Debatte: Alternativlosigkeit der AfD in der Familienpolitik?

Die Geburtenrate in Deutschland sank kontinuierlich und ist heute sehr niedrig. Antworten auf diese Misere sind in der deutschen Politik vergeblich zu suchen. Die Parteien versagen in der Familienpolitik seit Jahrzehnten. Welche Lösungen bietet die AfD an? Im Wahlprogramm zur Bundestagswahl blieb die AfD schwammig, möchte Deutschland wie alle Parteien kinderfreundlicher machen und betont lediglich: „Wir stehen für den Schutz der Familie als Keimzelle der Gesellschaft. Eine solidarische Förderung der Familien ist eine Investition in unsere gemeinsame Zukunft und wesentlicher Teil des Generationenvertrages.“

Die Alternative für Deutschland scheint sich zunehmend am politischen Wunschdenken ihrer Vordenkerin Beatrix von Storch zu orientieren, welche die Stärkung der Ehe als Universalrezept für den Kinderreichtum unseres Landes sieht und für das Betreuungsgeld, gegen Kinderbetreuung und gegen die „Homo-Ehe“ eintritt. Beispielsweise auf der Facebook-Seite der AfD Bayern wird die Realität heute in einem Kommentar mit der größtmöglichen ideologischen Scheuklappe bejammert und verzerrt. Der Kommentator suggeriert dabei den lediglich 0,073 Mio. eingetragenen gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften und ihrer angeblichen Lobby eine Teilschuld an der zunehmenden Kinderlosigkeit unserer Gesellschaft. Die Lösung wird in der Rückkehr zum alten Familienmodell und in der Förderung desselben gesehen.

Wir meinen: Die AfD sollte sich in der Familienpolitik, wie übrigens auch alle anderen Parteien, endlich der sozialen Wirklichkeit in unserem Land stellen. In Deutschland gibt es 13,76 Mio. Ehepaare, die vom Ehegattensplitting profitieren können. Davon haben nur 41,4 % der steuerlich besser gestellten Ehepaare Kinder. Allein das zeigt eindeutig, dass das Ehegattensplitting und die Ehe an sich keine Kinder- fördernden Instrumente sind. Wie wachsen die Kinder heute auf? 9,3% der Kinder wachsen in Lebensgemeinschaften auf, 20% leben bei Alleinerziehenden und 70,7% der Kinder werden von verheirateten Paaren aufgezogen. Rund 30% der Kinder leben heute also nicht in einer traditionellen Familie – und sie werden dafür steuerlich benachteiligt und sanktioniert. Die Tendenz ist steigend. Auf der anderen Seite wählt ein Großteil der verheirateten Paare die Lebensform der Ehe lediglich und v.a. auch, weil sie dadurch steuerlich besser gestellt werden und weil die Ehe politisch und kirchlich propagiert wird.

Weder der Staat noch die Parteien sollten über die Lebensgestaltung der Menschen bestimmen. Die Politik muss sich endlich an der Realität und an den Problemen der Gegenwart orientieren und keine wirklichkeitsfremden Ideale fördern. Nicht Ehen und nun auch eingetragene, gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften sollten und dürfen dabei finanziell unterstützt werden, sondern ausschließlich Lebensformen mit Kindern benötigen finanzielle und politische Unterstützung. Die Ehe als Garant für Kinder hat schon lange ausgedient. 58,6% aller Ehepaare sind kinderlos, genießen aber fröhlich steuerliche Vorteile. Das Ehegattensplitting gehört restlos gestrichen, da es auf ganzer Linie versagte und weiterhin versagt. Wenn überhaupt Förderung nötig ist, dann für alle Lebensformen mit Kindern, unabhängig davon, ob die Kinder bei Ehepaaren, unverheirateten Eltern, bei Alleinerziehenden oder gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften aufwachsen. Kinder benötigen Liebe und materielle Sicherheit – und kein Familienideal des 19. Jahrhunderts. Dann geht es in Deutschland auch wieder mit der Geburtenrate aufwärts.

Frauen der deutschsprachigen Minderheit im belgischen Eupen-Malmedy weisen eine deutlich höhere Geburtenrate auf als in Deutschland lebende Frauen. Damit ist widerlegt, dass der Geburtenrückgang in Deutschland kulturelle Ursachen hat, denn dann müsste er in Eupen-Malmedy genauso zu beobachten sein. Der von den Forschern ermittelte Grund für die höhere Geburtenrate ist ein erheblich besseres (ganztägiges) Angebot zur Kinderbetreuung für Berufstätige in ganz Belgien. (siehe: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/belgien-als-vorbild-kinderwunder-nebenan-12706488.html). Und was tun unsere selbsternannten „Familienschützer“ à la Beatrix von Storch in Deutschland? Sie denunzieren ganztägige Kinderbetreuung für berufstätige Eltern als „sozialistisches Teufelswerk“.

Die AfD scheint die Chance auf eine alternative Position in der Familienpolitik zu verschlafen und die Altparteien in ihrer Weltfremdheit und Alternativlosigkeit noch zu überholen. Wir benötigen Politik für die Realität und keine Positionen für eine ideologische Märchenwelt.

Anmerkung: Quelle der Statistiken = Mikrozensus/ statistisches Bundesamt 2012

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21 Gedanken zu „Debatte: Alternativlosigkeit der AfD in der Familienpolitik?

  1. Meine volle Zustimmung, gleichzeitig sollten die schulische Ausbildung und das Studium gestrafft werden . Junge Frauen, die ein Studium abgeschlossen haben, können im allgemeinen vor 30 gar keine Kinder bekommen, da Berufserfahrung für eine gute Anstellung erwartet werden. Gleichzeitig sollte es DEUTLICHE steuerliche Entlastungen geben, wenn man eine Kinderbetreuung im eigenen Haushalt beschäftigt.
    Unsere Familienpolitik ist gruselig – und keine Partei weit und breit die das begreift.

  2. Die rückwärts gewandte Familienpolitik der AfD (Modell 50er Jahre) ist ein weiterer Grund diese Partei zu ignorieren. Die AfD ist dadurch unwählbar. Die AfD sollte sich wirklich in – DAUN – umbenennen. – Die Alten und Naiven – Wer glaubt, mit so einem parteipolitischen Unsinn kann man moderne junge Menschen/Wähler ansprechen, hat sich von jeglicher Realität meilenweit entfernt.

    O-Ton AN: Die AfD scheint die Chance auf eine alternative Position in der Familienpolitik zu verschlafen und die Altparteien in ihrer Weltfremdheit und Alternativlosigkeit noch zu überholen. Wir benötigen Politik für die Realität und keine Positionen für eine ideologische Märchenwelt.
    Besser kann man es nicht ausdrücken!

  3. Gott sei Dank ist das Kinderkriegen immer noch Privatvergnügen. Kidertagesstätten soll das Allheilmittel sein? Wollen wir zustände wie damals in der DDR? Kinder sollten die ersten drei Jahre von der Mutter betreut werden, allenfalls für ein paar Stunden zur Oma gegeben werden. Ich habe eine Kita mit 9 Babys und 2 Erzieherinnen gesehen, mir brach fast das Herz. Das hätte ich mit meinen Kindern niemals zugemutet. Babys und Kleinkinder brauchen die ersten drei Jahre von morgens bis abends, ein oder zwei Bezugspersonen die ihnen Nestwärme und Zuwendung zukommen lassen, das funktioniert in einer Kita nicht. Wir wissen überhaupt noch nicht wie sich die jetzigen Kitakinder einmal entwickeln werden! Man muss sich entscheiden für Kinder oder Karriere. Heute wird so getan als würden erst seit neulich Kinder in die Welt gesetzt. Kinder haben schon immer Zeit und Geld gekostet, dies haben in der Regel die Familien, die Kinder haben wollten, in Kauf genommen.Es waren damals wie heute auch nicht alle Eltern reich. Die Menschen sind egoistischer und materialistischer geworden, dass ist der Punkt weswegen so wenig Kinder geboren werden. Vom Verfasser des obigen Pamphlet’s wüßte ich gerne ob er noch eine andere Alternative sieht, außer das Parken von Kleinkindern in irgendwelchen Institutionen.

      • Ich teile die Ansicht des Autors und bedaure die zunehmend weltfremde Ausrichtung innerhalb der AfD. Ich würde es dennoch begrüßen, wenn Sie Leuten wie Frau Schmelzer etwas konstruktiver antworten könnten.

    • Kinderkriegen ist Privatvergnügen??? Wer sowas sagt, hat das Rentensystem mit Generationenvertrag nicht verstanden. Und selbst wenn man auf Kapitaldeckung umstellt, von wem will man denn im Alter noch etwas kaufen wenn nicht von Kindern – die eben irgendwer kriegen muss? Wir haben, in den Köpfen der Ideologen „schon immmer“, in der Realität seit 1957, ein System dass die Risiken der Kinderlosigkeit vergesellschaftet und die Risiken vom Kinderkriegen privatisiert. Und da WUNDERT man sich, dass Fehlanreize zu Fehlentwicklungen führen???

      Reflexartig wird bei Kinderbetreuung auch die DDR genannt. Na und? Mit der gleichen Begründung dürfte man wegen einer weitaus schlimmeren Diktatur doch auch keine Autobahnen bauen, oder? DIe Ostdeutschen erscheinen mir doch ganz gut geraten.Selbst wenn ich an denen was auszusetzen habe, liegt das wohl eher nicht an den Krippen. Meine Kinder waren auch früh in der Krippe und bisher hat keines angefangen zu sächseln. Auch in der Wissenschaft ist mir nichts bekannt, was die pauschale Verunglimpfung der Krippen auch nur entfernt stützen würde, obwohl wir – nicht nur aus der DDR – sehr wohl Erwachsene kennen, die ihrerzeit Krippenkinder waren.

      Ein Grund für das Ausbleiben der so ersehnten Traumatisierung ist, dass es NATÜRLICH auch in Krippen feste Bezugspersonen gibt: Es wird gewissermaßen die alte Großfamilie mit vielen Cousins und Geschwistern simuliert. Wer sich mit der Thematik auseinandersetzt,weiß das.

      Summa summarum sehe ich also nicht, wieso ich als Vater mich schämen sollte, gegen den Generation um Generation zu stärkeren Ausverkauf anzukämpfen. Umgekehrt würde mir einleuchten.

      Liebe AFD, ich habe Euch in der letzten Bundestagswahl gewählt, obwohl ihr keine klare Aussage für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gemacht habt – und damit war schon meine Schmerzgrenze erreicht. Wenn ihr Hausfrauenehe wollt, dann seit ihr mich als Wähler los – und ich weiß, ich bin nicht der einzige. Bisher seit ihr für Vernunft und gegen Dogmatik angetreten. Mit dem dogmatischen Festhalten an einem romantisch verklärten Familienbild (die erste Generation die es sich flächendeckend leisten konnte war auch schon die erste die dagegen rebellierte) habt ihr Eure Existenzberechtigung verwirkt!

  4. Zwischendurch hat man immer mal wieder den Eindruck der AN
    hätte etwas verstanden. Hat er aber nicht.
    Ehegattensplitting bevorteilt keine Ehegatten.
    Wenn beide von der Höhe her ein ähnliches Einkommen haben, bezahlen sie
    die gleiche Steuer wie zwei Ledige.
    Nur für den Fall, dass einer aufgrund eines Kindes nicht arbeitet ,vermindert
    sich die Steuer des dann allein Verdienenden.

    • @Günter: Das stimmt nicht ganz. Auch bei den 60% der kinderlosen Ehepaare gibt es häufig große Einkommensunterschiede und oft nur Alleinverdiener.

      Das Ehegattensplitting entlastet umso mehr, je höher die Einkommensunterschiede zwischen den beiden sind. Es wirkt am stärksten, wenn es sich um eine traditionelle Alleinverdiener-Ehe handelt. Verdienen beide dagegen gleich viel, haben sie keinen Vorteil aus dem Splitting. Außerdem hängt die steuerliche Entlastung auch von der Höhe des Einkommens ab. Den maximalen Splittingvorteil erreichen Alleinverdiener-Ehen mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen über 500.000 Euro. Sie sparen rund 15.700 Euro Steuern p.a.

      Das Ehegattensplitting begünstigt Ehepaare ohne Rücksicht darauf, ob sie Kinder haben oder nicht.Es ist heutzutage absolut kein geeignetes Mittel mehr zur Förderung und Entlastung von Familien mit Kindern. Es ist auch absolut nicht mehr zeitgemäß und sinnvoll, die Ehe gegenüber allen anderen Lebensweisen zu privilegieren. Es gibt immer mehr nichteheliche Lebensgemeinschaften, alternative Familienformen und Alleinerziehende. An dieser Realität geht das Ehegattensplitting komplett vorbei.

      Also, wer hat hier etwas nicht verstanden?

  5. Das Grundgesetz stellt nicht ohne Grund die Ehe unter besonderen Schutz. Daraus leitet sich das Ehegattensplitting ab, welches ich gerade heute für sehr zeitgemäß halte. Es ist einfach ein Unterschied ob sich Mann und Frau in jungen Jahren schwören ein Leben lang in guten wie in schlechten Zeiten zusammen zu stehen und dies dann auch tun oder ob Mann wie Frau einen wie auch immer gearteten Partner herab würdigend als Lebensabschnittsgefährten und damit letztlich als etwas zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse betrachten. Ehe ist eben mehr als nur Sex zu haben. Ehe heißt wirklich füreinander einstehen und damit letztlich die Grundlage für den Fortbestand menschlicher Gesellschaft zu schaffen. Nicht ohne Grund hat die Ehe in allen Religionen eine heraus ragende Stellung.
    Nur in einer dauerhaften funktionierenden Ehe können Kinder ungestört aufwachsen, da sie immer eine Rückzusgebene haben, die ihnen sonst verwehrt bleibt. Das heißt nicht, dass die Frau zu Hause am Herd zu stehen hat und der Mann arbeiten zu gehen hat. Schon im 19.Jahrhundert formulierten Menschen wie Fröbel und Pestalozzi Möglichkeiten wie ein harmonisches Familienleben mit Kindergarten und Schulhort möglich ist. Nur dadurch kann sich auch die Frau frei entfalten und ehrlich gesagt sehe ich kein Problem darin, wenn sich zwei Erzieherinnen um neun Babys kümmern, damit deren Eltern arbeiten gehen können.
    Wenn man allerdings die Ehe im Vergleich zu anderen Formen des zusammen lebens auf den rein wirtschaftlichen Aspekt reduziert, dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn Geburten ausbleiben. Es gibt eben im Leben wirklich weit mehr als nur die Tatsache auf der Steuertabelle zu schauen, wer vieviel dann vielleicht mehr netto hat. Der der nämlich mehr netto hat der übernimmt auch eine ganz andere Verantwortung für unsere Gesellschaft als der, der eben einen Lebensabschnittsgefährten wie manche die Unterwäsche wechselt. Der braucht sich dann aber nicht zu wundern, wenn er ein Leben lang allein ist.

  6. Einiger der wenigen Beiträge, wo ich mit dem Alternativen Newsletter übereinstimme. Steuern sollten sich nach der Anzahl der Kinder bemessen. Kindergeld sollte nur gezahlt werden, wenn das um die Steuer verminderte Einkommen nicht ausreicht, um für die Eltern und ihre Kinder das Existensminimum zu sichern. Bei Kindern muss auf Grund der Kosten das Existensminimum natürlich höher angesiedelt werden. Die Betreuung von Kindern in Kindergrippen und Kindergärten sollte kostenfrei sein. Hier werden die Grundlagen für später gelegt. Dadurch gibt man den Eltern auch die Möglichkeit, sich frei eintscheiden zu können, ob sie ihr Kind lieber selbst betreuen oder ob sie dies teilweise einer Einrichtung überlassen. Mir hat der Kindergarten in der DDR übrigens nicht geschadet. Wir hatten ein großes Außengelände, sogar mit Planschbecken. Wir haben gemalt und gebastelt, was wichtig für die Feinmotorik ist. Musikalische Früherziehung war auch dabei, wir haben auch Märchen aufgeführt, Sport haben wir natürlich auch gemacht. Auch haben wir kleine Ausflüge unternommen, wo uns unsere Kindergärtnerinnen Pflanzen und Tiere erklärt haben. Es war keine Aufbewahrungsanstalt. Welche Mutter/Vater kann diese Bandbreite einem Kind bieten?

  7. @AN
    Bei einer Alleinverdienerehe sollte doch wohl für jede Person ein Grundfreibetrag vorhanden sein
    der ja auch für jedes Kind gilt.
    Es überträgt dann ja nur derjenige der gerade nicht arbeitet seinen ihm zustehenden Grundfreibetrag
    und die ihm zustehende Progression an den Alleinverdienenden.
    Soll das den Personen weggenommen werden? Wie krank muss man sein so etwas zu wollen.
    Für den Planeten Erde ist es am Ende besser dass die Stückzahl der Menschen nicht mehr wird sondern möglichst weniger.
    Deshalb erinnert mich diese so intensiv geforderte Kinderkriegerei an Zeiten die ich überwunden glaubte.

    • @Günter Mit welcher Berechtigung sollen Ehen ohne Kinder gefördert und steuerlich besser gestellt werden, aber Alleinstehende mit Kind und Lebensgemeinschaften (ohne Ehe) mit Kind nicht? Das ist absurd.

      Was wir brauchen ist z.B. ein Familiensplitting, aber kein Ehegattensplitting.

      Das Ehegattensplitting war ursprünglich zur Famlienförderung gedacht – 60% der Ehen sind aber ohne Kinder.

  8. Es hat letztendlich nichts mit der Ehe sondern mit der Freistellung des Grundeinkommens zu tun
    wenn zwei Menschen zusammenleben. Die Dummheit mit der hier impertinenter Weise weitergeschrieben wird
    ist schon ziemlich unerträglich. Erkennt doch erst einmal den Sachverhalt.
    Wenn man keine Ahnung vom Thema hat, sollte man nicht anfangen dummes Zeug zu schreiben.

    • Wie der Name Ehegattensplitting schon sagt, ist diese Form der Förderung an die Ehe gebunden. Nochmals: Die Empirie bestätigt (30% aller Lebenformen mit Kind können nicht davon profitieren, gleichzeitig können 60% kinderlose Ehen diese steuerliche Begünstigung in Anspruch nehmen), dass das Ehegattensplitting versagte und dass wir andere Formen der Föderung benötigen, z.B. ein Familiensplitting.

  9. @AN: Volle Zustimmung! Familiensplitting ist der richtige Weg!

    @Günter: Das intensiv geforderte Kinderkriegen erinnert keineswegs an Zeiten, die Sie überwunden glaubten. Kinder kriegen ist das normalste dieser Welt und nur durch Kinder kriegen kann die Menschheit fort bestehen. Geht einfach nicht anders und die Machart ist ja nicht die schlechteste. Gibt schlimmeres auf der Welt 🙂

    Wie hätten Sie es denn gern? Etwas so, dass wir irgendwann ein Baby wie ein Stück Möbel im Internet bestellen und es dann aus der Retorte passend zur Farbe der Möbel geliefert wird? Wenn sich die heutige junge Generation in Deutschland dem Kinder kriegen sehr offensichtlich verweigert, wird das fatale Folgen haben, die dann genau diese junge Generation ausbaden wird. Die oft propagierte Lösung offensichtliche Demografieentwicklung dadurch zu lösen, dass Migranten gefälligst ihre Kinder mitzubringen bzw. welche zu bekommen haben, führt in eine Sackgasse.

    Es ist aus ethisch moralischer Sicht absolut unverantwortlich Menschen aus anderen Kulturkreisen auf Teufel komm raus nach Europa zu holen, sie dadurch zu entwurzeln und in Europa Konflikte zu schaffen, die es sonst nicht gäbe. Welchen Sinn hat denn eine Migration, wenn Einwanderer direkt in deutsche Sozialsysteme einwandern? Wie lange soll denn bitte schön die deutsche Gesellschaft das noch finanziell abdecken können? Man muss nicht Volkswirtschaft studiert haben um zu begreifen, dass das nicht auf Dauer funktionieren wird.

    Was wir in unserem Land brauchen ist nichts andere als eine Familien freundliche Politik, in der Kinder kriegen im Alter zwischen 20 und 25 das Normalste dieser Welt ist, wie es das übrigens auch noch heute in einer Reihe von EU Ländern ist. Dazu gehört in einer aufgeklärten Welt die Existenz von Kinderkrippen und Kindergärten wie sie uns Pestalozzi und Fröbel lehrten und wie sie ja auch in anderen EU Ländern vorhanden sind.

    Es gibt unendlich viele Belege dafür, dass der Besuch einer Krippe oder eines Kindergarten nur denen schadete, die nie eine solche Einrichtung besuchten. Es ist vollkommen richtig wenn Anubis hier schreibt, dass ein Kindergarten den Kindern Möglichkeiten bot, die die Mutter oder der Vater nicht bieten kann. Ein richtig organisierter Kindergarten ist alles andere als eine Kinderaufbewahrungsanstalt. Ein richtig organiserter Kindergarten erfüllt gleich mehrere Funktionen. Er gibt den Eltern die Möglichkeit beruflicher Entfaltung und er gibt Kindern die Möglichkeit unter fachkundiger Anleitung die Welt spielend zu entdecken. Er verschafft Kindern damit Erlebnisse von denen sie später zehren werden.

    Wer sich aber des Kinder kriegens mit dem Argument „Für den Planeten Erde ist es am Ende besser dass die Stückzahl der Menschen nicht mehr wird sondern möglichst weniger.“ verschließt, der stellt letztlich seine eigene Existenzberechtigung in Frage. Wer soll Sie denn bitte schön einmal im Alter betreuen lieber Günter wenn nicht die Kinder, denen Sie sich heute verweigern. Werden Sie dann fairerweise akzeptieren, dass man Sie einfach abschaltet, da sie ja als dann offensichtlich altes Möbelstück ausgedient haben? Ist es das was Sie wollen?

  10. Bedaure, hier in die Diskussion zur Familienpolitik hineinplatzen zu müssen. Aber irgendwie passt es ja doch, denn es hat ja nun nach diversen Ländern auch in Hessen einen Generationenwechsel in den Landesvorständen gegeben. Na klar, es ging nicht weiter mit den alten Streithähnen und ihren Antipoden in den Ländern. Also hat die stets ach so schwarmintelligente Basis nun allerorten einen klaren Schnitt gemacht und „neue“ Köpfe gewählt, die größtenteils weder neu noch Köpfe sind. Es sind fast überall wiederum eher Grauköpfe, diesmal aber der gezähmten Art, der man beim Gehen die Schuhe neu besohlen kann. Die stets sedierte Basis will Ruhe um jeden Preis. Daher hat sie nun ein Zombie-Rudel von scheintoten Akademikern zusammengewählt. Leider um den Preis, daß nun edelweinkennerliche Besserwisserei in Altherren-Halstüchern die Diskussion in den Vorständen „beleben“ wird. Nörgeln auf hohem Niveau aus gutsituierter Warte ist nun das Gebot der Stunde. Die vorigen Teufel waren zwar unerträglich – aber wenigstens feurige Macher. Der politische Kampf wird nun nicht mehr auf der Strasse ausgetragen. Sondern in rotweinerlichen Kaminrunden, in denen man bloß die intellektuelle Deutungshoheit durch das charmantere Bonmot und das treffendere Latein-Zitat zu gewinnen sucht. Auf das artikulationsunfähige dumpfe politische Unbehagen der Basis wird man während nicht enden wollender Diskussionen bei Schnittchen herabschauen, ohne etwas Anderes als die Schnittchen anzupacken. Schlimm genug, sich die Finger fettig zu machen. Dies während die geschlagenen Armeen und ihre bisherigen Generäle fortan ohne bedeutende Ämter ihre ursprünglichen Parteifeinde einfach weiter bekämpfen, ihre Kanonen gelegentlich auf die neuen Honoratioren-Vorstände ausrichten oder ganz das Schlachtfeld verlassen. Arbeiten wird jedenfalls keiner mehr. Ein Zustand, der nur durch innere Revolte zu ändern wäre – doch die würde nun von der urteilsunfähigen Basis immer wieder aufs Neue abgestraft. Also müssen auch die alten Teufel sich relativ gesittet verhalten. Wo man doch jetzt endlich Ruhe hat. Ja, Friedhofsruhe hat man. Die Basis selbst hat nun die Partei unwiderruflich kastriert und ihr die letzten Zähne gezogen. Die alten Kämpen konnten noch zubeissen, ob Teufel oder vermeintlicher Engel. Die neuen „Macher“ haben nur die teuersten und feinsten dritten Zähne, die zwar makellos strahlen, aber nicht zum bedingungslosen beherzten Zubeissen geeignet sind. Sind ja selber Zahnärzte oder ihre Freunde sind es, soweit sie nicht als pensionierter Oberstudienrat oder Anwalt dahin dämmern. Finis AfD, es lebe das wutbürgerliche pensionierte Akademiker-Mittelmaß!

  11. @Talleyrand:

    „Bedaure, hier in die Diskussion zur Familienpolitik hineinplatzen zu müssen.“
    Müssen muß man gar nichts, Talleyrand. Außer aufs Klo und sterben, irgendwann. Und Ihr Beitrag ist nun wirklich nicht dergestalt, daß man ihn sich antun muß. Außer Invektiven und diffamierenden Dauerbehauptungen enthält der keinerlei Inhalt, außer der Message, daß die AfD schlimmschlechtbösedumpfundauchsonstirgendwieganzreaktionär ist und daß man wohl wieder mal nicht auf Sie gehört hat.

    „Aber irgendwie passt es ja doch, denn es hat ja nun nach diversen Ländern auch in Hessen einen Generationenwechsel in den Landesvorständen gegeben. Na klar, es ging nicht weiter mit den alten Streithähnen und ihren Antipoden in den Ländern. Also hat die stets ach so schwarmintelligente Basis nun allerorten einen klaren Schnitt gemacht und “neue” Köpfe gewählt, die größtenteils weder neu noch Köpfe sind. Es sind fast überall wiederum eher Grauköpfe, diesmal aber der gezähmten Art, der man beim Gehen die Schuhe neu besohlen kann. Die stets sedierte Basis will Ruhe um jeden Preis. Daher hat sie nun ein Zombie-Rudel von scheintoten Akademikern … Uaaaaaaah …. Gääääähn …rrrrrrrrrrhh …. Huch, da kam ja doch noch was (kann kein Mensch schlafen bei so was!) „Finis AfD, es lebe das wutbürgerliche pensionierte Akademiker-Mittelmaß!“

    Jetzt haben Sie es der AfD aber gegeben, Talleyrand. Die wird in Ehrfurcht und Angst erzittern.

    Was wollten Sie noch sagen?

    • Was ich noch sagen wollte? Die Wahrheit und den Mut dazu hatte ich und Sie haben es gelesen, lieber Karl. Das letzte Mal, als ich eine solche harte Kritik wie die Ihre einstecken musste (noch dazu mit dem genialen Kniff „jetzt hast Du’s uns aber gegeben, Talleyrand“), befand ich mich auf der Zielgeraden im Kindergarten. Schön, daß aktuelle Spitzenfunktionäre der AfD hier mitlesen und sich einbringen. Denn bei Ihrer souveränen „Argumentation“ muß es sich ja um einen solch edlen Geist handeln. Mittlerweile ist schon die dritte Reihe ganz nach vorne gekommen und das merkt man. Nix für ungut, Herr Doktor, ich hab Sie wohl einfach zu exakt getroffen. Ich verstehe Ihre Aufregung. Wer bekommt schon gerne den Spiegel vorgehalten.

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