Buchempfehlung: „Der dunkle Ort – 25 Schicksale aus dem DDR-Frauengefängnis Hoheneck“

Buchempfehlung zum „Haus des Grauens“ in Sachsen

Katrin Uhlmann, ließ sich vor wenigen Wochen zur Schatzmeisterin der „Alternative für Deutschland“ in Chemnitz inthronisieren. Sie ist die „Whistle-Blowerin“ für AfD-Sternchen Frauke Petry, um demokratisch gesinnte Kräfte in Sachsen „endgültig zu erledigen“ (Katrin Uhlmann am 13.08.2013 per E-Mail). Ihre Zeit als DDR-Wärterin auf der Burg Hoheneck (Stollberg/Erzgebirge) bot eine gute Grundausbildung: Folter, Willkür, Unrecht – exekutiert von den Wärterinnen (Insassen nannten sie „Wachteln“). In der TV-Serie „Weissensee“ (ARD) über das Schicksal echter DDR-Opponenten und StaSi-Schweine spielt das Frauen-Folter-Zuchthaus Hoheneck eine zentrale Rolle (siehe Rezension DIE WELT 17.09.2013).

Katrin Uhlmann verharmlost oft und gerne. Bis heute stellt sie ihre Folteranstalt als „normales Gefängnis“ dar, wo Inhaftierte „nicht ohne Grund“ gesessen hätten. Den AfD-Mitgliedern schwindelt sie vor, gleich nach der „Wende“ (1990) den Dienst auf Hoheneck quittiert zu haben, natürlich in Opposition zur SED. Auch in der Zeit nach 1945 gab es plötzlich keine Nationalsozialisten mehr, nur Widerstandskämpfer. Selbstkritik kannten eingefleischte Nazis nie. Hier reichen sich NS- und SED-Schergen die Hand.

SED Wir wollen aufklären.

Bautzen kennt jeder. In der dortigen Justizvollzugsanstalt saßen die Männer ein. Die wenigsten aber wissen, dass es in der DDR auch ein Frauengefängnis mit ähnlich brutalen Zuständen gab: die Strafvollzugsanstalt Hoheneck im sächsischen Stollberg (Erzgebirge), „Das vergessene Verließ“ (Tagesspiegel 13.06.2011). Eine Burg mit hohen Mauern, Stacheldraht und Elektrozäunen. Hier saßen nicht nur Kriminelle ein, sondern auch und vor allem Regimegegnerinnen und Republikflüchtlinge (etwa 2/3 der Gefangenen). Die Gefangenen litten unter Kälte, minderwertigem Essen und den brutalen Behandlungen durch das Wachpersonal (die Wärterinnen wurden „Wachteln“ genannt). In drei Schichten wurde Tag und Nacht in den Gefängnisbetrieben gearbeitet.

Uhlmann Ex-SED Katrin Uhlmann, Frauke Petrys Whistle-Blowerin in Chemnitz,
POS „Hans Eisler“ Karl-Marx-Stadt 1973 – 1975,
POS „Carl Bobach“ Karls-Marx-Stadt 1975 bis 1984,
Betriebsberufsschule (BBS) des VEB Fettchemie Karl-Marx-Stadt 1984 bis 1986,
Wärterin im Frauenzuchthaus Hoheneck 1986 bis 1997 (genannt „Wachtel“),
TU Darmstadt (Informatik) 1997 bis 2002,
seit 2002 i.d.R. arbeitssuchend, seit 04/2013 AfD,
kandidierte auf dem AfD-Landesparteitag am 28.04.2013 (Leipzig)
für einen Listenplatz zum Deutschen Bundestag;
will am 24.10.2013 auf dem Kreisparteitag in den Vorstand gewählt werden
und zementiert damit die Machtstrukturen der SED-Folterknechte in Sachsen

In den 1970er Jahren saßen zeitweise über 1.600 Frauen in dem hoffnungslos überbelegten Zuchthaus, das für 600 Personen ausgestattet war. Die Opfer des SED-Regimes werden öffentlich kaum wahrgenommen. Doch Leidtragende einer Diktatur dürfen nicht vergessen werden. In dem Buch erzählen 25 Frauen, die zwischen 1949 und 1989 als „Politische Gefangene“ inhaftiert waren von ihren Erlebnissen auf Hoheneck, der wohl brutalsten Haftanstalt der DDR. Sehenswerte TV-Dokumentationen berichtet Erschütterndes, staatlich organisiertes Verbrechen an Frauen:

 ARD 09.11.2011 (Mediathek): „Die Frauen von Hoheneck
SPIEGEL-TV 25.09.2009: „Unter Verschluss – Die geheimen Schicksale der DDR-Frauen

Ulrich Oehme Ulrich Oehme,
Ex-SED, Ex-FREIHEIT, Fundamentalchrist,
Frauke Petrys AfD-Kreisbeauftragter in Karl-Marx-Stadt,
schützt und verteidigt seine ehemalige Genossin Katrin Uhlmann,
will am 24.10.2013 zum Kreisvorsitzenden gewählt werden;
strebt mit Katrin Uhlmann ein Landtagsmandat in Sachsen an (2014),
zementiert die Okkupation des Landesverbandes Sachsen durch DIE FREIHEIT

 Die Opfer des SED-Regimes werden öffentlich kaum wahrgenommen, doch die Leidtragenden einer Diktatur dürfen nicht vergessen werden, denn die Täter streben nicht erst seit 1990 in die bundesrepublikanischen Strukturen. Sie tun es heute noch, z.B. in der AfD. Sie treten auf jene, die diese „Hölle der Frauen“ (DIE WELT 13.05.2011) überlebten.

Der dunkle Ortein bedrückendes Portrait von 25 Frauen, die das DDR-Frauenzuchthaus Hoheneck überlebten
Der dunkle Ort – 25 Schicksale aus dem DDR-Frauengefängnis Hoheneck
von Maggie Riepl und Dirk v. Nayhauß, ISBN 978-3-937233-99-4,
Leseprobe (klicken)

Die Trutzburg aus dem 13. Jahrhundert war eines der schlimmsten Zuchthäuser der DDR. Im Frauengefängnis Hoheneck herrschten verheerende Zustände: überbelegte Zellen, Akkordarbeit, drakonische Strafen. Die „Politischen“ wurden besonders schikaniert – vom Personal und von den schwerkriminellen Frauen, mit denen sie zusammen eingesperrt waren. Das Wachpersonal rekrutierte die SED vor allem aus Frauen mit niederen Hemmsachwellen, empathischer Verarmung und sozialer Verstumpfung.

burg hoheneck Burg Hoheneck, Stollberg (Erzgebirge),
in der DDR genannt „Strafvollzugseinrichtung (StVE)“

 Drei ehemalige Häftlinge berichten:

Petra Koch(*15.01.1960 †21.02.2013 an den Spätfolgen der Haft in Hoheneck)

Im Prager Staatsgefängnis war in die Wand das Gedicht „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ eingeritzt. Ich wusste damals nicht, dass es von Dietrich Bonhoeffer ist. Ich betete es von da an jeden Tag. Ich komme aus einem atheistischen Elternhaus, habe mich aber immer gefragt, ob es doch einen Gott gibt. In Hoheneck durfte man den ­Gottesdienst besuchen. Eine Mitgefangene erzählte mir aber, dass der Pastor unter dem Talar Stiefel trug.

Sie war deshalb überzeugt: „Das ist doch einer von der Stasi.“ Die von mir gewünschte Bibel habe ich nicht bekommen, da ich offiziell konfessionslos war. Doch auch so hat mir mein Glaube geholfen. Ich kannte zwar nicht die Rituale, konnte damals noch nicht das Vaterunser auswendig, aber ich wusste, es gibt eine Kraft in mir: Wenn ich die zulasse, wird sie mir Halt geben und mich nie mehr verlassen. Ich habe Zwiesprache mit Gott gehalten – wie mit einem guten Kumpel.

Petra KochPetra Koch, ehemalige „Politische“ in Hoheneck“

Ich habe gesagt: Ich hoffe, du nimmst mir das nicht übel. Ich hatte damals meine Zweifel, inzwischen nicht mehr, denn ich bekam ein gutes Feedback von oben. Ich war mir sicher: Mir passiert nichts, und alles wendet sich zum Guten. Und so war es auch. Viele von den kirchlichen Ritualen waren und sind mir fremd. Ich habe nach der Freilassung versucht, mich der Kirche anzunähern, habe mich evangelisch taufen lassen. Aber es ist mir nie gelungen, mich der Kirche als Gemeinde anzunähern. Doch mein Glaube war und ist unerschütterlich.

„Sie wollten unsere Persönlichkeit brechen,
das war das erklärte Ziel.
Doch mein Glaube hat mir geholfen“.

 Und das war gut, denn in Hoheneck wollten sie unsere Persönlichkeit brechen, das war das erklärte Ziel. Hoheneck war ein Ort, wo man Hoffnung und Energie brauchte. Die Zuchthausatmosphäre war natürlich ein unsagbar guter Nährboden für alles, was mit Zukunftsdeutung einhergeht. Kartenlegen stand hoch im Kurs, mehr jedoch noch das Orakeln, obwohl beides streng verboten war. Alle Gefangenen haben jede Form von Spiritualität in sich aufgesogen wie ein Schwamm. Ich kann nicht mit Bestimmtheit sagen, was es bei mir war: Neugier, Hoffnung oder Glaube? Jeder Mensch braucht in einer ausweglos erscheinenden Situation etwas, woran er sich festhalten kann.

In Hoheneck gab es eine Sage um eine weiße Frau, die dort spuken sollte – es war überhaupt ein mystischer Ort. Ich erinnere mich an ein besonderes Erlebnis bei der ersten Kinovorstellung. Genau diese Situation hatte ich schon einmal geträumt. Das spürte ich mit großer Intensität. Ich hatte mich damals gewundert, warum in meinem Traum nur verhärmte Frauen im Kino ­saßen. Nun hatte mich diese schicksalhafte Traumszene in der Realität eingeholt.

massenzelleMassenzelle in Hoheneck für bis zu 36 Frauen

In Hoheneck hörte ich auch zum ersten Mal von den zwölf Heiligen Nächten: Die „Rauhnächte“ vom 25. Dezember bis zum 6. Januar stehen jeweils für einen Monat des neuen Jahres. Was man in dieser Zeit träumt, geht in jenem Monat in Erfüllung. Ich habe in der achten Nacht vom Transport in die Freiheit geträumt und bin wirklich im August entlassen worden.

Als ich 2011 erneut nach Hoheneck fuhr, wusste ich: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, mich der Vergangenheit zu stellen. Ich tat es ganz allein. Es hat sich so ergeben. Erstaunlicherweise war meine Zelle auf Planet III, die Nr. 73, die einzige, die offen war. Erst war die Angst groß, dann habe ich mich getraut, hineinzugehen. Ich hatte alles größer in Erinnerung. Selbst in der leeren Zelle kam es mir eng vor. Da sollen zwölf Doppelstockbetten und Schränke gestanden haben? Ich habe gebetet, weil ich dankbar war, die Zeit dort überlebt zu haben. Es war auch eine Genugtuung, dass die mich nicht kleingekriegt haben, denn in Hoheneck konnten sie mit dir machen, was sie wollten. Sie hätten die Zelle aufschließen, mich an die Wand stellen, erschießen und verscharren können. Man war nur eine Nummer.

Tatjana Sterneberg(siehe auch Berliner Kurier 07.11.2011)

Unrecht kann ich nicht ertragen. Schon in der Schule galt ich als kämpferisch. Zum Beispiel wenn Mitschüler benachteiligt wurden, nur weil ihre Eltern nicht Mitglied der SED waren. Oder für eine Klassenarbeit schlechter benotet wurden, weil diese nicht die gewünschten Lobeshymnen auf die Errungenschaften der DDR enthielt. Trotz Indoktrination war ich unpolitisch.

Mit meinem Ausreiseantrag berief ich mich auf die Menschenrechte und die geschlossenen Verträge zwischen West und Ost. In der Ideologie des DDR-/SED-Regimes war ich nun ein Staatsfeind, der „konsequent seine Ausreise fordert“ und mit allen Mitteln der DDR-Geheimpolizei verfolgt wurde. Nach der Verurteilung sollte ich im Frauenzuchthaus Hoheneck mit „Erziehung durch Arbeit“ als politisch Andersdenkende auf Linie gebracht werden. Der Praxis der NS-Zeit entsprechend, vegetierte ich mit 23 Mitgefangenen auf 24 Quadratmetern; größere Zellen waren mit bis zu 60 Gefangenen belegt.

zelle hoheneckHoheneck war berühmt für katastrophale Zustände, hier: Waterboarding-Zelle

Ausgelegt auf 600 Haftplätze, war Hoheneck 1974 mit über 1600 Frauen mehrfach überbelegt. Zwangsarbeit im Dreischichtsystem, unzureichende Ernährung, unzumutbare hygienische und medizinische Verhältnisse, Postzensur und militärischer Drill waren an der Tagesordnung. Zudem sollte der Einsatz von Stasispitzeln die Politischen zermürben; vermeintlich unbekannte Tatbestände sollten gegebenenfalls erneut justiziabel verwertbar gemacht werden.

Immer wieder kritisierte ich die unmenschlichen Haftbedingungen. Immer wieder wurden Arreststrafen gegen mich verhängt; letztlich 14 Tage strenger Arrest, nur weil ich mitbekommen hatte, wie eine Mitgefangene um ihr Leben schrie, und ich daraufhin die Arbeit verweigert hatte.

„Arrest und jede Menge
Psychopharmaka. Es ist ein Wunder,
dass ich überlebt habe“

Eine Metallblende schirmte die Fensterluke der Arrestzelle vor Licht und Kontaktaufnahme ab. Zwei Tigergitter trennten Liegepritsche (ohne Matratze) von Toilettenkübel. Ich erhielt täglich 200 bis 300 Gramm trockenes Brot und je ­einen Topf Malzkaffee, jeden dritten Tag ein warmes Mittagessen.

„Bei Nahrungsverweigerern ist das Wasser abzusperren und keine weiteren Getränke zu verabreichen“, heißt es in der Anweisung der Anstaltsleitung, die ich viele Jahre später im Staatsarchiv, Außenstelle Chemnitz, ausfindig machte. Nach fast drei Jahren Haft, im Oktober 1976, wurde ich im Arrest nicht ansprechbar auf dem Boden liegend aufgefunden. Ich wachte in der Krankenabteilung auf. Nach Rückverlegung in das Arbeitskommando konnte ich tagelang nicht sprechen, meine Sprache war wie gelähmt, wohl eine Folge erneut verabreichter Psychopharmaka. Die letzten Haftmonate habe ich wie durch einen Schleier erlebt und kaum noch agiert.

Nach dem Fall der Mauer habe ich Teile meiner StaSi-Akten einem Facharzt vorgelegt. „Über längere Zeit waren Ihnen verschiedene Psychopharmaka, auch Neuroleptika verabreicht worden, obwohl Sie unter Unruhe und Schlafstörungen litten. Dass Sie das überlebt haben, ist ein Wunder“, so seine erste Einschätzung. Sedativa und Psychopharmaka bewirken bei längerer Verabreichung und höherer Dosierung eine Ausschaltung der bewussten Wahrnehmung. Wer nichts wahrnimmt und sich nicht erinnert, kann nichts erzählen.

Dr. Renate Werwigk-Schneider(siehe auch YAHOO-Nachrichten 07.12.2012)

Im Zuchthaus in Frankfurt (Oder) hatte ich es vergleichsweise gut, ich durfte als Ärztin arbeiten. Aber in Hoheneck wollten sie mir es so richtig zeigen und haben mich als Kinderärztin ausgerechnet in eine Zwölferzelle mit lauter Kindesmörderinnen gesteckt. Die erzählten mir dann immer wieder ihre schrecklichen Geschichten. Überhaupt war die ganze Umgebung furchteinflößend.

Im Erdgeschoss unter uns saßen die alten Nazi­frauen, die grüßten noch mit „Heil Hitler“. Mir lief ein Schauer über den ­Rücken. Es war nur Abschaum dort, und dann hieß es auch noch: „Bild dir nicht ein, du bist was Besseres.“ Es regierte Neid und vor allem Hass, die Lebenslänglichen nahmen es übel, wenn man nur einige Jahre sitzen musste. Ich hatte immer Angst, man tut mir was an.

inhaftierte frauenInhaftierte Frauen um 1970 bei der Arbeit für den VEB Planet

Ich kam in die Bettwäscheproduktion. Ich sollte doch mal sehen, wie es sich als Arbeiter lebt. Mein Fluchtpunkt war die Kirche, das war ein Ort der Ruhe. Hier konnte ich mich mit anderen Politischen austauschen. Ansonsten war ich mit mir alleine, habe keinen Kontakt gesucht und bin allen aus dem Weg gegangen. Ich war unnahbar, keiner konnte mir was, aber ich fühlte mich wie eine lebende Leiche. Selbst zu den Wachteln war ich arrogant und von oben herab. Körperlich haben sie mir nichts getan, aber man hat mich spüren lassen, dass ich eine Verbrecherin war, auf einer Stufe mit Kriminellen. Das war meine größte Strafe.

„Man behandelte mich wie eine Verbrecherin,
ich war auf einer Stufe mit Kriminellen. Das war
für mich die größte Strafe“

Trotzdem war ich nie wirklich verzweifelt, denn in meinem Hinterkopf war immer die Hoffnung, dass ich in absehbarer Zeit wieder rauskomme. Die hygienischen Umstände mit Kübel statt Toilette waren schlimm, das Essen wohl auch. Aber das war mir egal. Mir war der Appetit völlig vergangen. Ich habe zehn Kilo abgenommen, sah aus wie ein Gespenst.

Meine Freilassung sah so aus: Es erschienen zwei Männer und sagten, ich ginge auf Transport. Dann brachten sie mich zur Stasi nach Karl-Marx-Stadt. Dort nahm mich nach längerer Wartezeit ein weiterer Stasimann in Empfang und teilte mir mit, man wolle mich heute entlassen und wohin ich denn entlassen werden wolle. Daraufhin sagte ich: „In die Bundesrepublik.“ Wir fuhren dann an die Grenze bei Wartha-Bebra und warteten. Keiner sprach ein Wort. Dann kam ein Mercedes mit Ostberliner Kennzeichen.

Die Rechtsanwälte Vogel (Ost) und Stange (West) stiegen aus. Ich bekam ein Paket mit all meinen Papieren und einen Blumenstrauß von meinen Eltern. Dann fuhren wir über die Grenze. Ein schwarzer Mercedes mit vier schwarz gekleideten Männern kam, ich musste mich zeigen. Dann hieß es: „Das ist die Richtige“, und ein Geldkoffer, es sollen 100 000 DM ge­wesen sein, wechselte den Besitzer. Später hörte ich, dass zusätzlich auch noch ein Spion für mich ausgetauscht worden war.

Kurz darauf, im Oktober 1968, habe ich meinen Freund geheiratet und das Hochzeitsfoto kommentarlos an meinen Vernehmer in Sofia geschickt, der mir damals prophezeit hatte, wir würden nie zusammenkommen. Das hatte Folgen. Es hieß, ich hätte damit den ganzen Freikauf gefährdet. Denn die Bulgaren waren empört, dass die Gefangenen, die sie brav auslieferten, von der DDR „verkauft“ wurden. Das hätten sie ja auch selber tun können.

Ich bin nicht wieder in Hoheneck gewesen, an diesen Ort des Schreckens wollte ich nie zurück. Mein Leben ist schön, ich mag es mir nicht vermiesen. Meine Therapie, das war über all die Jahre mein Beruf. Mit Kindern zusammen zu sein, ihnen zu helfen, hat mir gut getan. Die Zeitzeugenarbeit ist wichtig. Was in diesem Unrechtsstaat geschehen ist, darf nicht vergessen werden.

Nachweise:
http://chrismon.evangelisch.de/artikel/2012/der-dunkle-ort-14141
Frauenkreis Hoheneckerinnen http://www.frauenkreis-hoheneckerinnen.de/
Facharbeit „Schicksale weiblicher politischer Gefangener in der DDR – Strafvollzug Hoheneck“, Andrea Hornsteiner, 2010
Verraten und Verkauft“, Hoheneck war das Haus des Grauens
Stuttgarter Zeitung, 09.02.2010
Das Gesetz von Hoheneck“, die taz 13.11.2009
Hoheneck Blog unter http://hoheneck.wordpress.com/tag/frauengefangnis/

Pressekommentare zum Buch

Der dunkle Ort – 25 Schicksale aus dem DDR-Frauengefängnis Hoheneck
von Maggie Riepl und Dirk v. Nayhauß

„Das schlanke Buch ist ein Kompendium des Grauens.“
(Der Tagesspiegel)

„Nein – das Wort ,schlimm’ trifft die Art und Weise, wie man mit den Frauen umging, nicht. Jeder, der das Buch liest, erfährt: Hoheneck war ein Verbrechen an den Frauen.“
(Freie Presse, Chemnitz)

„25 exemplarische Schicksale aus dem DDR-Frauengefängnis Hoheneck werden in ,Der dunkle Ort’ von den politischen Opfern selbst erzählt, nicht larmoyant, sondern fast schon zu nüchtern. In jedem Fall aber heilsam gegen irgendwelche Rückfallsanfälligkeiten!“
(Das Magazin)

AfD Sachsen: Frauke Petry – Geheime Kontakte zur US-Regierung?

Zum bevorstehenden Rücktritt des sächsischen AfD-Sternchens

Nichts ist im Menschen, auch im scheinbar aufgeklärtesten, fester verwurzelt als der Glaube an irgendwelche Autoritäten“ Egon Friedell (1878 – 1938)

Bereits während des Wahlkampfes zum Deutschen Bundestags erreichten uns mehrere Hinweise unterschiedlicher Quellen, dass Frauke Petry des öfteren in der US- Gesandtschaft gesehen worden sein soll. Dort hätten die US-Diplomaten in einem fröhlichen tête-à-tête (franz. für „vertrauliches Gespräch“) den Anti-EURO-Kurs der AfD begrüßt. Damit entfalle die Währungskonkurrenz. Der US-Dollar werde weiterhin als „world reserve currency“ die Weltfinanzen dominieren. Getreu des Mottos „Money oils the World“ bedeutete dies die Zementierung der US-Weltherrschaft mit finanziellen Mitteln. Frauke Petry habe brav zugesichert, weiterhin an der Zerstörung der europäischen Einheits- währung EURO mitzuwirken, so dass kein Gegengewicht zu den USA entstehe.

Frauke Petrys unternehmerisches Geschäftsmodel 2006 - 2013

Frauke Petrys unternehmerisches Geschäftsmodel 2006 – 2013

Weiterhin soll das Wohlergehen ihrer Firma PurInvent GmbH während des Lunch (engl. für „Mittagessen“) in Leipzig erörtert worden sein. Petrys Firma PurInvent GmbH, Leipzig, hat seit der Gründung in 2006 noch nie Gewinne erzielt (siehe Bericht vom 17.07.2013 und Bericht vom 15.10.2013). Am 16.10.2013 platzte dann die Bombe: Frauke Petry muss als geschäftsführende Gesellschafterin der Fa. PurInvent GmbH die Insolvenz anmelden, z.B.

AdHocNews 16.10.2013 (pfd)
Berliner Morgenpost 16.10.2013 (pdF)
BILD 17.10.2013 (pdf)
Die Welt
16.10.2013 (pdf)
Die Welt 17.10.2013 (pdf)
FREIE PRESSE 17.10.2013 (pdf)
FREIHEITLICH ME 16.10.2013 (pdf)
Geolitico 16.10.2013 (pdf)
Hamburger Abendblatt 16.10.2013 (pdf)
JungeWelt 16.10.2013 (pdf)
Neues Deutschland 16.10.2013 (pdf)
PourErikaNews 16.10.2013 (pdf)
Preussischer Anzeiger 16.10.2013 (pdf)

Was hat es mit den Top-Sectret-Meetings in der US-Gesandtschaft auf sich? Sollte Petrys Firma im Falle des Einzugs in den Bundestag mit „Aufträgen aus den USA“ gerettet werden? Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen heißt es, die US-Diplomaten seien von der devoten Petry so begeistert gewesen, dass sie das AfD-Sternchen mehrfach zum „Gedankenaustausch“ in die US-Mission einbestellen. So nennt man im Diplomatensprech die Entgegennahme von Instruktionen. Frauke Petry ist nie durch kritische Statements aufgefallen, hat nie die Frage der fehlenden deutschen Souveränität aufgeworfen und meidet das Thema „Grundgesetz versus Verfassung“ wie der Teufel das Weihwasser.

steht kurz vor dem überfälligen Rücktritt:  Frauke Petry abgestürztes AfD-Sternchen aus Sachsen  und (noch) AfD-Diktatorin in Sachsen

steht kurz vor dem überfälligen Rücktritt:
Frauke Petry
abgestürztes AfD-Sternchen aus Sachsen
und (noch) AfD-Diktatorin in Sachsen

Das war nicht immer so. Noch im Vorfeld der AfD-Gründung beteiligte sie sich in einem Forum (Geolitico.de) und klang deutlich kritischer.

E. Stopp says (28. Januar 2013 at 14:21)
Dem Kommentar von Herrn Möllmann kann ich nur zustimmen. Beide, USA und Goldmann Sachs, streben die Weltherrschaft an, seit Jahren ! Schlimm ist, dass unsere Politiker und die in der EU das auch noch mit machen und sich haben kaufen lassen, wie Draghie und Monti. ….“

 Dr. Frauke Petry says (31. Januar 2013 at 11:17)
Sehr richtig – sehen Sie doch mal bei http://www.wa2013.de nach. Es formiert sich Widerstand. Wir brauchen dafür noch mehr Unterstützer und mündige Bürger! Für mehr Informationen können Sie mich gern persönlich kontaktieren! MfG Frauke Petry“

Quelle: Geolitico am 28.01.2013
http://www.geolitico.de/2013/01/28/goldman-sachs-als-ubelste-bank-gebrandmarkt/

Von Widerstand spricht Petry heute nicht mehr. Seit der Einbestellung in die US- Gesandtschaft äußert sich Frauke Petry gar nicht mehr zur Frage der globalen Vormachtstellung des US-Dollars und der Notwendigkeit einer europäischen Emanzipation in Wirtschafts- und Finanzfragen. Das System der internationalen Finanzwelt mit der Dominanz der US-Banken (vor allem Goldman Sachs und J.P. Morgan) wird von Frauke Petry nicht (mehr) bezweifelt. Liegt es daran, dass sie als Chemikerin von Geld/Finanzen schlicht keine Ahnung hat?

Immerhin fährt Petrys Firma PurInvent GmbH ausweislich der beim Bundesanzeiger hinterlegten Bilanzen seit 6 Jahren nur Verluste ein (siehe Bericht vom 17.07.2013 und Bericht vom 15.10.2013). Und überhaupt: programmatisch fällt GRÖBAZ (größte Blenderin aller Zeiten) eher durch Leerhülsen denn durch Lehrformeln auf. Hektisch gesprochene Plattitüden ersetzen geistige Windstille.

amerika deutsch Wenn Frauke Petry jedoch in Ihrer Eigenschaft als AfD-Schutzgöttin eingeladen wurde, warum berichtete sie darüber nicht dem sächsischen Landesvorstand und teilt ihre Erkenntnisse mit der Basis? Hat sie den Bundesvorstand in Kenntnis gesetzt? Weiß Lucke Bescheid? Wieso verheimlicht Frauke Petry ihre Kontakte zur US-Regierung? Sie ist dem Landesvorstand und den Mitgliedern verpflichtet, nicht einer fremden Staatsmacht!

Petrys Forderung „Wir brauchen dafür noch mehr Unterstützer und mündige Bürger“ klingt wie Hohn. Als Landesvorsitzende in Sachsen führte sie die erste absolutistisch regierte Parteigliederung nach 1945 (Westen) bzw. nach 1989 (Osten) ein. Wie einst die Heil- u. Schutzgöttin Selket im Antiken Ägypten bestimmt GRÖBAZ das Heil der AfD-Provinz Sachsen (siehe sämtliche Berichte über den AfD SachsenSumpf). Ihre Machtbasis sind nicht die Demokraten, sondern die rechte FREIHEIT (siehe Bericht vom 07.09.2013). Inzwischen übergab sie den AfD-Landesverband Sachsen komplett an die Rechtsextremen der FREIHEIT, die SCHILL-Partei, die SED und die StaSi (siehe Bericht vom 10.10.2013).

so sieht sich GRÖBAZ Frauke Petry im Spiegel: Göttin Selket im Antiken Ägypten

so sieht sich GRÖBAZ Frauke Petry im Spiegel:
Göttin Selket im Antiken Ägypten

Erhielt Dr. Frauke Petry etwa Anweisungen von den US-Diplomaten, welche Themen wie zu gestalten seien? Wurde ihr verboten, die Frage der deutschen Souveränität auf die Tagesordnung zu setzen? Wurde Ihr untersagt, den US-Dollar als Weltleitwährung in Frage zu stellen? Soll sie deshalb den EURO zerstören?

Solche Fragen müssen gestellt werden, denn die Mär von der vollen Souveränität Deutschlands seit der Wiedervereinigung 1990 wurde mehrfach widerlegt. Spätestens seit den NSA/PRISM-Enthüllungen wissen wir, dass der deutsche Souverän gar nichts zu melden hat. Er darf belauscht und bespitzelt werden, bis die Glasfaserleitungen glühen.

So räumte z.B. der LINKEN-Chef im Deutschen Bundestag (Gregor Gysi) ein, dass das alliierte Besatzungsstatut noch immer gelte (Gregor Gysi am 08.08.2013 bei PHOENIX und Bernd Lucke am 25.08.2013 in Lingen). Sogar das ZDF wunderte sich vor einigen Monaten, dass Deutschland am 03.10.1990 wohl doch nicht souverän geworden sei (ZDF Frontal 21 am 20.11.2012). Die Bundeskanzlerin verneint das Fehlen der deutschen Souveränität während einer Podiumsdiskussion am 21.08.2013 in Stuttgart.

Treffpunkt zum Lunch

Treffpunkt zum Lunch

Wurde Frauke Petry von der US-Regierung einbestellt, um genau diese Fragen innerhalb der AfD abzuwürgen? Ihr gesamtes Herrschaftssystem in der AfD Sachsen beruht auf Unterdrückung, Mobbing und Polit-Terror mit Hilfe der Extremisten von der FREIHEIT. Insofern wäre die Ausführung des US-Mandats lediglich die Fortsetzung ihrer internen Politik mit anderen Themen. Business as usual? Oder soll die stramme Rechtsauslegerin bei der sächsischen Landtagswahl das rechtsextreme Lager spalten? Statt 8% für die NPD dann 4,0% für die AfD und 4,0% für die NPD? Steckt dahinter eine CDU-List? Marschiert Gott-Sei-Bei-Uns-Petry deshalb mit preußischem Stechschritt durch Sachsen?

Warum fordern weder die Basis noch die Byzantiner im Vorstand („Kabinett der Barone“) umfassende Aufklärung? Sogar nach der verlorenen Bundestagswahl soll es zur Terminierung mit den US-Diplomaten gekommen sein. Was verheimlicht Frauke Petry? Stimmt es, dass die US-Diplomaten für den Fall des Einzugs Petrys in den Bundestags für „Aufträge“ zugunsten PurInvest behilflich sein wollten, jetzt aber keine Notwendigkeit des „supports“ sehen? Hierüber muss das abgestürzte Sternchen den Mitgliedern gegenüber Rechenschaft abliefern.

Der Landesparteitag der AfD Sachsen am 30.11.2013 verspricht spannend zu werden!

Autor: Jochen Schröder

alle Berichte zum SachsenSumpf der AfD hier

Die sächsische AfD-Chefin Frauke Petry ist pleite

Der ALTERNATIVE NEWSLETTER berichtete im Juli über die finanzielle Schieflage der AfD-Sprecherin und sächsischen Landesvorsitzenden Dr. Frauke Petry: Ist die sächsische AfD-Chefin Frauke Petry pleite? Nachdem die AfD nicht in den Bundestag einzog und sich somit das AfD-Sternchen Frauke Petry kein persönliches EURO-Rettungspaket in Form eines lukrativen Bundestagsmandats sichern konnte, ist ihre Firma nun insolvent. In einer Email an die sächsischen Parteimitglieder teilt das AfD-Sternchen Petry heute mit: „Sechseinhalb Jahre nach Gründung meines Unternehmens PURinvent GmbH in Leipzig habe ich mich schweren Herzens entschließen müssen Insolvenz anzumelden.“ Schuld sind aus Petrys Sicht natürlich die anderen: „Da es mir als Inhaberin und Geschäftsführerin im Gegensatz zu Großbanken nicht möglich Verluste zu sozialisieren […], blieb mir in der aktuellen Situation keine andere Wahl.“

pureinvestPetrys Unternehmen PURinvent GmbH steckt seit der Gründung in einer finanziellen Schieflage. Die im Bundesanzeiger veröffentlichten Geschäftsberichte für die Jahre 2007 bis 2011 zeigen einen stetigen Abbau des Anlagevermögens und eine kontinuierliche Zunahme der Verbindlichkeiten bei fallender Liquidität. Im Jahr 2009 konnte die Insolvenz durch die Beteiligung eines stillen Gesellschafters mit € 200.000,– noch abgewendet werden (was ihrer Aussage widerspricht, es sei ihr nicht möglich ihre Verluste zu sozialisieren). Im Jahr darauf folgte eine kleinere Kapitalerhöhung. Da jedoch die GmbH niemals in die Gewinnzone geriet, konnte die Trendwende nicht erreicht werden. Frau Petry hat buchstäblich seit 2007 nur Geld verbrannt.

In ihrer Email wirbt Petry um das Vertrauen der sächsischen Mitglieder und kündigt an: „Ich möchte meine Arbeit für die Alternative für Deutschland trotz des beruflichen Einschnitts unvermindert fortsetzen“. Wird Pleite-Frauke nun weiterhin über Schuldenkrisen anderer Staaten schwadronieren und für das Recht einer geordneten Zuwanderung nach kanadischem Vorbild eintreten?

Mit der Insolvenz ihres Unternehmens reiht sie sich in die lange Liste der AfD-Pleitiers ein, die ihre gescheiterte Existenz mit einem Abgeordnetenmandat abrunden woll(t)en. Die AfD möchte die Finanzkrise lösen. Kann sich die Partei weiterhin Führungspersonal und Spitzenkandidaten leisten, die von den Kernkompetenzen der Partei, Wirtschaft und Finanzen, scheinbar überhaupt keine Ahnung haben?

AfD Sachsen: Kreisverbandsgründung Dresden – Verabschiedung einer diktatorischen Satzung unter Wahlausschluss vieler Mitglieder

Nach der in der Landessatzung nicht vorgesehenen Phase eines „Kreisverbandes in Gründung“ luden nun einige Leute des (de jure eigentlich gar nicht existenten) „Kreisvorstandes in Gründung“ am 11.10.2013 zur lang ersehnten Gründung des Kreisverbandes Dresden ein. Kleiner Schönheitsfehler: Nach der Landessatzung (§ 2) gründet der Landesvorstand die Kreisverbände. Somit war bereits die Einladung durch einen „Kreisverband in Gründung“ satzungswidrig.

Zugleich wurde ein Entwurf einer Kreisverbandssatzung veschickt, die einen sehr unprofessionellen Eindruck erweckte, gleichwohl aber so ausgestaltet war, dass sich jeder Vorstand einer autoritären Kaderpartei die Finger danach schlecken würde. So war vorgesehen, dass der Vorstand jedes Mitglied des Kreisverbandes ohne vorherige Anhörung ausschießen kann, wobei der Ausschluss sofort wirksam wird und das Mitglied alle Mitgliedsrechte verliert. Dagegen soll das Mitglied nur die Möglichkeit des „Einspruchs“ bei „einem“ Schiedsgericht haben, der aber keine aufschiebende Wirkung hat. Begründen muss nicht der Kreisvorstand den Ausschluss, sondern das ausgeschlossene Mitglied seinen Widerspruch dagegen. Bestimmungen über ein Kreisschiedsgericht, die diesem ein funktionsfähiges Funktionieren ermöglicht hätten, enthielt der Satzungsentwurf nicht. Auf mündliche Nachfrage erläuterte eine der selbst ernannten „Gründer“ des Kreisverbandes, eine Frau Wilke – die zusammen mit einem Herrn Strauß eine Werbeagentur betreibt und sich über die AfD lukrative Aufträge verspricht – vom Ausschluss betroffene Mitglieder sollten sich dann eben ans Bundesschiedsgericht wenden (auch das Landesschiedsgericht ist in Sachsen satzungswidrig nicht besetzt). Nur muss man wissen, dass die Mitglieder des Bundesschiedsgerichts über ganz Deutschland verstreut leben, sich vielleicht alle paar Monate einmal zu Sitzungen treffen, wobei dann Bundesverbandsangelegenheiten vordringlich sein düften. Kurzum: In der Praxis dürften sich Widersprüche gegen Ausschlüsse vor dem Bundesschiedsgericht über Jahre hinziehen, während dessen die betroffenen Mitglieder bereits alle Mitgliedsrechte verloren haben. Dass dies kein effektiver Rechtsschutz gegen einen Ausschluss ist, liegt auf der Hand. (Mir ist keine demokratische Partei bekannt, in der der Ausschluss eines Mitgliedes so einfach und bequem für den Vorstand ausgestaltet ist: Statt dessen gibt es überall ein Schiedsgericht, das auf Antrag über einen Ausschluss entscheidet, wobei das betroffene Mitglied im Ausschlussverfahren gegenüber dem Antragsteller gleichberechtigte Partei mit Anhörungs- und Verteidigungsrechten ist.) Eine solche Satzungskonstruktion wie im KV Dresden ist geradezu ideal für groß angelegte Säuberungswellen gegen oppositionelle Mitglieder und den schnellen Rauswurf von Rivalen um Vorstandsämter – und genau so wohl auch beabsichtigt.

Noch ein Schönheitsfeher am Rande: Der Landesverband bekommt ein Vetorecht gegen die Aufnahme neuer Miglieder – auch dies ohne Grundlage in der Landessatzung. Man könnte auf die Idee kommen, dass Frauke Petry der Gründungskommission beim Erstellen des Satzungsentwurfs die Hand geführt hat. Es passt bestens in die auch sonst praktizierte Rechtlosstellung.der Mitglieder.

Es nimmt nicht Wunder, dass entsetzte Miglieder Änderungsanträge gegen diesen haarsträubenden Entwurf einbrachten, um wenigstens ein Mindestmaß an demokratischen Strukturen in den Kreisverband zu bringen. Zunächst versuchte die bereits erwähnte Frau Wilke zu verhindern, dass die Änderungsanträge den Mitgliedern zugänglich gemacht wurden. Danach versuchte sie, Druck auf die Mitglieder auszuüben, sie sollten doch ihre Anträge wieder zurücknehmen, über deren Inhalt könne man „später einmal reden“. (Also nie)

Am 11.10.2013 hatte ich nachmittags noch einen wichtigen Kundentermin – ich bin Freiberufler – und konnte daher erst mit einigen Minuten Verspätung zum Gründungsparteitag erscheinen. In der Einladung hieß es ausdrücklich, die Versammlung finde „ab 18:00 Uhr“ statt. Es war dort kein Hinweis, dass verspätet erscheinende Mitglieder nicht mehr zugeassen würden. Am selben Tag (11.10.13) verschickte besagte Frau Wilke um 10:30 Uhr eine Rundmail an die Mitglieder, dass die Veranstaltung von 18:00 Uhr um eine halbe Stunde vorverlegt wurde. Nun kommen gerade Berufstätige nicht dazu, tagsüber ständig in ihrem Mail-Briefkasten nachzusehen. Zudem ist es vielen Berufstätigen nur schwer oder gar nicht möglich, einen so frühen Termin (17:30 Uhr) wahrzunehmen. Außerdem verlangte Frau Wilke, man müsse neben der Parteimitgliedskarte noch den Personalausweis mitbringen und sich zum Wählen gesondert „registrieren“ lassen. Wer kurz nach 18:00 Uhr kam, durfte dann schon nicht mehr mitwählen. Es ist offenkundig, dass diese Vorgehensweise bezweckte, möglichst viele Mitglieder von der Teilnahme an der Vorstandswahl auszuschließen und nur eine kleine Zahl handverlesener Mitglieder mitwählen zu lassen, die offenbar in Wahlabsprachen eingebunden waren.

Bei meinem Erscheinen wurde mir dann mündlich mitgeteilt, dass ich keine Stimmkarte mehr erhalte – ohne nachvollziehbare Begründung. Die Möglichkeit, mich in eine Anwesenheitsliste einzutragen, wurde mir auch nicht gegeben. Es wurde als „große Gnade“ hingestellt, dass ich mich an den Rand an einen Katzentisch setzen durfte. (Zur Information: Ich bin seit April 2013 bestätigtes Mitglied der AfD mit Mitgliedsausweis und habe meinen Mitgliedsbeitrag gezahlt.) Die Verweigerung des Stimmrechts war satzungswidrig, undemokratisch und verstößt gegen das Parteiengesetz. Ich konnte dann feststellen, dass lediglich ca. 30 – 40 Personen Stimmkarten hatten; ca. 20 – 30 Personen ging es offenbar ebenso wie mir, d.h. sie saßen am Rande und durften nicht an Abstimmungen teilnehmen.

Es lief gerade eine Diskussion, ob man die Änderungsanträge behandeln sollte. Zaghaften Anmerkungen, dass nach dem Parteiengesetz jedes Mitglied Anspruch auf Behandlung seiner Anträge habe, hielten schon merklich angetrunkene Pöbler entgegen, man wolle jetzt endlich zum Postenverteilen kommen – überflüssige Diskussionen über eine demokratische Verbandsstruktur seien nur lästige Zeitverschwendung. Dies entsprach der Mehrheitsmeinung der Abstimmungsberechtigten, und so wurde der Satzungsentwurf der Gründungskommission ohne weitere Diskussion „beschlossen“.

Während dessen liefen (Ex?-)Funktionäre der Partei „Die Freiheit“ – die alle Stimmkarten hatten – grinsend und triumphierend durch die Bankreihen und gaben ihren „Schäfchen“ offenbar Anweisungen zum Abstimmungsverhalten. Herr Wurlitzer hatte es sogar ins Tagungspräsidium geschafft. Ganz offenkundig kontrollieren (Ex-)Mitglieder der rechtsradikalen Splitterpartei „Die Freiheit“ mittlerweile auch den Kreisverband in Dresden.

Es fiel übrigens auf, dass fast nur Männer anwesend waren – ich schätze einmal, ca. 95%. Woran liegt es nur, dass die AfD als Partei so überhaupt keine Anziehungskraft auf Frauen hat? Ich kam mir fast vor wie auf einem Burschenschaftskonvent, zu dem keine Frauem zugelassen sind.

Die „Wahlen“ zum Kreisvorstand habe ich mir dann nicht mehr angetan.

Ein unter solchen Bedingungen „gewählter“ Vorstand hat keine demokratische Legitimation. Die „Gründung“ erinnert an die Vorgänge beim LV Brandenburg. Es scheint mittlerweile in der AfD Schule zu machen, dass nur noch handverlesene Mitglieder, die in Wahlabsprachen eingebunden sind, an Wahlen teilnehmen dürfen. So behält man die Kontrolle über die Partei und verhindert eine Verselbständigung der Untergliederungen. Da es sich nicht um Einzelfälle handelt, muss man dahinter ein abgestimmtes Verhalten vermuten, das möglicherweise vom Bundesvorstand (?) initiiert ist.

Was soll ich jetzt machen?

Was bringt es, wenn auf eine Wahlanfechtung vielleicht in drei Jahren ein Gericht in letzter Instanz feststellt, dass die Verfahrensweise rechtswidrig war? In der Zwischenzeit sind bereits vollendete Tatsachen geschaffen worden.

Als kleiner Trost bleibt mir zumindest, dass die Macht-Usurpatoren in der AfD mit ihrem Vorgehen keinen Erfolg bei allgemeinen Wahlen haben werden. Mitglieder und Wähler, denen es um Inhalte geht, wenden sich angewidert von solchen Zuständen ab. Übrig bleibt ein von Inhalten völlig entleerter Torso.

Autor: Carsten Neumann