Alternative Diktatur – Werden Sie Führer! I. Parteigründung

Wie könnte eine zukünftige, moderne Diktatur in Deutschland aussehen? Eine Anleitung zur Parteigründung. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen und Parteien sind zufällig.

„Es muss demokratisch aussehen,
aber wir müssen alles in der Hand haben.“
– Walter Ulbricht, Staatsratsvorsitzender der DDR –

Marktorientierte Parteiplanung

Planen Sie ihre neue Partei wie ein Produkt. In einem Umfeld mit vielen etablierten Parteien benötigen Sie eine Nische, die von den aktuellen Parteien nicht bedient wird. Sammeln Sie dazu das Strandgut an Wählern und Parteigängern der Kleinparteien und an enttäuschten Mitgliedern und Wählern großer Parteien ein und bündeln Sie es in einer neuen Partei.

Beginnen Sie mit einer Wähleranalyse:

  • Wahlergebnis der Kleinparteien:
    Welche Kleinparteien sind einigermaßen erfolgreich?
    Warum wurden diese Parteien gewählt?
    Dies gibt Hinweise darauf, welche Produkteigenschaften einer Partei bei den Kunden (=Wählern) ankommen. Die Produkteigenschaften einer Partei beziehen sich nicht nur auf die Themen und Programmpunkte. Achten Sie auch auf das „Drumherum“!
  •  Nichtwähler: Warum gehen Wähler nicht mehr zur Wahl? Werten Sie dazu Umfrageergebnisse aus.

Eine Partei ist ein komplexes Produkt, mit vielen Eigenschaften und Abhängigkeiten. Mit den Methoden der kundenorientierten Produktplanung (z.B. Quality Function Deployment) können Sie systematisch die Produkteigenschaften (z.B. Themen, Lebensgefühl, Organisationsform ,…) der neuen Partei planen. Die neu geplante Partei sollte exakt die Produkteigenschaften haben, um erfolgreich das politische Strandgut der Kleinparteien (Wähler & Mitglieder) und der von den Altparteien Enttäuschten einzusammeln.

Programm-Populismus für die Nische

Mit der marktorientierten Produktplanung lassen sich systematisch die Produktfeatures/ Programminhalte für das Parteiprogramm ableiten: besonders erfolgreiche Programminhalte der übrigen Kleinparteien kommen ins Programm. Zueinander konträre Positionen der Kleinparteien werden weg gelassen – man schließt diese Themen bewusst aus und vertagt die Diskussion in eine „Programmkommission“. Schließlich sollen die Parteigänger geeint werden – und sich nicht etwa durch spaltende Themen zerstreiten.

Setzen Sie bewusst auf populäre Themen der Gegenwart, 2013 sind das die Euro-Krise, der teure Strom, vielleicht noch ein bisschen NSA-Überwachung und der Evergreen Einwanderung. Halten Sie das Parteiprogramm möglichst allgemein und sprechen Sie von „Pragmatismus“ und „gesundem Menschenverstand“.

Ergebnis: Ein Parteiprogramm, das attraktiv ist für die Parteigänger der Kleinparteien und die Frustrierten der Altparteien – selbst wenn sie aus politisch unterschiedlichen Richtungen kommen.

Vorbereitungsorganisation

Gründen Sie eine Vorbereitungsorganisation – möglichst als gemeinnützigen Verein. Über diesen Verein können Sie Networking betreiben und das treu ergebene Führungspersonal für die Parteigründung identifizieren. Für den Bund benötigen Sie sehr gut qualifiziertes und pressetaugliches Führungspersonal: Eine Powerfrau sollte dabei sein, ein Geisteswissenschaftler, gerne auch Unternehmer und Medienleute. Sie sollten um sich herum aber keine Konkurrenten hochzüchten. Nehmen Sie lieber einen Unternehmensgründer, der kurz vor der Pleite ist und auf Geld angewiesen ist. Für fachliche Positionen setzen Sie fachlich exzellente, verkopfte Kandidaten, die Arbeitsbienen ein – nicht die Rhetoriker.

Für die Gründung der Landesverbände benötigen Sie treu ergebene „Landesbeauftragte“ – das mittlere Management. Auch die große Masse an Mitläufern ist wichtig, am besten Sie haben bereits einige tausend Mitläufer zum Zeitpunkt der Parteigründung. Führen Sie Personendossiers, kategorisieren Sie Personen für mögliche Aufgaben, sammeln Sie auch persönliche Stärken und Schwächen und – kompromittierendes Material. Treten Sie nicht selbst als Führungskraft dieser Vorbereitungsorganisation auf – sie benötigen einen „neutralen Dritten“, der ihnen mit einer Kampagne den Weg bereitet. Suchen Sie sich einflussreiche Finanziers. Es gibt sicher jemanden, der ein Interesse an den Positionen hat, welche die Partei vertritt. Dort gibt es das Geld.

Gründung kurz vor Wahlen

Die Parteigründung sollte etwa 6-9 Monate vor der Bundestagswahl erfolgen. Damit haben Sie den Reiz des Neuen auf Ihrer Seite. Die Medien haben gar keine Zeit für fundierte Kritik und Analyse – Kritik tun Sie ab als „Zersetzungskampagne“ der Systempresse oder des Staatsfunks der „Block-Parteien“ CDUSPDFDPGrüne.

Der künstlich erzeugte Zeitdruck richtet den Focus auf die Bundestagswahl. Der Partei-Führer kann stets argumentieren, dass für Diskussionen jedweder Art keine Zeit ist. Oppositionelle innerhalb der Partei können als „Querulanten“ diffamiert werden, welche die Bundestagswahl torpedieren möchten. Mit dem Zeitdruck lässt sich auch das populistische Parteiprogramm beschließen und gegen Änderungen absichern (z.B. laut Satzung nur mit 75% Mehrheit änderbar). Jede Diskussion über politische Inhalte kann so abgewürgt werden. Die Programmdiskussion vertagen Sie am Besten in eine Programmkommission bestehend aus ein paar untauglichen Claqueuren. Die bewusst schlecht organisierte Programmkommission tagt zwar, wird aber nie ein Ergebnis liefern.

Errichtung der innerparteilichen Diktatur

„Gründungsparteitag“ in Berlin: Natürlich haben Sie die Partei schon mit einer kleinen Seilschaft gegründet. Sie kommunizieren per Email ein paar Neuigkeiten über die Partei im Aufbau und über die Männer der ersten Stunde – und halten die Spannung aufrecht. Wenige Monate später sollten Sie einen „Gründungsparteitag“ in Berlin abhalten. Auf dieser Massenveranstaltung sollten Sie das populistische Programm und die diktatorische Satzung beschließen. Orchestrieren Sie die Veranstaltung gut und bedienen Sie das Wir-Gefühl der neuen Parteimitglieder.

Gründung der Landesverbände: Ernennen Sie „Landesbeauftragte“ aus dem Pool des mittleren Managements (siehe Vorbereitungsorganisation). Die Landesbeauftragten halten die Gründungsversammlungen so ab, dass nur die eigene Seilschaft anreist – um aus ihrer Mitte linientreue Kandidaten in den Vorstand zu wählen:

  • Termine werden so gelegt, dass fast niemand teilnehmen kann – entweder Werktags oder an wichtigen Feiertagen wie dem Ostersonntag
  • Laden Sie kurzfristig ein – am besten nur 5 Tage vorher
  • Vergessen Sie Mitglieder einzuladen. Begründen Sie dies mit dem Chaos der Parteigründung, man solle Verständnis haben, man mache all dies neben dem Beruf ehrenamtlich.
  • Der Veranstaltungsort sollte möglichst schlecht erreichbar sein.
  • Sperren Sie die Öffentlichkeit und Presse aus

So ist sicher gestellt, dass die eigene Seilschaft und Ihre Claqueure während der Gründungsversammlung in der Mehrheit sind und dass Ihre Getreuen in den Vorstand gewählt werden.

Gleichschaltung der Untergliederungen:

Mit der Gründung der Bezirks- und Kreisverbände wird ein System der gegenseitigen Abhängigkeit geschaffen. Die Landesvorstände suchen sich unterwürfige und treu ergebende Kandidaten, die den Landesvorstand als zukünftige Landesparteitags-Delegierte wieder wählen. So sichern sie sich auch die besten Listenplätze für die Bundestagswahl. Diese Mitläufer werden dann zu Gründungsbeauftragten der Untergliederungen ernannt. Im Gegenzug wird der Landesvorstand bei den Bezirks- und Kreisverbandsgründungen erscheinen und für die selektierten, linientreuen Kandidaten Werbung machen. Gesucht sind echte Mitläuferpersönlichkeiten, verkrachte Existenzen (Arbeitslose, bankrotte Kleinunternehmer etc.), die ihr Ego mit einem kleinen Posten aufpolieren wollen und auf ein Landtagsmandat als finanziellen Ausweg hoffen. Der Landesvorstand verspricht den Vorständen der Untergliederungen aussichtsreiche Listenplätze für die Landtagswahl.

Weitere Methoden der Gleichschaltung:

  • Ihre Finanzordnung gesteht den Untergliederungen nur sehr wenig Geld
  • Eigenwerbung und Propaganda über Webseite und Newsletter, parallel dazu enthalten Sie ihren Mitgliedern alle wichtigen Informationen vor, nur ausgewählte Günstlinge erhalten größere Informationshäppchen
  • Der Landesverband lässt sich mit der Bestätigung missliebiger Kreisverbände Zeit, diese befinden sich im rechtlichen Status „in Gründung“, können kaum agieren. In den neuen Bundesländern gründen Sie Kreisverbände erst nach den Bundestagswahlen und säubern bis dahin die Landesverbände von kritischen und demokratischen Mitgliedern.
  • Zentralisierung möglichst vieler Funktionen und Kompetenzen
  • Der Landesvorstand hat das Kommunikationsmonopol zu hüten – Kommunikation hat nur von oben nach unten zu erfolgen! Die Kontaktaufnahme und Kommunikation unter Mitgliedern ist zu verhindern, bis alle Fakten geschaffen wurden. Zu diesem Zwecke haben Mitgliederlisten und Emailadressen nur in den Händen einiger weniger zu sein.
  • Installieren Sie einen innerparteilichen Geheimdienst, um jederzeit über Abweichler informiert zu sein.

Wahlmanipulation

Sorgen Sie dafür das die innerparteilichen Wahlen so ausgehen, wie Sie das möchten:

  • Parteiische Versammlungsleitung: Die Kontrolle über Versammlungen und Parteitage muss unbedingt in Ihren Händen sein. In den Untergliederungen übernehmen die Landesvorstände die Versammlungsleitung. Auf Bundes- und Landesparteitagen selektieren Sie die Versammlungsleiter. Eine bewährte Methode ist der Einsatz von Bundes-, Landesvorständen und Gründungsbeauftragten anderer Landesverbände. Der Versammlungleiter wird die Versammlung in Ihrem Sinne leiten, Werbung für Sie betreiben, vermeintliche Gegner unterbrechen und nicht zu Wort kommen lassen, das Publikum manipulieren und notfalls auch einen Versammlungsabbruch herbeiführen. Sollte die Lage in einem Landesverband explosiv sein, erscheint der Parteiführer höchstpersönlich und leitet die Versammlung.
  • Diskreditierung der Mitbewerber und Kritiker – Bei Wahlen werden die Abweichler systematisch diskreditiert, ob mit Wahrheit oder Unwahrheit spielt dabei keine Rolle. Bringen Sie Gerüchte schon im Vorlauf der Versammlungen in Umlauf. Bei der Vorstellung werden mißliebige Kandidaten in ihrem Redefluss unterbrochen, bei der Fragerunde werden diskreditierende Fragen gestellt wie z.B. Sind Sie bei Scientology? Waren Sie nicht bei der linken WASG? Haben Sie als Unternehmer/Uniprofessor überhaupt Zeit für Ihr Amt? Irgend etwas findet sich immer. Haben Sie keine Scheu vor der Lüge. Die Kandidaten haben kaum eine Chance dies kurzfristig zu entkräften – meisten reicht es dann für den linientreuen Kandidaten.
  • Späte Kandidatenvorstellung: Absolut unterbunden werden muss die frühzeitige Vorstellung guter Kandidaten. Universitätsprofessoren, erfolgreiche Unternehmer, Menschen mit einer guten Vita sollten möglichst spät die Gelegenheit bekommen, sich vorzustellen. Gewählt werden dann diejenigen, die bereits in der Partei bekannt sind.
  • Nur die linientreuen Kandidaten sollen sich bekannt machen – nicht als Kandidaten, sondern versteckt in irgendeiner Kommunikation (Briefwechsel, Initiativen etc.). Landesvorstand und Gründungsbeauftragte nutzen ihr Monopol auf die Mitgliederlisten und Emailadressen zur Eigenwerbung und Propaganda der gewünschten Kandidaten.
  • Blocklisten bei Aufstellungsversammlungen (Wahllisten): Bei der Aufstellung der Landtags- /Bundestagskandidaten ist die beste Methode zur Förderung linientreuer Kandidaten die Bildung von Blocklisten. Bei Blocklisten stehen jeweils mehrere Kandidaten auf einer Liste und man kann nur die ganze Liste wählen – und nicht einzelne Kandidaten. Begründet wird die Blockliste mit dem Zeitdruck, man hätte für das normale Verfahren keine Zeit, die Listenplätze einzeln mit Mehrheit zu wählen. Die aussichtsreichsten Listenplätze kann sich so der Landesvorstand absichern, die Blockliste mit den bekannten Personen aus den Reihen des Landesvorstands wird sicher gewählt. Gut geeignete Kandidaten (Universitätsprofessoren, erfolgreich Unternehmer etc.) werden stets mit Unbekannten oder Versagern zusammen auf einer Liste gruppiert – und haben so keine Chance.
  • Wahl-/Versammlungsabbruch: Sollten etwa doch missliebige Kandidaten gewählt werden, ist die ultima ratio der Wahlabbruch. Suchen Sie zum Beispiel nach herumliegenden Stimmzetteln der Mitglieder, welche die Veranstaltung verlassen haben bzw. halten Sie einige Stimmzettel bereit, notfalls die eigenen. Erklären Sie dann die Wahl für ungültig. Auch Ihre linientreue Versammlungsleitung kann Versammlungsabbrüche initiieren.

Zersetzung Oppositioneller

Kommunikation abschneiden: Schneiden Sie Oppositionelle systematisch von der Kommunikation ab. Oppositionelle und Kritiker werden aus den Mailverteilern genommen. Die Ausrede ist stets: die Partei ist im Aufbau, die Leute machen es ehrenamtlich – und machen unter dem Zeitdruck Fehler.

Systematischer Rufmord: Verbreiten Sie unter ihren Günstlingen und Claqueuren und im Parteivolk Gerüchte und Unwahrheiten über Oppositionelle. Machen Sie Ihre Gegner vogelfrei. Sie werden erstaunt sein, wie schnell Ihre Kritiker und vermeintlichen Konkurrenten erledigt sind und desillusioniert aus der Partei austreten.

Parteiausschlussverfahren gegen gefährliche Kritiker und Konkurrenten: Oppositionelle, die an Adresslisten gekommen sind und zum Beispiel Anträge an Parteikollegen verschicken – werden wegen des Verstoßes gegen das Bundesdatenschutzgesetzes unter Druck gesetzt: man fordert die Herausgabe des Verteilers und droht mit Parteiausschlussverfahren. Das linientreu gewählte Schiedsgericht der Partei wird entsprechend entscheiden. Bombadieren Sie Kritiker auch mit Ordnungsmaßnahmen.

Einschüchterung nach dem Verlassen der Partei: Mancher Parteigänger hat von seinem Arbeitsplatz eine Email verschickt. Diesen Parteigängern wird angedroht, beim Arbeitgeber angeschwärzt zu werden. Derart eingeschüchterte offenbaren sich nicht der Presse.

Medienberichterstattung

Verschwörungstheorie: Setzen Sie konsequent auf eine Verschwörungstheorie der etablierten Parteien CDUSPDFDPGrüne. Sprechen Sie z.B. von den Euro-Blockparteien und von den gleichgeschalteten Medien, der Systempresse.

Opferkult: Die Partei sollte sich stets als Opfer darstellen. Erwecken Sie den Eindruck, dass Ihre Parteigänger verfolgt werden – durch Schmutzkampagnen, durch gewalttätige Gegner. Wenn der politische Gegner die Partei ignoriert, dann muss eben nachgeholfen werden, z.B. durch zwei maskierte Störer auf einer Veranstaltung.

Klagewelle gegen Kritiker: Verklagen Sie kritische Journalisten und Verlage. Es ist unwichtig, dass es kaum Rechtsgrundlagen dafür gibt – Prozesse schüchtern ein. Ferner neigen Richter und Anwälte zum Vergleich. Damit bleiben Journalisten und Verlage immer auf einem Teil der Kosten sitzen – und sie werden zukünftig vorsichtiger, zurückhaltender schreiben.

Plündern Sie das Volk, finden Sie Sündenböcke!

Nutzen Sie den Idealismus und die Begeisterung Ihrer Mitglieder zum Eintreiben von Geld- und Sachspenden für die Partei.

Nach der Machtergreifung wird richtig abkassiert, auch durch die Finanziers. Beispielsweise könnte ein hypothetisches Adelsgeschlecht einen Verein gegründet haben, um die neue Partei zu stützen und um Reparationsansprüche für enteignete Ostgebiete anzumelden. Die Rückgabe/Entschädigung der Ost-Latifundien wird aber nicht umsonst geschehen. Der Steuerzahler wird dafür bluten müssen. Das Volk wird jammern, suchen Sie sich daher rechtzeitig geeignete Sündenböcke. Sündenböcke haben den Vorteil bestraft werden zu können und lenken von Problemen ab – eine weitere potentielle Einnahmequelle!

An dieser Stelle schließen wir mit den Worten von Pinky and the Brain:

Pinky: „Hey Brain! Was wollen wir denn heute Abend machen?“
Brain: „Genau das selbe wie jeden Abend, Pinky.
Wir versuchen, die Weltherrschaft an uns zu reißen!“

Landesparteitag in Niedersachsen – auch Deutschlands bekanntester Fahnenschwenker tritt an

Außerordentlicher Landesparteitag der AfD Niedersachsen am 23.11.2013

Hoffnungsvoll gründete sich die AfD Niedersachsen am 1. Mai dieses Jahres und wählte den ersten Landesvorstand. Trotz der teuren Anschaffung eines Feuerwehrwagens für den Wahlkampf und anderer orgiastischer Ausgaben, war die anfängliche Euphorie schnell verflogen. Innerhalb kürzester Zeit zerstritt sich der niedersächsische Landesvorstand um den langzeitarbeitslosen Spitzenkandidaten und Modelleisenbahn-Fan Ulrich Abramowski bis zur Handlungsunfähigkeit. Holger Faustmann, der stellvertretende Landesvorsitzende, warf schnell das Handtuch und trat aus „persönlichen Gründen“ aus dem Vorstand zurück und aus der Partei aus. Während sich die einfachen Mitglieder frohgemut im Wahlkampf und als Spenden-Melkkühe aufopferten, erheiterte selbst der Besuch manch weiblicher Vorstandskollegen aus anderen Bundesländern, deren Kurzreisen der Landesschatzmeister Bodo Suhren selbstverständlich zu erstatten hatte, die Vorstandsgemüter nur kurzfristig. Immerhin versäumten es die weitblickenden Gründungsdilettanten, Rechnungsprüfer zu wählen, um die Stimmung im Vorstand nicht noch weiter zu dämpfen.

Werden die niedersächsischen Brandherde gelöscht?

Werden die niedersächsischen Brandherde gelöscht?

Der Alternative Newsletter erhielt zahlreiche Verzweiflungsemails niedersächsischer Parteifreunde. „Mir reicht es nun in/mit dieser Partei AfD, die für mich persönlich mittlerweile keine Alternative mehr ist und sich offensichtlich von Anfang an (schon über die WA 2013) und dann sehr schnell weiter, leider zu einem Sammelbecken zu vieler illustrer, dubioser Figuren, die ich z.T. persönlich (u. a, schon in Berlin ) kennen gelernt habe (Glücksritter, gescheiterte Existenzen, Emporkömmlinge, Geschäftemacher und Dilettanten), auf allen Ebenen entwickelt hat und die anfängliche Gründungseuphorie nachweislich durch peinliches, nicht mehr akzeptables “Hauen und Stechen” verdrängt und abgelöst wurde.“ schrieb ein Niedersachse im August. Weiter in einem Austrittsschreiben: „Deutschtümelnde rechte Nationalisten, nicht nur im niedersächsischen Landesverband, gegen die gar nicht oder nur halbherzig vorgegangen wird (z.B.in Göttingen auch noch gewählt) wobei diese Probleme sogar vom kooptierten AfD-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Ullrich, ebenfalls aus Göttingen, unverständlicherweise negiert werden. Die in vielen Fällen von Anfang an und nicht nur von mir vermutete, viel zu laxe oder so gut wie nicht stattgefundene Neumitglieder-Überprüfung in vielen Landesverbänden zeigt nun anscheinend seine ganze negative Wirkung in der AfD-Mitgliedschaft.“

Am kommenden Samstag ist es soweit. Wird es den Niedersachsen gelingen, einen Landesvorstand zu wählen, der die AfD Niedersachsen nicht weiter paralysiert und herabwirtschaftet, sondern der dem Namen „Alternative für Deutschland“ gerecht wird?

Ulrich Abramowski konnte sich keinen persönlichen Eurorettungsschirm sichern, da die AfD den Einzug in den Bundestag knapp verpasste. Er ist chancenlos in der bundesweiten Kungelei um aussichtsreiche Listenplätze für die Europawahlen und wohl auch nicht weiter tragbar. So wird er nicht mehr zur Wahl als Landesvorsitzender zur Verfügung stehen und sich nach einer anderen Einnahmequelle umsehen. Andere Landesvorstände treten wieder an, darunter auch Nachwuchshoffnungen wie der 73-jährige Scheinadelige Wilhelm von Gottberg, der zum „inner circle“ der Kreuzritterin Beatrix von Storch zählt und die Grenzen Ostpreußens als nicht endgültig sieht. (siehe Alternativer Newsletter vom 20.11.2013). Rege Zustimmung und Unterstützung erhält er durch überzeugte Monarchisten in der AfD, wie etwa dem Ehepaar Volta, welches sich das alte, deutsche Kaiserreich zurückwünscht: http://www.volta.de/html/frame-m.htm . Kerstin Volta bewirbt sich für den stellvertretenden Landesvorsitz, ersatzweise aber notfalls auch als Beisitzerin. Ihre politischen Schwerpunkte sieht sie in der Bildung und in der Erhaltung der deutschen Kultur und Sprache, die nach ihrer Einschätzung dem Untergang geweiht sind. Fremdsprachen hält sie allerdings im Land des Export-Vizeweltmeisters, das kürzlich einen neuen Rekord in der Handelsbilanz erreichte, nicht als Teil der Bildung. Die Deutschen sollten sie „nur auf freiwilliger Basis beherrschen.“ Wenn Deutschland endlich wieder Kaiserreich sein wird und die von Gottbergs und von Storchs ihre Güter zurückerhalten werden, dann werden die Scheinadeligen unter dem Motto „nur noch Deutsche aufs Feld“ sicherlich ausreichend Arbeitsplätze für ihre Untertanen, Mägde und Knechte schaffen, um die bisherige Ausfuhr unserer Spitzentechnologie mit Leichtigkeit kompensieren zu können.

Um den Landesvorsitz bewirbt sich unter anderem Paul-Armin Hampel, der schon seit längerem am Tropf der AfD Niedersachsen hängt. Quellen kolpoltieren, es seien größere Summen für eine AfD-Vortragsreihe des früheren ARD-Mannes ausgegeben worden. Nachdem diese Honorare versiegten, vermietet Hampel mittlerweile sein selbst bewohntes Forsthaus für 95 € pro Übernachtung. Da möchte man dann schon ins Europaparlament, sonst hat die junge Frau bald keine Lust mehr. Auch Dieter Baltes, der stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbandes Ems-Weser ist ein Kandidat bester Güte. Seit 2009 ist er arbeitslos. Anscheinend ist er zu gut, um eingestellt zu werden, da sich dann keiner mehr seines Postens sicher sein kann. Glücklicherweise arbeitet seine Freundin und ihr Wohnhaus gehört ihren Eltern. Selbstverständlich kandidieren auch ehemalige Mitglieder der rechten Splitterpartei DIE FREIHEIT. So rechnet sich die Krankenpflegerin Alexandra Kriesinger gute Chancen auf den Posten der Beisitzerin aus. Trotz ihrer parallelen Mitgliedschaft in der FREIHEIT, war sie Kreiskoordinatorin in Hildesheim und ist mittlerweile Kreisvorsitzende, nachdem sie den bisherigen Vorsitzenden loswurde. Endlich kann auch ihr Ehemann Ralf Kriesinger, der ehemalige Pressesprecher der FREIHEIT in Niedersachsen („Deutschland: Geberland, abgebrannt und überrannt.“), aufrücken. Am ersten Parteitag der AfD Niedersachsen war er ja bereits als Mitglied der Zählkommission mit an Bord, als gleichzeitiges Mitglied der FREIHEIT. Nur zur Erinnerung: Laut § 2 der Bundessatzung der AfD ist die gleichzeitige Mitgliedschaft in der AfD und in einer konkurrierenden Partei grundsätzlich ausgeschlossen. Mit Freude ignoriert die AfD-Führung bei Mitgliedern rechter Splitterparteien sämtliche Satzungverstöße.

Ex-Mitglied des Arbeitskreises der Russlanddeutschen in der NPD Kandidat für den Landesvorstand der AfD Niedersachsen Sein Programm: „ICH BIN DIE ECHTE ALTERNATIVE“

Viktor Kasper
Ex-Mitglied des Arbeitskreises der Russlanddeutschen in der NPD
Kandidat für den Landesvorstand der AfD Niedersachsen
Sein Programm: „ICH BIN DIE ECHTE ALTERNATIVE“

Während AfD-weit demokratische und fähige Mitglieder erfolgreich an ihrem aktiven und passiven Wahlrecht auf Parteitagen gehindert und aus der Partei beseitigt und gemobbt werden, auch mit Hilfe der bei Länder- und Provinzfürsten immer beliebteren Methode des Parteiausschlussverfahrens, freuen sich die niedersächsischen Parteimitglieder bereits auf den morgigen Auftritt eines altbekannten NPD-Publikumslieblings. Der 64-jährige Russlanddeutsche Viktor Kasper sorgte mit seiner Fahnen schwenkenden Performance auf dem Gründungsparteitag in Berlin für bundesweites Aufsehen und Berichterstattung (siehe z.B. Bild am 20.04.2013). Bei seinem Eintritt gab er als Parteizugehörigkeiten nur die rechtspopulistische Schill-Partei an, allerdings war er im 2008 gegründeten „Arbeitskreis der Russlanddeutschen in der NPD“ federführend aktiv, zeigte sich auf zahlreichen NPD-Veranstaltungen und meldete 2009 in der Nähe Göttingens eine Veranstaltung an, die die Behörden wegen der Nähe zu rechtsextremen Kreisen untersagten.

Weil die AfD Niedersachsen den „Braunen Kasper“ gerne loswerden wollte, verwehrte der Landesvorstand Kasper den Zutritt zum Gründungsparteitag der AfD Niedersachsen am 01.05.13. Mit dem Ergebnis, dass die Listenaufstellung zur Bundestagswahl drei Wochen später wiederholt werden musste, da sich der Ausschluss Viktor Kaspers als unrechtmäßig herausstellte. Er kandidierte schließlich zur Aufstellung der Bundestagsliste. Seitdem versuchen die Niedersachsen, den Kasper loszuwerden und strengten ein Parteiausschlussverfahren an, das nun ausging, wie das berüchtigte Hornberger Schießen: Erfolglos! Landes- und Bundesschiedsgericht kamen sich in die Quere, die beteiligten Juristen stritten sich um Verfahrensfragen und am Ende der unendlichen Geschichte wird Viktor Kasper morgen für den Landesvorstand kandidieren. Sein Programm: „ICH BIN DIE ECHTE ALTERNATIVE.“

Es fehlt eigentlich nur noch, dass der „Braune Kasper“ gewählt wird.

Beatrix von Storchs Adelsbande: Blaues Blut und Braune Brut

Die blaublütigen „Schläfer“ in der AfD

In der AfD gilt Beatrix v. Storch, geb. Herzogin v. Oldenburg, als prominenteste Vertreterin ihres Standes. Sie brachte es zu relativem, indes zweifelhaftem Ruhm. In Berlin kandidierte sie auf dem hoffnungsvollen Platz 2 der Bundestagsliste. Sie gilt als AfD-Thinktank mit einem ebenso umfassenden wie undurchsichtigen Netzwerk. Ihre Vereine, Publikationen und Internetblogs bedienen vor allem die ultrakonservative, fundamental-christliche, nationalistische und „adelige“ Klientel. Eine Abgrenzung zum Faschistoiden gelingt nur schwer. Eckpunkte sind dabei Schwulenhass, Ausländerhass, Gottesfurcht (natürlich nur im christlichen Sinne), anachronistisches Familienbild (Frau als Gebärmaschine) und vor allem Republikhass. Der Eliten-Staat soll es richten: „Adelige“, Wirtschaftsbosse, Wissenschaftler. Politische Teilhabe soll getarnt werden durch Plebiszite, welche die Vorgaben der Obrigkeit nur noch abzusegnen bräuchten bei gleichzeitiger Beschneidung der repräsentativen Demokratie (Kastration des Parlaments).

AfD-Chef Bernd Lucke-Bismarck lässt Beatrix v. Storch weitgehend autonom agieren, wohl in der Hoffnung, deren Netzwerk könne ihm zum Wohle gereichen. Er selbst verachtet echte Mitbestimmung (siehe Procedere zum 10-Thesen-Anti-Islam-Papier). Dafür nimmt er auch in Kauf, dass etwa 90% des sog. Adels das Regime von Adolf Hitler unterstützt hatte und damit ihren Stand auf Dauer diskreditierten (siehe auch FAZ 28.03.2007: „Blaues Blut und braune Brut“) – trotz der wenigen Helden, z.B. um Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Henning von Treschow und Peter York Graf von Wartenburg.

Bernd Lucke – Bismarck plädiert für eine Eliten-Herrschaft, das Adelsnetzwerk dient als Basis zur AfD-Diktatur

Bernd Lucke – Bismarck
plädiert für eine Eliten-Herrschaft, das Adelsnetzwerk dient als Basis zur AfD-Diktatur

Von den ca. 60.000 sog. Adeligen in Deutschland tummeln sich überproportional viele „vons“ in der AfD. Schaut man genau hin, so besetzen sie häufig Schlüsselpositionen nach der Devise „in der Masse unbemerkt“. Wir schauen indes noch genauer hin und – erkennen Strukturen eines Adelsnetzwerks, das nicht nur ein Revival der Bismarck’schen Politik fordert (Frankfurter Rundschau 11.09.2013: „Mehr Bismarck wagen“). Vielmehr zielen diese blaublütigen „Schläfer“ auf den Umsturz unserer Republik.

Adel – existiert dieser überhaupt?

Mit der Einführung der Weimarer Reichsverfassung (WeimRV) im Jahre 1919 wurde die Monarchie und der Adel als Stand abgeschafft. Deutschland wurde erstmalig zu einer Republik. Gem. Art. 109 Abs. 3 WeimRV gelten frühere Adelszeichen, seien diese tituliert oder untituliert, nur noch als gewöhnliche Bestandteile des Familiennamens. Aus „Graf Johannes Koks von der Gasanstalt“ wurde „Johannes Graf Koks von der Gasanstalt“, wobei juristisch die Namensbestandteile nur noch willkürliche Buchstabenkombinationen darstellen ohne jegliche Bedeutung (Reichsgericht am 27.11.1924, RGZ 109, 243, 253 (1925) = StAZ 1925, 250). Das Grundgesetz übernahm diese Anordnung als Bundesgesetz (Art. 123 Abs. 1 GG, BVerwGE 23, 344, 345). Darüber hinaus verbietet Art. 3 GG die Unterscheidung zwischen „bürgerlichen“ und „adeligen“ Namen. Es existieren nur noch „gesetzliche Namen“ bestehend aus irgendwelchen Silben ohne Bedeutung.

Wilhelm II. (1859 – 1941) Deutscher Kaiser 1888 – 1918, AfD-Vorbild

Wilhelm II. (1859 – 1941)
Deutscher Kaiser 1888 – 1918, AfD-Vorbild

Obgleich das Kaiserreich mit Wilhelm II. vor 94 Jahren verschwand, sprechen Medien (vor allem die Boulevardpresse) und Bevölkerung, mitunter sogar Ämter und Behörden noch heute vom „Adel“ in Deutschland, als ob niemals die Weimarer Reichsverfassung oder das Bonner Grundgesetz eingeführt worden seien. Indes, der Adel ist 1919 untergegangen! Die Republik kennt infolgedessen nur „ehemalige Adelige“ oder „frühere Adelige“, wobei sich dies auch nur auf die vor 1919 geborene Generation beziehen kann. Der nach 1919 geborene „VON“ stellt in einer Republik nur noch einen „Schein-Adeligen“ dar, denn er war nie adelig. Er wurde in der Republik geboren (vgl. DIE PRESSE 29.09.2012). Streng betrachtet, existieren in Deutschland heute nur noch Schein-Adelige, niemals „ehemalige Adelige“ (außer die vor 1919 geborene Generation, sofern nicht inzwischen verstorben). In der Bundesrepublik leben z.Z. etwa 60.000 Schein-Adelige.

Sebastian-Johannes Prinz v. Spoenla-Metternich ist selbst dieser Edelkaste entsprungen. Er kritisiert vor allem die sog. Deutschen Adelsverbände, die ihre „Reservatrechte“ unzulässig verteidigten. Mit subtiler und hartnäckiger Lobbyarbeit sorgten die ehemaligen Adeligen dafür, dass niemand in Deutschland die Abschaffung der Monarchie wirklich bemerkt habe. Spoenla-Metternich weiss auch warum: „Bei einer eventuellen Änderung der Staatsform sollen die alten Machtstrukturen sofort wieder erkennbar sein“ (DER SPIEGEL 10.05.1999). Ziel des sog. deutschen Adels sei nach wie vor das staatspolitische „come-back“, sagt auch S. Prinz von Schoenaich-Carolath als Präsident der Vereinigung der Deutschen Adelsverbände während einer Adelstagung am 30.09.1994 in Dresden (Deutsches Adelsblatt 1994, S. 229, 231) – die „Adeligen als Schläfer“, als Feinde der Republik! Vielleicht wettern die Kaisertreuen um Beatrix von Storch deshalb gerne und oft gegen „islamische Schläfer“, um nicht selbst als Verfassungsfeinde enttarnt zu werden.

Das DEUTSCHE ADELSBLATT als „Mitteilungsblatt der Vereinigung der deutschen Adelsverbände“ meint, der „Deutsche Adelsrechtsausschuss“ (ein selbsternanntes Organ zu Überwachung der „Adelszugehörigkeit“) fungiere dem

Grundverständnis nach stets als Provisorium, vorbehaltlich der späteren Zustimmung eines restituierten Monarchen.“

– „Deutsches Adelsblatt“ Nr. 12 vom 10.12.2002, Seite 316 –

Damit stellen sich die sog. Deutschen Adelsverbände offen gegen das Grundgesetz, denn die Monarchie wurde 1919 abgeschafft. Zu Recht meint das Bundesverfassungsgericht:

Mit In-Kraft-Treten der Weimarer Reichsverfassung vom 11. August 1919 (RGBl S. 1383) und der Verfassung Preußens vom 30. November 1920 (Preußische Gesetzessammlung, S. 543) wurde jeweils die republikanische Staatsform eingeführt. Die Verfassung des Deutschen Reiches vom 16. April 1871 wurde aufgehoben (Art. 178 Abs. 1 WRV). Art. 81 Abs. 1 der preußischen Verfassung hob die Verfassung vom 31. Januar 1850 auf …. Seit dem In-Kraft-Treten des Grundgesetzes steht der Wiedereinführung der Monarchie Art. 20 Abs. 1 GG und Art. 28 Abs. 1 Satz 1 GG entgegen … die Ehe- und Familientraditionen von adeligen Familien (haben) heute keine Bedeutung mehr (vgl. Herzog, Art. 20 Anm. III. Rn. 5-8 in: Maunz-Dürig, Kommentar zum Grundgesetz, Stand September 1980; Stern, Das Staatsrecht der Bundesrepublik Deutschland, Band I, 2. Aufl., 1984, § 17 II. 2.).“

– Bundesverfassungsgericht 1 BvR 2248/01 am 22.03.2004 –

 Die sog. Adelsverbände gehören streng genommen vom Verfassungsschutz beobachtet wg. Verfassungshochverrats. Wünschenswert wäre auch eine „Österreichische Lösung“, wonach sämtliche frühere Adelszeichen auch als Namensbestandteil verboten werden. Doch die Durchlauchten meinen es ernst mit dem „come-back“ monarchischer Strukturen in Deutschland. Beatrix von Storch spielt die Vorreiterin. Hier eine kleine Auswahl des Adels-Netzwerkes in der AfD:

Beatrix von Storch Kopf der AfD-Adelsbande strebt ein „come-back“ des monarchischen Staates an

Beatrix von Storch
Kopf der AfD-Adelsbande
strebt ein „come-back“ des monarchischen Staates an

Beatrix von Storch, geb. Herzogin von Oldenburg

Die Rechtsanwältin in Berlin (*27. Mai 1971 in Lübeck), geb. Herzogin von Oldenburg, steuert mit ihrem Ehemann Sven von Storch mehrere politische Organisationen, die Internetzeitung FreieWelt.net und das Internetportal www.Abgeordneten-Check.de. Sie verfolgt primär marktradikal-rechtspopulistische Positionen und eine christlich-konservative Familienpolitik des Mittelalters. Politische Mitwirkung soll auf deklaratorische Zustimmung reduziert werden, z.B. durch Plebiszite als Absegnung der Politik von Oben. Viele AfD-Mitglieder erkennen diese Hinterlist indes nicht und glauben an Teilhabe am politischen Willensbildungsprozess von unten. Dies ist jedoch im System der Storchs, Luckes, Petrys, Adams, und Gaulands überhaupt nicht vorgesehen (siehe die 10-Anti-Islam-Thesen Bernd Lucke zu Vernebelung des AfD-Einfaltspinsels, der per E-Mail „Hurra“ schreien durfte, sonst nichts).

Die vom Ehepaar Storch geförderte politische Strömung wird auch als deutsche rückwärtsgewandte „Tea-Party“ bezeichnet (siehe Jens Berger in „NachdenkSeiten“ vom 08.09.2011). Beatrix‘ Mutter ist Felicidade Anita Herzogin von Oldenburg, geb. Gräfin Schwerin v. Krosigk, Tochter des NS-Reichsfinanzministers Johann Ludwig (Lutz) Graf Schwerin von Krosigk. Beatrix‘ Vater ist Huno Herzog von Oldenburg. Er unterhält traditionell profunde, weil historisch gewachsene Verbindungen nach Russland. Beatrix von Storch ist u.a. in den Gremien der folgenden Organisationen vertreten:

(Quellen: Websites der genannten Organisationen sowie Abdrucke Vereinsregister vom 28. März 2013 beim Amtsgericht Charlottenburg – Registergericht: Zivile Koalition e. V. VR 24938 B; Amtsgericht Bonn – Registergericht: Der BürgerKonvent e.V. VR 8133; Amtsgericht Charlottenburg – Registergericht: Allianz für den Rechtsstaat e.V. VR 25824 B; Amtsgericht Charlottenburg – Registergericht: Institut für strategische Studien e.V. VR 25931 B)

Beatrix von Storch war Direktkandidatin der AfD für Berlin Mitte und ist Mitglied der marktradikalen Friedrich August von Hayek Gesellschaft, die einen selbsterwählten Eliten-Staat forciert. Den Auftrag der sog. Adelsverbände auf ein staatspolitisches „come-back“ nimmt Beatrix von Storch sehr ernst.

Reichstagssitzung 04.05.1941 links hinter Goebbels (in schwarzer Uniform): Beatrix von Storchs Großvater  Lutz Graf Schwerin von Krosigk, NS-Reichsfinanzminister 1933 - 1945

Reichstagssitzung 04.05.1941
links hinter Goebbels (in schwarzer Uniform): Beatrix von Storchs Großvater
Lutz Graf Schwerin von Krosigk, NS-Reichsfinanzminister 1933 – 1945

Ihre Durchlaucht knüpft seit rund 20 Jahren ein dichtes Netz mit erzkonservativen, christlich-fundamentalen und im Graubereich faschistoider Tendenzen befindlichen Institutionen bzw. Personen. Kern ihrer Forderung war und ist die Rückgabe enteigneter Güter in Ost-Deutschland („Rückgabe von konfisziertem Eigentum auf dem Territorium der SBZ – siehe Storchs Selbstvorstellung unter „DER RECHTSSTAAT.de“).

v.l.n.r.: Antje v. Storch (Beatrix' Schwiegermutter), Sven v. Storch (Beatrix Ehemann), Beatrix v. Storch sowie deren Eltern Felicidade Anita Herzogin v. Oldenburg und Huno Herzog v. Oldenburg

v.l.n.r.: Antje v. Storch (Beatrix‘ Schwiegermutter), Sven v. Storch (Beatrix Ehemann), Beatrix v. Storch sowie deren Eltern Felicidade Anita Herzogin v. Oldenburg und Huno Herzog v. Oldenburg

Wichtige Positionen ihres Netzwerkes vergibt Beatrix von Storch – wie im Hochadel seit Jahrhunderten üblich – am liebsten an die weit verzweigte Verwandtschaft, denn das Band der Familie hält fest: Beatrix‘ Familienbande. Am 15.9.2013 kritisierte die Tageszeitung „Die Welt“ Beatrix von Storch wegen der „Zweckentfremdung von Vereinsgeldern“ des Vereins Zivile Koalition. Wieweit die Kritik zutreffend ist, ist umstritten (DIE WELT 15.09.2013: Das Rätsel um ein Schließfach mit 98.000,– EURO). Mancher Bundesvorständler erkennt die Korrelation zu einer ominösen Rechnung über 104.000,– EURO an die AfD. Diese war im Oktober 2013 eingetroffen für angebliche Dienstleistungen im Zuge der „Geldbombenaktion“ (siehe AN Bericht vom 21.09.2013).

Recherchen ergaben, dass diese obskure Rechnung über 104 TEURO von einer Schein-Firma gestellt wurde (20% des erwirtschafteten Geldsegens), die erst wenige Tage vor der „Geldbombenaktion“ gegründet worden war (danach wieder aufgelöst). Es könnte sein, so ein BuVo-Mitglied, das aus Angst vor den AfD-üblichen Pogromen nicht namentlich genannt werden möchte, dass hier Geld zweckentfremdet aus der AfD abgesaugt wurde.

DIE WELT recherchiert in die gleiche Richtung (siehe WELT INVESTIGATIV vom 17.09.2013). Ein anderes BuVo-Mitglied wörtlich: „Wenn das rauskommt, dann sind Lucke/Petry/Adam erledigt. In der Bundesgeschäftsstelle brennt die Luft“. Dumm nur, dass vor allem AfD-Lemminge an ein monetäres Feuerwerk glauben, anstatt an Schwarzgeld. Die AfD-Einfaltspinsel in den Landesverbänden werden jetzt gezwungen, auf etwa 80% der staatlichen Parteienfinanzierung zu verzichten (sog. Kompromiss auf dem Kasseler „Konvent“, ein in der Satzung nicht vorgesehenes Gremium von Luckes Gnaden ohne Legitimation durch den Parteitag), damit Lucke-Bismarck schnell die verdeckten Großspenden zurückzahlen kann – um seinen Hals zu retten.

Beatrix von Stroch verweist bzgl. der dubiosen 98 TEURO mehrfach auf die Einsichtrechte der Mitglieder des Vereins „Zivile Koalition e.V.“. Sie suggeriert damit eine Kontrolle der Finanzen und eine Instanz, die im Falle von Unregelmäßigkeiten auch die beiden Vorsitzenden – Sven und Beatrix von Storch – ablösen könnte. Der Verein hat nach Auskunft von Frau von Storch derzeit sieben stimmberechtigte Mitglieder. Die aktuelle Satzung haben im Juli 2006 auch sieben Mitglieder unterschrieben:

1. Beatrix Herzogin von Oldenburg (seit der Hochzeit: von Storch)
2. Sven Andreas von Storch (ihr Ehemann)
3. Huno Herzog von Oldenburg (ihr Vater)
4. Felicidade Herzogin von Oldenburg (ihre Mutter)
5. Ingrid Krüger
6. Botho Graf von Eulenburg
7. Konstatin Herzog von Oldenburg (Sohn des Bruders ihres Vaters – also ihr Cousin)

Fünf der 7 Mitglieder sind also unmittelbare Verwandte und 4 auf dem obigen Familienfoto zu erkennen. Eine effektive Kontrolle des Vereinsgeschehens in der „Zivilen Koalition e.V.“ ist damit faktisch ausgeschlossen. Man bleibt „unter sich“. Und falls es den Verein einmal nicht mehr geben oder wenn er nicht mehr als steuerbegünstigt anerkannt sein sollte, geht sein gesamtes Vermögen selbstverständlich an den Oldenburgisch-Russischen Förderverein, den das Mitglied der „Zivilen Koalition e.V.“ Huno Herzog von Oldenburg, Beatrix von Storchs Vater, leitet.

Am 28.08.2013 erschien in der FAZ eine ganzseitige Insertion des „Freundeskreis der AfD“. Dieser Freundeskreis stellt postdemokratische und restitutionelle Forderungen. Auch hier lautet die Kernforderung „Wir wollen, dass alle deutschen Kommunismus-Opfer im einstigen DDR-Gebiet ihr Recht bekommen“ – vor allem Adelige, selbstredend!Hinter dem sog. Freundeskreis stecken Beatrix v. Storch und ihre Adelsbande (siehe „Wer ist der Freundeskreis der Alternativen für Deutschland?“). Ein dicht geknüpftes Netz aus ehemaligen und aktiven Schein-Adeligen dominiert. In deren Mittelpunkt stehen u.a. die „Aktionsgemeinschaft Recht und Eigentum e.V.“ (Bundesvorsitzender der ARE ist Manfred Graf von Schwerin) und das „Heimatverdrängte Landvolk e.V.“ (Präsident der HLV ist Günther Alexander von Wittich). Manfred Graf von Schwerin ätzt seit Jahren gegen die ostdeutsche Bodenreform in den Jahren 1945 bis 1949, siehe NWZ 21.10.2006. Alle Schein-Adeligen werden von einem einzigen Gedanken beseelt: Rückgabe ehemaligen Grundbesitzes, Restitution alter Herrschaftsstrukturen!

Die letzte Publikation der von Storchs im sog. Genealogischen Handbuch des Ades (GHdA) erfolgte im Jahre 2000 (Band 121)., die der Oldenburgs im Jahre 2004 (Band 133).

Hubertus von Below (Landesvorstand Sachsen)

Wie immer, wenn über antidemokratische und restaurative Personen aus dem Kreise der Schein-Adeligen berichtet werden soll, darf Hubertus von Below nicht fehlen. Er ist Beatrix von Storchs Statthalter in Sachsen und einer der emsigsten Demokratie-Pyromanen. Wo er kann, brennt er alles nieder. Hubertus von Below gehört zu den unauffälligsten und zugleich effektivsten Demokratievernichtern. Die Below’sche Republik- und Demokratiefeindlichkeit fußt – wie bei Beatrix von Storch – auf einer langen Familientradition. Ein Vorfahre, Nicolaus Freiherr von Below, war persönlicher (!) Luftwaffenadjudant bei Adolf Hitler.

Hubertus von Below, Beisitzer im AfD-Landesvorstand und Stadtrat in Grimma, war bis zu seinem Austritt in 04/2013 Mitglied der sächsischen CDU, trat dann der AfD bei. Er trat zuvor 1994 dem später rechtsextremen “Bund freier Bürger” bei (siehe Verfassungsschutzbericht Nordrhein-Westfalen 1999, Seiten 74-77; Verfassungsschutzbericht Nordrhein-Westfalen 2000, Seite 64). Auch Karl-Albrecht Schachtschneider und Joachim Starbatty (AfD-Spitzenkandidat in Berlin zur Bundestagswahl 2013) waren neben Hubertus von Below im „Bund freier Bürger“ (siehe auch addn vom 01.09.2013). Man kennt sich, man schätzt sich – seit den frühen 1990er Jahren.

März 1941 (vl.nr.): Nicolaus v. Below, Adolf Hitler, Herman Göring, Hanna Reitsch  und Unbekannt bei der Verleihung des Eisernen Kreuzes (2, Klasse) an die Wehrmachtsfliegerin

März 1941 (vl.nr.): Nicolaus v. Below, Adolf Hitler, Herman Göring, Hanna Reitsch
und Unbekannt bei der Verleihung des Eisernen Kreuzes (2, Klasse) an die Wehrmachtsfliegerin

Schon vor vielen Jahren beklagte sich Schlossherr Hubertus von Below bitter über die DDR-Enteignungen des Adels und forderte die Rückgabe der Latifundien zurück (Junge Freiheit 28.04.2006), nicht ohne zu betonen, dass die Rückkehr der Junker auf ehemalige Güter natürlich zu aller Vorteil gereichen werde. Am 08.08.2009 (!) trägt sich Hubertus v. Below in eine Liste zur „Enteignungsthematik im Osten“ ein – ausgerechnet auf der Internetseite von Beatrix von Storch (siehe derRechtsstaat.de 08.08.2009). Auf Weisung Ihrer Herzoglichen Durchschlaucht schloss sich Hubertus von Below dem Beatrix-von-Storch-Netzwerk der Kaisertreuen an – in der AfD! Dort vertritt er nichts, wirklich gar nichts, außer die Interessen der Schein-Adeligen auf Restauration monarchischer Herrschaftsstrukturen.

Nicolaus von Below zählte zu den engsten Beratern Adolf Hitlers,  hier 3. Person von rechts, 1942 in der Wolfsschanze bei Rastenburg in Ostpreußen

Nicolaus von Below zählte zu den engsten Beratern Adolf Hitlers,
hier 3. Person von rechts, 1942 in der Wolfsschanze bei Rastenburg in Ostpreußen

H. v. Below verschaffte GRÖBAZ Zutritt zu „Adelskreisen“. Nachdem Frauke Petry das Versprechen gab, für die Rückgabe enteigneter Güter einzutreten, sprudelten für sie persönlich (!) die Spenden. Die Schein-Adeligen um Hubertus von Below haben sich das Wohlwollen Frauke Petrys quasi erkauft! Zum Dank führt sie in der Sachsen-AfD ein Terrorregime, eine Art AfD-Junta. Die sächsische AfD-Basis jubelt ihrer Führerin bedingungslos und ergeben zu. Nirgendwo in Deutschland ist das Unterwerfungssyndrom, das Faschistoide so prägnant entwickelt wie im „Freistaat“ Sachsen.

v.l.n.r. „S.K.H.“ Alexander Markgraf von Meißen u. Herzog zu Sachsen Dorothea und Hubertus von Below Verleihung der St.-Heinrichs-Nadel, 28.09.2012, Garnisonskasino Maria Theresia Kaserne, Wien

v.l.n.r. „S.K.H.“ Alexander Markgraf von Meißen u. Herzog zu Sachsen
Dorothea und Hubertus von Below
Verleihung der St.-Heinrichs-Nadel, 28.09.2012, Garnisonskasino Maria Theresia Kaserne, Wien

Laut eigenen Angaben ist der 54jährige 4-fache Vater ein Großgrundbesitzer in Grimma/Sachsen. Er ist seit 2012 Träger der St.-Heinrichs-Nadel des St.-Heinrich-Ordens des vormals in Sachsen regierenden Markgrafen von Meißen. Der St.-Heinrich-Orden ist strickt dem „christlich/abendländischen Handeln und Leben“ verpflichtet und trauert der untergegangenen Monarchie nach. Wie Beatrix von Storch setzt sich auch Hubertus von Below für die Restauration monarchischer Strukturen ein – als sächsisches Adels-U-Boot.

Die letzte Publikation der Familie von Below im sog. Genealogischen Handbuch des Adels (GHdA) fand im Jahre 1983 statt (Band 81).

Alexander Graf zu Castell-Castel (Landesschatzmeister Thüringen)

Alexander Graf zu Castell-Castell (59), geboren in Castell, amtiert z.Z. als Landesschatzmeister der Thüringen-AfD. Der ehemalige Investmentbanker (bis 2007) fungiert aktuell als Geschäftsführer der „Alpha Deutschland e.V.“. Im Vorstand dieses Vereins sitzt ein anderer Schein-Adeliger: Tobias Graf von Bernstorff. Die ALPHA DEUTSCHLAND e.V. ist eine anglikanisch-kirchliche Einrichtung nach englischem Vorbild, die „Kurse für Sinnsucher“ in der christlichen Lehre anbietet (siehe WIKIPEDIA zu Alphakurs). Zudem steht Castell als Ombudsmann im Klinikum Weimar für Patientenbeschwerden zur Verfügung. Gegenüber dem Newsticker am 06.12.2012 gab Graf Castell seine Lebensphilosophie wieder: Jesus Christus.

Alexander Graf zu Castell-Castell moderater Christ mit Potential zum AfD-Helden halbherziger Netzwerker um Beatrix von Storch

Alexander Graf zu Castell-Castell
moderater Christ mit Potential zum AfD-Helden
halbherziger Netzwerker um Beatrix von Storch

Seine Erlaucht (S.E.) Alexander Graf Castell entstammt einer der traditionsreichsten und wohlhabendsten Familien in Deutschland überhaupt. Der Castell-Clan umfasst 3 große Linien: Faber-Castell (die Beistift-Dynastie), Castell-Castell (Bankiersfamilie) und Castell-Rüdenhausen (Bankiersfamilie). Das fürstliche Haus Castell ist verwandtschaftlich eng mit der herzoglichen Familie Oldenburg und dem kaiserlich-königlichen Haus der Hohenzollern verbunden, siehe

Casteller Nachrichten Nr. 41/2011, ab Seite 4

sämtliche Castell-Nachrichten unter

https://www.castell-bank.de/casteller-nachrichten.html)

Die Castell’sche Bankiersfamilie war tief in die Enteignungen jüdischer Familien während des NS-Regimes verstrickt, wie das Buch „Die ‚Jüdischen Konten‘ der Fürstlich Castell’schen Credit-Casse und des Bankhauses Karl Meyer KG“ (2005) nachweist. Immerhin, dieses Buch wurde vom ehemaligen Fürstenhaus selbst in Auftrag gegeben, wenn auch an einen „Standesgenossen“ (Jesko Graf zu Dohna, Leiter des Familienarchivs), so dass nur ein bißchen Schuld eingestanden wird. Eine schonungslose Reflexion der eigenen Verstrickung sieht sicher anders aus.

Clementine Gräfin zu Castel-Rüdenhausen (1912-2008) war während des NS-Regimes eine hohe Reichsjugend-Funktionärin im Bund Deutscher Mädchen (BDM). Sie trat im Jahre 1933 – wie viele Familienmitglieder des Castells – in die NSDAP ein (vgl. Jonathan Petropoulos: Royals and the Reich: The Princess von Hessen in Nazi Germany, Oxford University Press, Oxford 2006, S. 381)

Alexander Graf zu Castell-Castell ist ein Cousin der Beatrix von Storch, geb. Herzogin v. Oldenburg. Den Vorsitz im Aufsichtsrat der Castell-Bank in Würzburg führt Andreas de Maizière, älterer Bruder des jetzigen Verteidigungsministers Thomas und Cousin des letzten DDR-Ministerpräsidenten Lothar de Maiziere. Andreas de Maizière musste wegen eines Geldwäscheskandals in 2005 den Vorstand der Commerzbank verlassen (DER SPIEGEL 24.10.2005). Geldadel und traditioneller Adel reichen sich die Hände nach dem Motto „manus manum lavat“ (eine Hand wäscht die andere).

S.E. Alexander Graf zu Castell-Castell war vor seiner Assimilation als „Adeliger“ das schwarze Schaf der Familie: Er verdingte sich u.a. wegen seiner angenehm sonoren Stimme als Vorleser für Hörbücher (siehe horchbuch.de) und wollte gar nicht so recht in die Scheinwelt der Erlauchten passen. Eine Rest-Rebellion erhält er sich bis heute: Den Familiennamen verkürzt er stets auf „Castell“ – in der Masse unauffällig bleiben, wie es „Adelige“ üblicherweise pflegen.

Heute zählt Alexander Graf zu Castell-Castell zum Netzwerk um Cousine Beatrix. Als ehemaliger Investmentbanker und Geschäftsführer der Weimarer Diakonie bemüht er sich um einen interreligiösen Austausch zwischen den Anglikanischen und der Evangelischen Kirche, aber auch zu den Freikirchen. Castell hätte das Potential zum AfD-Helden, wenn seine ausgleichende Art den interreligiösen Ausgleich zum Judentum und zum Islam umfasste. Auch diese Glaubensgemeinschaften kennen Castells Heiligen als Teil ihrer eigenen Religion: Jesus Christus.

Die letzte Eintragung des Hauses Castell im sog. Genealogischen Handbuch des Adels (GHA) finden wir im Jahre 2001 (Band 124)

Eberhard Freiherr von dem Bussche-Hünnefeld (AfD-Sprecher Hessen)

Eberhard v. dem Bussche-Hünnefeld wurde 1961 in Amberg/Oberpfalz geboren. Der selbständige Asset Manager (Vermögensverwalter) war zuvor in leitenden Positionen der Citibank und der skandalträchtigen HSH Nordbank. Er vertritt damit eine arg gebeutelte Berufsgruppe, die nach Eingriffen in ihre Jahresboni und stark gesunkenem Ansehen in der Bevölkerung nach den Finanzkrisen dringend wieder aufgepäppelt gehört. Da kam die AfD-Gründung gerade recht. Hier glaubt er den Lackschaden seiner Berufsgruppe korrigieren zu können.

Eberhard Clamor Freiherr von dem Bussche-Hünnefeld

Eberhard Clamor Freiherr von dem Bussche-Hünnefeld

Die Familie des aus Ostwestfalen stammenden Schein-Adeligen publizierte ihren Stammbaum letztmalig 1969 im „Genealogischen Handbuch des Deutschen Adels“ (sog. GOTHA, Band 44). Auch Eberhard vom Busche-Hünnefeld befürwortet offen die Rückkehr zur Politik des Bismarck-Staates (siehe Geolitico 10.09.2013).

plädieren für eine Rückkehr zur Bismarck-Politik des 19. Jahrhunderts: v.l.n.r.: Alexander Gauland, Eberhard von dem Bussche-Hünnefeld, Dagmar Mezger

plädieren für eine Rückkehr zur Bismarck-Politik des 19. Jahrhunderts:
v.l.n.r.: Alexander Gauland, Eberhard von dem Bussche-Hünnefeld, Dagmar Mezger

Aus einer Seitenlinie seiner Familie stammt Axel von dem Bussche-Streithorst, einem Widerstandskämpfer gegen die Hitler-Diktatur (DIE ZEIT 29.01.1993). Die Familie des Eberhard Frhr. v. dem Bussche verzeichnet als einige der wenigen im Beatrix‘ Adelsnetzwerk keine nennenswerte NS-Vergangenheit.

Wolfgang von Eichborn (Bundesschiedsgericht)

Die Familie von Eichborn erschien im Jahre 1990 letztmalig im sog. Genealogischen Handbuch des Adels (Band 99). Wolfgang von Eichborn wurde 1948 geboren. Seine schulische und sonstige Vita zwischen 1948 und 1976 bleibt ominös im Dunkeln.

Wolfgang von Eichborn aus Ebersberg (Bayern) stellt den typischen Polit-Apparatschick dar: Nach dem juristischen Studium beginnt seine berufliche Karriere 1976 in der bayerischen Finanzverwaltung, 1978 wechselte er nach Bonn und übernahm bis 1998 diverse Funktionen in der SPD-Fraktion und im Bundeswirtschaftsministerium. Obgleich Wolfgang von Eichborn über keinerlei berufliche Erfahrungen als Rechtsanwalt oder Richter besaß und niemals an einem ordentlich Gericht tätig war, katapultierten ihn die Politiker 1998 zum Bundesrichter am Bundesfinanzhof. Es darf vermutet werden, dass er dort vor allem für die richterliche Absicherung der Regierungspolitik zuständig war. Im August 2013 trat er – gut versorgt – in den Ruhestand (Quelle: Pressemitteilung 47/2013 des BFH).

Wolfgang von Eichborn ehemaliger SPD-Apparatschik – nun Scheinrichter im AfD-Bundesschiedsgericht

Wolfgang von Eichborn
ehemaliger SPD-Apparatschik – nun Scheinrichter im AfD-Bundesschiedsgericht

Eine ähnliche Rolle nimmt Wolfgang von Eichborn in der AfD ein. Im LV Bayern spielt er die „graue Eminenz“, beteiligt sich aktiv an Hinterzimmer-Kungeleien und segnet rechtswidrige Entscheidungen des Landesvorstandes juristisch ab. Der erste Landesparteitag der Ostersonntagsbande um Joachim Schünemann fand in Eichborns Heimatort Ebersberg statt (siehe Süddeutsche Zeitung 02.04.2013). Selbstverständlich hatte v. Eichborn seine Schmutzfinger dick in einigen Machenschaften des Landesvorstandes drin, von richterlicher Unabhängigkeit oder gar Überparteilichkeit keine Spur. So sprachen die Landesvorstände ihre vorderen Listenplätze und die ihrer Günstlinge in seinem Beisein ab. Juristisch sah er keine Probleme in der illegalen Stimmgewichtung der Landesvorstände bei der Listenaufstellung, die zur Ungültigkeit der Landesliste und zur kostspieligen Wiederholung der Delegiertenversammlung führte (siehe Bayerische Liste der Schande ungültig). Ebenso im Bundesschiedsgericht imponiert Wolfgang von Eichborn vor allem durch verfahrensrechtliche, satzungsrechtliche und parteigesetzliche Ahnungslosigkeit. Kenner bezeichneten bereits sein BFH-Wirken als „richterlichen Totalausfall“. Diesem Ruf wird er nun im Bundesschiedsgericht voll gerecht.

Auch Wolfgang von Eichborn, dessen Familie aus Schlesien vertrieben wurde und heute das Schloss Friesenhausen in Franken besitzt, zählt zum Adels-Netzwerk der Beatrix von Storch. Er soll im Bundesschiedsgericht die Verfahren des „Bodensatzes“ abschmettern sowie innerparteiliche Demokratie z.G. des Eliten-Systems verhindern – alles unter dem Deckmantel eines „unabhängigen Schiedsgerichts“. Das Bundesschiedsgericht dient unter Wolfgang von Eichborn der Scheinrechtsstaatlichkeit. Wolfgang von Eichborn und Beatrix von Storch werden bei der WA2013 als Hauptzeichner genannt, siehe WA2013.

Wilhelm von Gottberg (Landesvorstand Niedersachsen)

Der Vertriebenenpolitiker Wilhelm von Gottberg (*30.03.1940) ist Bürgermeister der Kleinstgemeinde Schnega. Er plädiert offen für eine Rückkehr alter ostdeutscher Gebiete, z.B. seine Heimat Ostpreußen. Auf der Feier zum fünfzigjährigen Bestehen der Landsmannschaft Ostpreußen im Juli 1998 sagte er im Rathaus Schöneberg: „Wir warten schon lange auf eine offizielle Bitte um Vergebung durch Polen, Tschechien und Russland für die völkermordartigen Vertreibungsverbrechen“ (Jungle World vom 22. Juli 1998). Der Hardliner setzte diese Forderung nicht etwa in den Kontext der Nazi-Barbarei in Polen, der Tschechei und Russland, sondern als singulären Anspruch an eben jene.

Wilhelm von Gottberg politischer Rechtsaußen, der die Rückgabe Ostpreußens verlangt

Wilhelm von Gottberg
politischer Rechtsaußen, der die Rückgabe Ostpreußens verlangt

Bereits seit Mitte der 90er Jahre fällt Wilhelm von Gottberg immer wieder durch seine extrem rechte Gesinnung negativ auf. Als ein Beispiel kann dafür sein Einsatz für den rechtsradikalen „Schulverein zur Förderung der Russlanddeutschen in Ostpreußen e.V.“ angeführt werden. Der bereits 1992 in Husum vom rechtsradikalen Verleger Dietmar Munier gegründete Verein gehört zu einem Gestrüpp von Vereinen, die im russischen Teil des ehemaligen Ostpreußens durch Ansiedlungen von Russlanddeutschen deutsche Gebietsansprüche auf diese Region demonstrieren wollen. Dietmar Munier selber äußerte sich folgendermaßen: Man hätte eine Initiative gestartet, „[um] durch Ansiedlung Russlanddeutscher in Nordostpreußen neue Fakten für eine deutsche Perspektive unserer Ostprovinz zu schaffen“ (Rundschreiben 1/1992 der „Aktion Deutsches Königsberg“). Das Bundesministerium des Innern hat die Aktivitäten des Verlegers Munier im ehemaligen Nordostpreußen bereits 1993 als rechtsextreme Bestrebungen aufgelistet (Bundesministerium des Innern, Verfassungsschutzbericht 1993, S. 150). Nachdem auch noch das Auswärtige Amt in einem Bericht über rechtsextreme Aktivitäten des Verlegers Dietmar Munier gesprochen hatte, setzte sich Wilhelm von Gottberg im „Ostpreußenblatt“, sowie davor schon in einem Schreiben vom 27. März 1995 an das Auswärtige Amt unter dem damaligen Bundesaußenminister Dr. Klaus Kinkel, vehement für ihn ein („Ostpreußenblatt“ 13/95 vom 1. April 1995).

Wilhelm von Gottberg zählt zum „inner circle“ der Kreuzritterin Beatrix von Storch. Von 1992 bis 2010 war er Vorsitzender der Landsmannschaft Ostpreußen im Bund der Vertriebenen (BdV). Er amtiert z.Z. als stv. BdV-Bundesvorsitzender. Im Weißenburger Tagblatt äußerte er am 10.05.2012, die Grenzen Ostpreußens seien nicht endgültig.

Die letzte Publikation der von Gottbergs im sog. Genealogischen Handbuch des deutschen Adels erfolgte im Jahre 1989 (Band 95).

Hans-Joachim von Berkholz (Landesschatzmeister Schleswig-Holstein)

Hans-Joachim von Berkholz wurde am 07.101943 in Regenwalde (Pomerania) geboren. Er ist mit Wilhelmine Freiin von Dungern (*01.02.1946) verheiratet. Gemeinsam brachten sie (wie bei Adels üblich) 4 Kinder zur Welt. Die letzte Veröffentlichung des Stammbaums erfolgte im Jahre 2000 (GHdA 2000, Band 121).

Hans-Joachim von Berkholz  geräuschloser Landesschatzmeister der AfD Schleswig-Holstein

Hans-Joachim von Berkholz
geräuschloser Landesschatzmeister der AfD Schleswig-Holstein

H.-J. v. Berkholz war bis zu seiner Pensionierung ein leitender Manager der Dresdner Bank AG. Nebenbei engagierte er sich in der Mecklenburg-Vorpommerschen Krebsgesellschaft als Schatzmeister. Berkholz zählt zu den geräuschlosesten und unauffälligsten Unterstützern des Storch-Netzwerkes, gleichwohl gerade deshalb als hocheffizient.

Frauke Petry peitscht auch in Leipzig die politisch Rechten durch

Demaskierung in Sachsen: strammer Rechtskurs wird fortgesetzt

Den braunen Marsch durch Sachsen hatte Frauke Petry bereits vor der Gründung der AfD vorbereitet. Als sich die Mitglieder am 28.04.2013 in Leipzig versammelten, um den Landesverband zu gründen, war die rechte Messe der Pfarrersfrau bereits gelesen, siehe

Bericht vom 07.09.2013
Bericht vom 25.09.2013
Bericht vom 04.10.2013

Zahlreiche Ex-Mitglieder gescheiterter Parteien des Rechtsaußensegments, vor allem aus der FREIHEIT, der SCHILL-Partei, der DSU, DVU, der FREIEN UNION, der Sächsischen Volkspartei und der OFFENSIVE D dürfen an Petrys Parteibrust nuckeln. Aber auch in das rechtsradikale Lager gewechselte Ex-SED und Ex-StaSis sowie Ex-KZ-Wärterinnen auf Burg Hoheneck („Wachteln“) freuen sich über GRÖBAZ-Zuwendungen. Bis zur Bundestagswahl am 22.09.2013 übte sich das AfD-Sternchen – wie beim rechten politischen Rand üblich – in verbaler Zurückhaltung, zumindest nach außen, z.B. Islam-Hass heißt „Islam-Kritik“ oder „Ausländerfeindlichkeit“ wird mit „Migrationsproblemen“ camoufliert – als ob der Wähler sich dauerhaft verblödet!

Frauke Petry AfD Bundessprecherin und Landesvorsitzende Sachsen Pleitier und GRÖBAZ, peitscht Sachsen auf rechtsradikalen Kurs

Frauke Petry
AfD Bundessprecherin und Landesvorsitzende Sachsen
Pleitier und GRÖBAZ, peitscht Sachsen auf rechtsradikalen Kurs

Im AfD-Innenverhältnis jedoch peitscht das „AfD-Luder“ (Spitzname für Petry im Bundesvorstand) nicht nur einen rechtspopulistischen, sondern tendenziell auch klar faschistoiden Kurs seit Anbeginn durch – bis in die Nähe der Beobachtung durch den Verfassungsschutz (siehe Bericht vom 06.11.2013). Die Maske fällt. Ihr Co-Sprecher im Bundesvorstand, Bernd Lucke, nickt wohlwollend. Immerhin wird er mit den Rechtsradikalen, z.B. aus Chemnitz, medial in Verbindung gebracht (siehe Frankfurter Rundschau 06.11.2013). Das gefällt dem Bundes-Bernd sichtlich, fischt er doch wie Petry gerne im braunen Gewässer (siehe Bericht vom 04.10.2013), um sich dann öffentlich zu echauffieren, warum die AfD so übel rieche. Beide, Petry und Lucke fahren eine Doppelstrategie: ER sagt NEIN zu den Rechtsradikalen, SIE sagt JA (sogar die distnguierte FAZ am 07.10.2013 fällt darauf herein).

Nachdem die de-facto-Fusion mit PRO-CHEMNITZ-DSU ohne nennenswerten Aufschrei der AfD-Basis durchgewunken wurde (siehe Bericht vom 03.11.2013), landete Frauke Petry jetzt ihren nächsten Coup: Karl-Heinz Obser, Ex-Stadtrat in Leipzig (1999-2009) und Ex-Landesvorsitzender der DSU Sachsen, wurde von der AfD Leipzig herzlich als neues Mitglied aufgenommen. Chemnitz war der Testlauf. Der Leipziger AfD-Boss Uwe Wurlitzer und sein Vorstandskollege Hans-Thomas Tillschneider jubilieren. Beide sind als Islam-Hasser aktenkundig (siehe Bericht vom 30.10.2013) und freuen sich mit Frauke Petry über den Zustrom von Rechts.

Karl-Heinz Obser, geb. 31.10.1947  Ex-Stadtrat in Leipzig und Ausländerhasser wurde von der CDU-Fraktion wg. Rechtslastigkeit ausgeschlossen 1995 bis 11/2013 DSU, bis 10/2010 DSU Landesvorsitzender Sachsen PRO DEUTSCHLAND Aktivist, seit 11/2013 AfD Leipzig

Karl-Heinz Obser, geb. 31.10.1947
Ex-Stadtrat in Leipzig und Ausländerhasser
wurde von der CDU-Fraktion wg. Rechtslastigkeit ausgeschlossen
1995 bis 11/2013 DSU, bis 10/2010 DSU Landesvorsitzender Sachsen
PRO DEUTSCHLAND Aktivist, seit 11/2013 AfD Leipzig

Karl-Heinz Obser ist seit 1995 DSU-Mitglied, ein Bilderbuch-Rechtspopulist. Mit beschränkten politischen Vorstellungen, aber ausgeprägtem Fremdenhass wurde er aus der CDU-DSU-Fraktion geworfen („Ein Leipziger Stadtrat redet Amok“, siehe Leipziger Internetzeitung 07.03.2008). Einige Jahre zuvor hatte er bereits versucht, in Sachsen ein „schwarz-braunes Bündnis“ aus NPD, Republikaner, DSU, DVU, Sächsische Volkspartei und anderen rechtsradikalen Spinnern zu schmieden (siehe Leipziger Internetzeitung 19.09.2007). Hierfür trat er auch gemeinsam mit Martin Kohlmann (Ex-REP, Ex-DSU, PRO CHEMNITZ) als Aktivist der PRO BEWEGUNG am 21.08.2010 auf, die vom Verfassungsschutz in NRW beobachtet wird (siehe DER STERN 18.09.2012). Am Traum einer rechtsradikalen Einheitspartei hält Obser bis heute fest (siehe bnr 23.08.2010) – Frauke Petry und Bernd Lucke sollen nun den Traum erfüllen.

Auf dem o.g. Kreisparteitag der AfD in Chemnitz (02.11.20103) wurde in Anwesenheit und auf Drängen von Frauke Petry der PRO-CHEMNITZ-DSU-Stadtrat Joachim Ziems zum AfD-Schatzmeister ernannt (siehe Bericht vom 03.11.2013). Die Fraktion PRO CHEMNITZ-DSU um den Vorsitzenden Martin Kohlmann (Ex-REP, Ex-DSU) macht aus ihrer faschistoiden Gesinnung kein Geheimnis und verfügt über exzellente Verbindungen zur NPD und anderen rechtsradikalen Gruppierungen (siehe Bericht vom 03.11.2013 und auch Bericht vom 06.11.2013).

Erst vor wenigen Tagen fiel PRO-CHEMNITZ-DSU-Chef Martin Kohlmann mit einer Hass-Rede auf (siehe Youtube zur einer Ansprache am 12.10.2013). Genau dieses politische Gesinde versammelt Frauke Petry gerne um sich und lässt verkünden, die rechten Stadträte sprächen ab sofort für die AfD (siehe FREIE PRESSE 04.11.2013). Ein Parteitagsmandat existiert natürlich nicht in der „Von-Oben-Partei“ AfD.

Die rechtspopulistische DSU („Deutsche Soziale Union“) unterhält im sächsischen Vogtland ihre Bundesgeschäftsstelle, deren Bundesvorsitzender RobertoGottfried Rink wohnt in Treuen b. Plauen (siehe Impressum DSU-Internetauftritt). Roberto Rink ist zugleich stv. Landesvorsitzender der PRO BEWEGUNG in Sachsen (siehe Vorstand PRO SACHSEN), also „rechter Kamerad“ der PRO CHEMNITZ-DSU. Vom Vogtland aus agiert Rink quasi in unmittelbarer Nachbarschaft zu Frauke Petry. Was liegt näher als die Bündelung aller rechtsradikalen Kräfte innerhalb Sachsens?

Seit Jahrzehnten träumt Roberto Rink von einem schlagkräftigen rechten Netzwerk (siehe sein Interview in DER SPIEGEL 03.05.1993). Das dachte sich wohl auch Frauke Petry, die nicht erst seit der fulminanten Pleite Ihrer Firma PurInvent (siehe Bericht vom 15.10.2013) bei demokratisch gesinnten AfD-Mitgliedern nur noch GRÖBAZ genannt wird (größte Blenderin aller Zeiten). Das Fundament ihrer sächsischen Schreckensherrschaft sind Burschenschaften, DIE FREIHEIT und andere rechte Kleinparteien, Ex-SED sowie Ex-StaSis (siehe Bericht vom 09.07.2013).

Die Gründer der PRO SACHSEN v.l.n.r.: Mirko Schmidt (Sächsische Volkspartei), Henry Nitzsche (Arbeit, Familie, Vaterland),  Roberto Rink (DSU), Johannes Hertrampf (Freiheitliche)

Die Gründer der PRO SACHSEN
v.l.n.r.: Mirko Schmidt (Sächsische Volkspartei), Henry Nitzsche (Arbeit, Familie, Vaterland),
Roberto Rink (DSU), Johannes Hertrampf (Freiheitliche)

Aus dem Leipziger Vorstandsumfeld heißt es, der Kreisverband stehe auf der Kippe zwischen dem liberalen und dem reaktionären Flügel, deshalb wolle die Rechts-Fraktion auf Verlangen Petrys schnell Fakten schaffen. In Leipzig hatte die AfD zum Boykott islamischer Gläubiger aufgerufen. Uwe Wurlitzer, der die CDU verließ weil diese „zu links“ sei, verkündet per Pressemitteilung, dass der Islam nicht durch die Religionsfreiheit des Grundgesetzes gedeckt sei (AfD-Pressemitteilung vom 10.11.2013). In der gleichen Pressemitteilung ruft Petrys Speichellecker im Landesvorstand, Dr. Thomas Hartung, dazu auf, den Islam zu bekämpfen nach dem Motto „Wehret den Anfängen“. Kein Wunder, dass diese offenen Verfasssungsfeinde in das Fadenkreuz des Verfassungsschutzes geraten könnten. Die ersten liberalen Mitglieder verließen bereits die AfD Leipzig.

Selbst hartnäckigste Petry-Fans rätseln über den Kurs ihrer Chefin. Ein Leipziger AfD-Demokrat im Kreisvorstand meint ernüchtert: „Ich glaube allmählich, die Petry soll die AfD auf Fascho-Kurs trimmen, um der NPD in Sachsen das Wasser abzugraben. Es geht gar nicht um eine eigenständige AfD-Politik“. Die Nazis schafften 2009 mit 5,6% den Wiedereinzug in den Sächsischen Landtag (2004 noch 9,2%). Die AfD soll sich das rechtsradikale Sachsenpotenzial mit der NPD teilen, um das Nazi-Problem auch ohne Verbotsverfahren beim Bundesverfassungsgericht zu lösen, während die AfD triumphal in den Sächsischen Landtag einzöge. Diese Rechnung wird nicht aufgehen. Spätestens seit der Pleite ihrer Firma PurInvent GmbH (seit Gründung in 2007 niemals in die Gewinnzone gelangt) weiß der Beobachter, dass Frauke Pery nicht Rechnen kann (siehe Bericht vom 15.10.2013: AfD-Chefin ist Pleite, auch NEUES DEUTSCHLAND am 17.10.2013). Selbst wenn es die Vereinigte Rechtspartei gäbe, scheiterte diese an der 5%-Hürde. Und das wäre auch gut so.

Frauke Petrys größtes Problem: Sie kann nicht rechnen

Frauke Petrys größtes Problem: Sie kann nicht rechnen

Der Freistaat Sachsen leidet sehr unter dem Image, ein Hort der Nazis zu sein, nicht erst seit den Pogromen in Hoyerswerda 1991 (siehe auch Bilder zu HY 1991). Das Mitglied des Leipziger AfD-Vorstands, das trotz NVA-Vergangenheit den Weg zur liberalen Demokratie fand, seufzt verzweifelt: „Vielleicht war das ja der Grund, warum die Petry des öfteren in das US-Konsulat einbestellt wurde“ (siehe Bericht vom 17.10.2013). Es wäre nicht das erste Mal, dass externe Kräfte auf politische Organisationen einwirkten. Statt 5,6 % für die NPD, werden die rechten Stimmen auf AfD und NPD aufgeteilt, jeweils 2,8 %. Die seit einem Jahrzehnt polternde hässliche Fratze der Sachsen-Nazis wäre verschwunden. Die AfD auch. Frauke Petry hätte dem Sachsen-Volk einen demokratischen Dienst erwiesen, nämlich die Versenkung der politisch Rechten. Die AfD soll gemäß Bernd Lucke und Frauke Petry eine rechtspopulistische Partei sein nach dem Motto „Spalte und herrsche“. Petry Heil. Petry Dank.