie Dilger zum Parteitag. Außerdem hat Frau Kerstin Garbracht als kooptiertes Vorstandsmitglied ihren Rücktritt zum Parteitag erklärt. Dilger sieht „keine Grundlage mehr für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit“ im Landesvorstand.

Gleichzeitig beschloss der Landesvorstand „mehrheitlich“, Herrn Andreas Keith, der dem Lager des stv. Landes-Sprechers Martin Renner zugerechnet werden darf, als Interims Geschäftsführer mit Sitz in Düsseldorf, zu beschäftigen.

Damit ist die Runde zwei des NRW- Machtkampfes zwischen Dilger und Renner an Martin Renner gegangen. Dilger liegt angeschlagen am Boden. Ob er noch mal nach aufstehen kann, ist ungewiss und wird sich auf dem Landesparteitag am 30.11.13 entscheiden. Der Austragungsort der dritten Runde wurde ins weit abgelegene, sauerländische Arnsberg gelegt. Renners Truppen können also hoffen, dass die Zahl der anreisenden Mitglieder überschaubar bleibt.

Die Prognose, dass der überflexible Dilger mit dem „Start up“ in NRW überfordert sei, hat sich als richtig herausgestellt. Viel interessanter als die Niederlage des liberalen Landessprechers ist seine Isolierung im Landesvorstand. Die Zerreißprobe zwischen dem libertären und dem rechtskonservativen Lager hat die AfD in NRW voll erwischt. Man darf gespannt sein, wer den Mut sich hat, sich unter dem Strippenzieher Renner und seinem „Geschäftsführer“ Keith als nächstes die Finger zu verbrennen.

In Wirklichkeit wird es am 30.November in Arnsberg nicht um den ehrenamtlichen Posten eines Landessprechers, sondern um die Pole Position im Rennen um einen sicheren Listenplatz für die Europawahl gehen. Bernd Lucke ist auf Platz 1 gesetzt. Das AfD-Sternchen Petry aus Sachsen ist am abstürzen. Spätestens aber auf einem der vermeintlich sicheren Plätze 3, 4 oder 5 wird sich eine Kandidaten/ eine Kandidatin aus dem mitgliederstärksten Landesverband NRW finden. Ob dieser Name dann Bahlke, Bell, Dilger oder Renner heisst, wird darüber Aufschluss geben, welches der zerstrittenen Lager die Oberhand gewinnen wird.

Advertisements

5 Gedanken zu „Autokrat Dilger kündigt seinen Rücktritt als Sprecher der AfD NRW an – Kampf um die Futtertröge

  1. Habe mich heute mal wieder auf Dilgers Blog ‚gewagt‘
    http://alexanderdilger.wordpress.com/2013/10/21/mein-rucktritt/comment-page-1/#comment-1883

    Da habe ich es doch tatsächlich gewagt (als letzmaliger!!!) Wähler der AfD eine gewisse Kritik zu üben, wie z.B. dass NRW um 110.000 Wähler unter den 5 % in NRW blieb. Dass ich in Bochum erst nach Wochen einen Wahlkampfstand endeckte (ich wohne in Wiemelhausen) hatte ich kritisiert – ich hätte auch noch fragen können, wo denn bei uns die Plakate AfD gehangen hätten.

    Dilger beschimpft mich gleich – ich solle als Wähler!!! nicht so unverschämt sein und auch noch Forderungen stellen – ich hätte besser aktiv geholfen (ausgerechnet Dilger, der neben seinem gutdotierten Job zahllosen Ämtern in der Partei (lt. seinem Blog Landesvorsitzender, Vertrauensmann, 1. Listenkandidat, Direktkandidat, Bundesdeligierter) dennoch noch Zeit findet Marathon zu trainieren – der verlangt dann noch, die Wähler der AfD sollen gefälligst noch ackern.

    Dann kommt Frau Wagner-Demolsky ihres Zeichens Stadtvorsitzende- die wirft mir vor, dass die Mitgliedschaft in einem Schützenverein vollkommen irrelevant sei (dazu gleich mehr) – und dass ich nicht einmal den ‚Schneid‘ hätte zu einenm Stammtisch zu kommen ( Aha, in Bochum ist es also eine Mutprobe an einem Stammtisch teilzunehmen – das wissen wir jetzt schon)

    Danach kommt ein Herr Wolfgang Demolsky, der versucht es einmal ironisch – bezweifelt meine mathematischen Kenntnisse, die Differenz der Wählerstimmen auszurechnen – und schließt messerscharf, ich könne gar kein Bochumer sein (was formal stimmt – ich bin in Berlin geboren und in Remscheid aufgewachsen, lebte in Aachen während meines Studiums). Bei näherem Hinsehen ist auch der im Stadtvorstand – aha AfD = Alles für Demolsky. Und wirft mir vor, ich hätte ja nur in die Innenstadt kommen brauchen.

    Ja ist denn schon Ostern – muß man als potentieller Wähler die Wahlkampfstände suchen – und wohlgemerkt: Auf FB oder HP Bochum fanden sich immer nur im Nachhinein die Standorte – wie im Übrigen auch die gesamten Aktivitäten im Nachhinein immer größer wurden.

    Als Drittes kommt dann noch eine Frau Schmelzer, die ‚weiß‘ natürlich dass ich von einem anderen Vorstandsmitglied beauftragt wurde – wenn ich auch nicht genau weiß womit.

    Keiner in der AfD scheint aber schon erkannt zu haben, dass man im Internet meist mit Nicknames postet – die wollen immer meinen Namen, meine Adresse, mein Geburtsdatum oder so. Na – mir fehlt da heute der Schneid zu.

    Nun aber zu meiner Erfahrung am Wahlkampfstand in Bochum:

    Es ist Anfang September, als ich beim Shoppen dann tatsächlich einen Wahlkampfstand der AfD entdecke. Drei Personen stehen am Stand, ein mittelalter Herr, eine recht junge Dame und ein älterer Herr mit Bart ( vielleicht sogar W.D.???) alle drei in einem ‚tiefsinnigen‘ Gespräch miteinander vertieft.

    Ich wage zu stören. Zwar bin ich recht gut über das Programm der AfD informiert, war im April sogar fast beigetreten, aber im Gegensatz zum Programm spricht B. Lucke plötzlich (öffentlich) von der Einführung von Paralellwährungen – vor Allem für Griechenland. Ich bin Ingenieur aber kein Wirtschaftler, deshalb bin ich an einer Erklärung interessiert.

    Der bärtige Herr wendet sich auch sofort mir zu und ich frage ihn, was unter der Einführung von Paralellwährungen zu verstehen ist. Er drückt mir auch sehr freundlich das Wahlprogramm in die Hand. Als ich ihn gleichfalls freundlich darauf hinweise, dass dazu im Programm nichts steht, beginnt er es seinerseits zu lesen, gleich das Ganze!

    Dann gesteht er mir, dass er von Wirtschafts nichts versteht – naja, außer von denen, wo es Bier gibt (hahahaha) – und erzählt auch ganz entspannt, dass sei sein liebster Sport, außer Waffensport am liebsten mit den großen Kalibern.

    Nun – ich habe trotzdem AfD gewählt. Nein, ich fand es nicht wirklich tragisch, dass ein Wahlhelfer das eigene Programm nicht kennt, denn wie gesagt, das Gespräch war eigentlich nett, der Herr sogar sympathisch.

    Man kann auf Dilgers Blog immer wieder feststellen, das Mitglieder wüst beschimpft werden, wenn sie es auch nur wagen kritisch zu sein. Neu, war mir allerdings welchen Beschimpfungen als Wähler man ausgesetzt – zumal ich als letztes eine Rot-Schwarze Konstealltion wollte. Und die hat uns die AfD nun einmal eingebrockt.

    Ich habe es immer mit einem Kopfschütteln quittiert, wenn man versucht die AfD in die rechte Ecke zu stellen.

    Wenn es aber Schneid braucht, an Wahlveranstaltungen teilzunehmen, wenn man es nicht öffentlich machen darf, dass Wahlkampfhelfer der AfD Mitglieder in Schützenvereinen sind (eben die Stadtvorsitzende) – dann kommen mir da Erinnerungen an ganz andere Partein hoch, die ich mit Sicherheit nie wählen würde.

    Ihr – als Alternativer Newsletter – nehmt für Euch in Anspruch, dass Ihr die Demokratie bewahren wolltet in der Afd und überall.
    Und seid mir schon länger bekannt, bin man über FB auf Eure HP gelangt.

    Aber da ging es immer nur über Bayern, über Bayern und nochmal über Bayern.

    Hier dachte ich, man könnte vielleicht auch zu NRW was schreiben – und muß dann erfreut feststellen: Ihr habt schon angefangen.

    Vielleicht trägt mein Beitrag jetzt dazu bei, dass Ihr Euch mal mehr mit den Machtzirkeln um Dilger auseinandersetzt. Wenn man die Plakatierung Bochum mit Berlin vergleicht, dann weiß man auch, warum die einen so wenig, die anderen so viel Zuspruch erfuhren. Und ich komme beruflich viel herum!
    Und dennoch muß Dilger immer wieder besonders Bochum hervorheben, wie toll die doch sind. Nicht etwa Duisburg – die posten auch auf dem Blog mit 5,1 %!!! Und Bochum ist auch mit sehr vielen Beiträgen auf Dilgers Blog vertreten.

    Für mich heißt AfD nur noch Aus für Dilger

    Gerd aus Bochum

    (Antworten auf Dilgers Blog erspare ich mir)

  2. Schon lustig, wie der Verfasser sich hier entblößt. Man sollte nicht von sich auf andere schließen, sonst sieht jeder, wie man selbst gestrickt ist. Verfasser kann sich offenbar nicht vorstellen, daß es anderen Menschen nicht ausschließlich um persönliche Vorteile gehen könnte.
    Futtertröge? Lächerlich. Es gibt im Landesvorstand nix abzugreifen. Nur jede Menge Arbeit zu tun für lau, und Beschimpfungen von destruktiven Spinnern gratis dazu. Siehe hier.

  3. Folgendes wurde mir glaubwürdig von zwei getrennt voneinander beobachtenden Augenzeugen berichtet: auf dem Parteitag in Arnsberg wurde demnach sowohl dem LV Balke als auch dem LV Renner vor ihrer Abwahl das Gehör verweigert. Sie durften nicht Stellung beziehen zu den sie betreffenden Abwahlanträgen. Als Balke es dennoch gegen das Brüllen und des Mobs sogar wagte, eine Bemerkung mit der Wendung „Was Herr Lucke eben gesagt hat, ist nicht richtig…“ einzuleiten, tobte der Parteipöbel geradezu und schrie nur noch „Abwahl … Zurücktreten“. Als Balke dann rief: „Warum soll ich zurücktreten?“ schrie eine Furie: „Weil Du so bockig bist“. Also: er solle zurücktreten, weil er nicht zurücktrete. Ein einziger beherzter Rentner appellierte noch an die blutgierige Masse, dass er die „Pogromstimmung“ entsetzlich fände … da hätten sie ihn fast mit aufgehängt. Der ansonsten nur mässig begabte Opportunist Keith kam seiner Abwahl durch Rücktritt im allerletzten Moment zuvor – der dumme Pöbel dankte es ihm idiotisch wie immer durch Wiederwahl. Zuvor habe Lucke persönlich die Stimmung immer wieder in seinen Gottesreden und Hirtenbriefen an die Gläubigen gegen die Ketzer angeheizt. Ein beschämender Volksgerichtshof sei es gewesen. Ohne Gewähr, aber so wurde es berichtet.

    • Das kann aber nur von der Renner/Balke-Fraktion gekommen sein. Balke versuchte bereits zu beginn, und im Laufe des LPT mehrfach das Mikrofon zu okkupieren, was auch mehrfach gelang. Der Bereicht des Vorstands war kein Bericht sondern Selbstbeweihräucherungen der Herren Balke und Renner.

      Es stimmte, das die Herren kein letztes Word bekamen und es stimmt auch, das Renner einmal von Lucke gemaßregelt wurde. Dies bezog sich auf Renners Gespräch mit der UKIP nachdem der Bundesvorstand eine Koalition mit ebendiese UKIP ausgeschlossen hatte. Ein anheizen von Lucke fand jedenfalls in dieser Form nicht statt.

      Die Heren Renner und Balke sind in einem Zeitraum von ca. 4 Stunden mehrfach aufgefordert worden zurück zu treten um den Prozess für Neuwahlen zu vereinfachen, es hat ständig eine Weigerung der Herren stattgefunden mit der Begründung sie währen ja gewählt worden. Im Vorfeld sind aber von diversen Personen Satzungsänderungen zur Möglichmachung der Abwahl des Vorstand sowie Abwahlanträge direkt auf den Restvorstand eingereicht worden, da in der Arbeit des LV NRW auch ein Grund für das Scheitern der AfD in NRW gesehen wurde.

      Soviel erstmal zum LPT

      An Gerd aus Bochum gerichtet:
      Es tut mir leid, das Sie in Bochum solch schlechte Erfahrungen gemacht haben, aber bedenken Sie bitte das viele Politik-Laien, zu denen ich mich auch zähle, den Wahlkampf betrieben haben. Die Mittelzuteilung war auch noch nicht wirklich geregelt und es stand fast nur Privatvermögen der Mitglieder zur Verfügung. Ich stimme Ihnen zu das man auf der Website des Stadt- bzw. Kreisverbands die Termine für die Wahlkampfstände im Vorfeld hätte veröffentlichen müssen. In unserem Kreisverband ist dies auch geschehen mit Ort, Zeitraum und genauem Standort so das niemand suchen mußte, der uns finden wollte. Genauso sollte es keines Mutes bedürfen einen Stammtisch der AfD zu besuchen, jeder sollte Willkommen sein, ob Kritiker oder Anhänger. Gut, ich schreibe dies aus der Sicht eines Mitglieds der „Insel der Glücksseligen“ da es Gott sei dank in unserem KV keine Machtkämpfe gibt und der Vorstand gut zusammen arbeitet.

      Mit freundlichen Grüßen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s