Wie der fränkische Richelieu die AfD Bayern terrorisiert und mit herunterwirtschaftet
Der aalglatte Jochen Seeghitz intrigiert am liebsten unsichtbar aus dem Hinterhalt. Besonderes Geschick sagt man dem bayerischen Landesschatzmeister der AfD nach, wenn es darum geht, zum richtigen Zeitpunkt kompromittierendes Material aus dem Hut zu zaubern. Der 47 Jährige legt sich nicht gerne fest, er gibt sich lieber flexibel nach allen Seiten. Seeghitz gilt gar als „gewiefter Polithund“, da er überaus gerne die Strippen zieht und andere geschickt zu manipulieren versteht: Eine kurze Information, ob wahr oder falsch, zum richtigen Zeitpunkt platziert – treffsicher, um Entscheidungsprozesse und Meinungen im eigenen Interesse zu beeinflussen.
Manch einer bezeichnet ihn gar als den Cardinal Richelieu der AfD Bayern. Mit dem französischen Staatsmann des 17. Jahrhunderts mag ihn durchaus das innenpolitische Ziel verbinden, die königliche Zentralmacht (sprich: die Macht des Landesvorstandes) ganz im Sinne des Absolutismus zu stärken. Die Ostersonntagsvorstände schalten und walten vollkommen ohne die Mitwirkung der bayerischen Parteimitglieder.
In der Wahl seiner Methoden folgte Richelieu dem Grundsatz: „Gegen seine Feinde kann man alles einsetzen.“ Er schaltete politische Gegner rücksichtslos aus und ging Bündnisse nur nach Zweckmäßigkeit ein. Der Vergleich liegt in dieser Hinsicht sogar sehr nahe. Auf Sitzungen und Parteitagen lässt Seeghitz mit Vorliebe Dritte seine längst vorbereiteten, suggestiven Fragen stellen und Unterstellungen äußern, um unliebsame Mitglieder schlecht zu machen und Kandidaten auszuschalten. Richelieu bekämpfte innenpolitisch die Hugenotten und baute ein eigenes System ihm treu ergebener Verwaltungsbeamter und Spione auf. Seeghitz bekämpft in der AfD Bayern die Rechte der Mitglieder. Mit André Wächter und Michael Göschel zusammen leitet er eine Art Terror- und Überwachungszentrale, die ihre willfährigen Helfer in die Bezirke und Kreise aussendet, um stets den Überblick zu bewahren und die Mitglieder zu zersetzen: Bespitzelungen, Drohungen, Erpressungen, Repressalien, Anschwärzungen, Rufmord und Einiges dergleichen mehr.
An Absprachen mag Seeghitz sich nicht halten, wenn es ihm anders nützlicher erscheint. Bei der Delegiertenversammlung zur Aufstellung der Landesliste in Ingolstadt widersetzte er sich der vorangegangenen Hinterzimmerabsprache und irritierte seine Ostersonntagsamigos und die Provinzfürsten. Entgegen der Abmachung kandidierte er auf Plätzen, für die er nicht vorgesehen war und brachte so das wohl vorbereitete Gefüge für die gleichgeschaltete Delegiertenversammlung durcheinander.
Während Richelieus verschuldete Familie ihre finanziellen Schwierigkeiten mit Hilfe von königlichen Zuschüssen überstand, sieht Seeghitz seinen persönlichen Eurorettungsschirm in der AfD. Hat es mit dem gut dotierten Mandat im Bundestag nicht geklappt, macht er sich nun Hoffnungen auf ein warmes Plätzchen im EU – Parlament. Seeghitz ist geschäftsführender Gesellschafter eines Unternehmens, das tief in den roten Zahlen steckt. 2011 machte sein Unternehmen einen Verlust von rund 184.000€ und steigerte die Verbindlichkeiten auf fast 700.000 €. In dieser Lage bleibt natürlich mehr Zeit, die AfD Bayern mit herunterzuwirtschaften oder sich in den Firmen mancher Parteifreunde zu bewerben.

v.l.nr. Dettleff W. Schilde, Michael Göschel und Jochen Seeghitz
Gründungsparteitag am Ostersonntag: Göschel und Seeghitz bereiten ihre Wahl vor
Bis zur unumgänglichen Vorlage des Rechenschaftsberichtes im nächsten Jahr möchte er sich einen bequemen Posten sichern und ausreichend an den Futtertrögen gefressen haben, um auch nach dieser lästigen Offenlegung sein bequemes Polster in der AfD behalten zu können. Ebenso in der Transparenz der Landesverbandsfinanzen scheint Seeghitz eine große Affinität zum Cardinal Richelieu aufzuweisen: „Der Haushalt ist der Nerv des Staates (sprich des Landesvorstandes). Daher muss er den profanen Augen der Untertanen entzogen werden.“
Dennoch ist es ein offenes Geheimnis, dass der bayerische Landesvorstand sehr sorglos mit den Geldern der zahlenden und spendenden Mitglieder umgeht. Kurz vor dem anstehenden Bundestagswahlkampf bemerkte der Landesschatzverschwender plötzlich, dass die Kasse des Landesverbandes mehr oder weniger leer war. Der Wahlkampf kam für die Ostersonntagsbande allzu überraschend, damit konnte nun wirklich niemand rechnen. Und es war ja auch absolut notwendig, drei Mercedes – Limousinen zu finanzieren, deren Schlüssel der Vorstandskollege Fritz Schladitz dann in Zuhältermanier protzig auf den Tisch knallen und in den Saal des Parteitages in Ingolstadt am 11.05.2013 zeigen konnte, um zu behaupten „finanziell gesund“ zu sein: „Draußen stehen m e i n e drei Mercedes.“
Trotz zahlreicher versierter Juristen und Spezialisten unter den Mitgliedern sollen auch windige Berater zu bezahlen gewesen sein, die zwar keine entsprechende Ausbildung hatten, dafür aber umso mehr zu sagen bekamen, um den Landesvorstandsmitgliedern ihre Posten und Kandidaturen abzusichern. Zu dumm nur, dass deren Expertise neben der Gier der Ostersonntagsbande mit zur peinlichen Wiederholung der Listenaufstellung führte (siehe AN-Bericht vom 23.06.13: Die bayerische Landesliste der Schande ist ungültig). Das kann ja mal passieren und ist nur ein teurer Anfängerfehler, den die Mitglieder bereitwillig wieder ausbaden. Transparenz und innerparteiliche Demokratie kämen die AfD Bayern um einiges billiger, hätten für den Landesvorstand und seine Günstlinge allerdings den Verlust der Garantie auf Ämter, Funktionen und Listenplätze zur Folge.
Der Landesverband Bayern soll schon vor Montaten eine Extra-Zahlungstranche vom Bund erhalten haben, um die Pleite der Landesverschwendungskasse abzuwenden – natürlich AfD-typisch, nämlich geheim und verdeckt, um nicht bei anderen Landesverbänden Unmut und Ausgleichsforderungen auszulösen. So stimmte der Landesvorstand der AfD Bayern schließlich auch öhne Zögern zu, auf etwa 80% der ihr zustehenden staatlichen Parteienfinanzierung zu verzichten (sog. Kompromiss auf dem zweiten Kasseler „Konvent“, ein in der Satzung nicht vorgesehenes Gremium unter Ausschluss der Mitglieder und ohne demokratische Legitimation), damit die Bundespartei schnell in der Lage ist, zwei Darlehen eines Hamburger Kaufmanns à 500.000€ zurückzuzahlen, bevor sie sich als illegale Großspenden erweisen könnten (Darlehenspassus: sollte die AfD nicht zahlungsfähig sein, werden ihr die Restschulden erlassen).
Zur Zeit gibt der umtriebige Franke den Notvorstand in Hessen. So gefällt er sich. Gleichzeitig kann er die Wiedereinrichtung eines läppischen Kreisverbandes in Mittelfranken getrost vernachlässigen.
Neben soliden Finanzen fehlt dem Landesverband Bayern bis heute eine gültige Finanzordnung. Das zu überarbeitende Flickwerk der aktuellen Finanzordnung kam nicht rechtskonform zustande. Der Parteichef Bernd Lucke ging am Ingolstädter Parteitag schnell über diesen Missstand hinweg und bezeichnete die Finanzordnung als „vorläufig“. Bis heute brachte es Seeghitz nicht fertig, eine gültige und stimmige Finanzordnung zu erstellen und den Mitgliedern im Vorfeld des kommenden Landesparteitages zur Durchsicht und Abstimmung zu schicken.
Dafür fuhr er direkt vor der Bundestagswahl, während der heißen Wahlkampfphase, erst einmal 2 Wochen in den Urlaub.
Lesen Sie Teil 1,2,3,4 und 5 unserer Serie “Die Scheinheiligen aus der AfD Bayern”:
Tobias Zeiler – Wächters williger Erfüllungsgehilfe
André Wächter – ein kleiner Sachbearbeiter will um jeden Preis nach oben
Dr. Brigitte Stöhr – die unsichtbare 1. Stv. Landesvorsitzende
Michael Göschel – der Landesschriftfehler
Rücktritt des 2. stv. Landesvorsitzenden Fritz Schladitz
und: Machtkampf in der Ostersonntagsbande – wird das „Netzwerk Mühle“ die AfD Bayern zermahlen?
