Brandbrief – warum ich mich nicht mehr mit der AfD identifizieren kann/will!

Anmerkung der Redaktion: Der Verfasser des Brandbriefes war Mitglied und Funktionsträger eines norddeutschen Landesverbandes der Alternative für Deutschland.   

Mir reicht es nun in/mit dieser Partei AfD, die für mich persönlich mittlerweile keine Alternative mehr ist und sich offensichtlich von Anfang an (schon über die WA 2013) und dann sehr schnell weiter, leider zu einem Sammelbecken zu vieler illustrer dubioser Figuren, die ich z.T. persönlich (u. a, schon in Berlin ) kennen gelernt habe (Glücksritter, gescheiterte Existenzen, Emporkömmlinge, Geschäftemacher und Dilettanten), auf allen Ebenen entwickelt hat und die anfängliche Gründungseuphorie nachweislich durch peinliches, nicht mehr akzeptabeles „Hauen und Stechen“ in allzuvielen Landesverbänden verdrängt und abgelöst wurde.Faktisch dürfte es einen in seinen Gliederungen so „autokratisch, undemokratisch, autoritär geführten AfD-Landesverband wie Bayern“ in der AfD gar nicht geben. Kein Wunder, wenn man die dort handelnden Personen genauer analysiert.
Und was halten Prof. Dr. Bernd Lucke und der restliche AfD-Bundesvorstand dagegen?Es wird Toleranz zu eindeutigen negativen Sachverhalten gezeigt, wo es eigentlich nichts mehr (z.B. teilweise rechte Unterwanderung oder sonstige chaotische Verhältnisse besonders im Osten oder Bayern) im Sinne einer seriösen Partei zu tolerieren geben sollte, was wiederum mehr als zu denken gibt und viele Mitglieder doch sehr verwundert und diese sich genötigt sehen, die AfD wieder zu verlassen, wobei der logische Exodus von Parteiaustritten auf allen Funktions-Ebenen wohl bereits begonnen hat und nun an Fahrt aufnimmt.

Gegenstand journalistischer Betrachtungen zur AfD in der deutschen Presse sind schon lange nicht mehr das zu dürre acht Punkte-AfD-Parteiprogramm, das mitunter von Bernd Lucke selbst auch noch z.T. widersprüchlich und unverständlich in Interviews dargestellt wird, sondern der interne latente Zank und Streit und sonstige skandalöse Begleitumstände dieser Partei, das für die Medien ein gefundenes Fressen ist. Ganz schlaue AfDler meinen sogar, dass auch schlechte Nachrichten über die AfD Nachrichten sind, die einen Unterhaltungswert/Erinnerungswert besitzen und der Partei von Nutzen sind, was die potentiellen möglichen Wähler natürlich jedoch ganz anders sehen.

Dass sich auf allen facebook-Seiten der AfD täglich AfD-Mitglieder auf Stammtisch-Niveau u. a. durch rechte Parolen, Ausländerfeindlichkeit und Rassismus profilieren, was gar nicht geht, zeigt den Bodensatz der Partei, die dieses Treiben anscheinend nicht mehr unter Kontrolle hat. Selbst auf den Seiten der rechten Islam-Hetzer von pi-news (politically incorrect) findet man regelmäßig in den Kommentarspalten AfD-Mitglieder mit Klarnamen, die dort ihre kruden Beiträge abliefern. So wird aus der großen ursprünglich positiven AfD-Internet-Präsenz (z.B. facebook) in Windeseile leider ein negativer Boomerang.

Die Partei-Basis spielte und spielt bis heute offensichtlich lediglich nur den Part der „nützlichen Idioten“:Unterstützer-Unterschriften für die Partei/Direktkandidaten sammeln; Mitglieder, die ständig durch die Partei zwecks Spenden angebettelt werden und ihre selbst finanzierten, nachweislich zu nicht wettbewerbsfähigen Preisen AfD-Werbemittel kaufen, Plakate aufhängen, die sie vorher über den geschäftstüchtigen AfD-Bayern Schladitz erworben haben. Alles wohl abgesegnet vom Bundesvorstand.

Welch ein eklatanter finanzieller Widerspruch ist da z.B. der Kauf eines ca. 5.500 € teueren, alten Magirus-Deutz Feuerwehr-Fahrzeugs aus Partei-Vermögen durch Nds-Vorstand Ulrich Abramowski und seine niedersächsischen Vorstands-Kollegen/innen, die diesem Unsinn zu Vorstands-Werbezwecken auch noch zugestimmt/abgenickt haben, wobei die Idee nicht neu ist, sondern ein Plagiat aus Schleswig-Holstein darstellt. Solche törichten finanziellen Aktionen sind dem normalen niedersächsischen AfD-Mitglied mit gesundem Menschenverstand leider nicht mehr vermittelbar!

Deutschtümelnde rechte Nationalisten, nicht nur im niedersächsischen Landesverband, gegen die gar nicht oder nur halbherzig vorgegangen wird (z.B.in Göttingen auch noch gewählt) wobei diese Probleme sogar vom kooptierten AfD-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Ullrich, ebenfalls aus Göttingen, unverständlicherweise negiert werden.
Die in vielen Fällen von Anfang an und nicht nur von mir vermutete, viel zu laxe oder so gut wie nicht stattgefundene Neumitglieder-Überprüfung in vielen Landesverbänden zeigt nun
anscheinend seine ganze negative Wirkung in der AfD-Mitgliedschaft.

Vom niedersächsischen AfD-Landesvorsitzenden Abramowski gibt es z.B. bis heute nur eine Kurzbiografie, aus der nicht ersichtlich ist, ab etwa 2007, zumindestens aber ab 2009, wovon UA eigentlich lebt bzw. wodurch er ein Einkommen bezieht.
Das Wenige was man von Abramowski weiß, kann man erfahren, wenn man sich auf einer kanadischen Website für Modelleisenbahnfreunde von 2009 informiert und wo Abramowski seinem Eisenbahnfreund
per Internet öffentlich mitgeteilt hat, dass er arbeitslos, finanziell durch die Finanzkrise unter die Räder gekommen ist und einen „beruflichen restart“ in Nova Scotia/Kanada plante.
Scheint wohl nicht geklappt zu haben mit Kanada!  Macht nichts, denn jetzt winkt ja ein Bundestagsmandat, glaubt zumindestens Abramowski.
http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:NOhClN8ASGgJ:ucandarailway.ning.com/profile/UlrichAbramowski+&cd=1&hl=de&ct=clnk&gl=de

Warum spricht Abramowski nicht einfach offen über die Zeit von 2007 bis zum heutigen Tag über seine Biografie? Gibt es was zu verbergen? Seine Version: “ Ich bin Dipl.-Volkswirt, seit 25 Jahren verheiratet, ein Sohn, Unternehmensberater“ (kann sich jeder nennen), ist explizit zu wenig für einen AfD-Partei-Vorsitzenden in Niedersachsen, zumal er selbst von jedem Wahlkreis/Kreis-Koordinator/Kreis-Sprecher eine schriftliche Biografie erbeten hatte.Transparenz und Seriosität sehen anders aus!

Begründete Kritik innerhalb der AfD wird häufig einfach „von oben“ arrogant abgebügelt. Mitglieder mit kritischen Meinungen wurden gemobbt, ausgegrenzt und von Informationen abgeschnitten. Andere wurden mit Drohungen überzogen. Diverse Berichte hierzu sind u. a. im Internet unter
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/07/08/intrigen-austritte-drohungen-unruhe-im-afd-landesverband-bayern
https://alternativernewsletter.wordpress.com/
nachzulesen. Aber auch mir vorliegende recherchierte Informationen sprechen eine eindeutige Sprache.

Der allenthalben in der Partei zu beobachtende autoritäre Führungsstil, wo mangelnde innerparteiliche Demokratie und mangelnde Transparenz in weiten Teilen der AfD offensichtlich Platz gegriffen haben, ist völlig unakzeptabel.

Der Satz von Dr. Konrad Adam am 14.04. 2013 in Berlin im Interconti, in seiner
dortigen AfD-Gründungsveranstaltungs-Rede gesprochen: – „Wem Gott ein Amt gibt, dem raubt er auch den Verstand“ – scheint sich so langsam auch bei so manchem AfD-Mitglied/Funktionsträger einzustellen.  Eine Chance, die 5 % -Hürde am 22.09. zu überspringen, ist bereits jetzt realistischerweise durch eine permanente negative Außendarstellung der Partei, in weite Ferne gerückt, wobei der interne Selbstzerfleischungsprozess der AfD munter weiter geht und das Ende die allseits prognostizierten 2-3 % sein dürften. Die „one-man-show“ von Dr. Lucke wird eben leider nicht allein reichen. Zu viele uninformierte, unkritische AfD-Mitglieder vertrauen lieber auf den wenig aussagekräftigen Wahl-O-Meter. 

Alle reden vom fehlenden Wahlkampf-Konzept der AfD. Niemand hat ein durchdachtes schlagkräftiges Konzept. Dafür machen viele unkoordiniert, was sie wollen, welches an vielen Beispielen belegbar ist. Wie so ein schwacher AfD-Wahlkampf mit zu vielen dilettierenden, nicht argumentativ sattelfesten Mitgliedern, zumal ohne ausreichende finanzielle Mittel, erfolgreich bestritten werden soll, bleibt jedenfalls ein Geheimnis der nicht überzeugenden AfD-Führung.

Quo vadis Alternative für Deutschland?

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Nachfolgend meine aus gegebenen Anlass begonnenen, noch wenigen, aber ergiebigen Recherchen zum Problem der rechten Unterwanderung der AfD besonders im Osten und seinem z.T. merkwürdigen Führungspersonal!

LV Thüringen

1.
AfD-Sprecher Vorstand
, Mattias Wolfahrt
ein ebenso wie der Prediger Dr. Dr. Dorn 
im Vorstand aus Niedersachsen (der diesen Teil seiner Biographie übrigens, warum auch immer, verschwiegen hat) extrem religiös verstrickter Kandidat, der sich mit  Prophezeihungen der letzten 7000 Jahre identifiziert.
Zur Erläuterung nachfolgender Link:           
http://www.misia.sk/books/35?chapter=44
Da sieht man auch die Verquickung zwischen dieser kreatonistischen Religionssicht und der Politik der Gegenwart, die mit kruden utopischen religiösen Vorhersagen, u.a. aus dem alten Testament abgeleitet, einhergehen. Und so ein Mann ist 1. AfD-Sprecher im Vorstand des LV Thüringen. Unglaublich, aber wahr!
2. Paul Latussek, Gründer des AfD-Ilmkreis-Verbandes (eine schillernde Figur der Vertriebenen-Szene)
U. a. verurteilt vom BGH wegen Volksverhetzung. Zu beiden v.g. Personen siehe den Link der taz: http://www.taz.de/!115892/

LV Brandenburg:

Dr. Rainer van Raemdonck und Thomas Jung, vorher an führender Stelle in der äußerst rechtslastigen Partei DIE FREIHEIT.

Raemdonck ist stellvertretender Vorstandssprecher vom 1. Sprecher Roland Scheel, der diesen Zustand toleriert und den 4. Platz auf der Landesliste für die BTW belegt . Jung ist im erweiterten Vorstand Beisitzer

„Nach der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) gründete sich am 28.04.13 in Brandenburg ein „Landesverband der euroskeptischen Partei Alternative für Deutschland (AfD). Zum Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl im September wählten die 44 Versammelten Alexander Gauland, den früheren Herausgeber der Märkischen Allgemeinen Zeitung“. Anders als die FAZ, die über die Partei ihres ehemaligen Redakteurs Konrad Adam praktisch keine Kritik bringt, prangert die Märkische Allgemeine den Durchmarsch der Rechtspopulisten in Brandenburg offen an“.
„Im Brandenburger Landesverband der euroskeptischen Alternative für Deutschland (AfD) geben Ex-Mitglieder der islamfeindlichen Partei „Die Freiheit“ den Ton an. Nach MAZ-Informationen sitzen im Vorstand des Landesverbandes die hochrangigen Ex-Freiheitler Rainer van Raemdonck und Thomas Jung. Beide standen bis Ende 2011 an der Spitze des Brandenburger Landesverbandes. Beide wollten sich zu ihrer politischen Vergangenheit auf Anfrage nicht äußern“ .
„Thomas Jung war Landesvorsitzenden der rechtspopulistischen Kleinstpartei „Die Freiheit“ in Brandenburg, Dr. Rainer von Raemdonck stellvertretender Vorsitzender.

Internen Zank gibt es bei der AfD Brandenburg ebenfalls. Nur 44 Mitglieder haben an dem Parteitag teilgenommen. Die AfD hatte „nach offiziellen Angaben an diesem Tag in Brandenburg bereits 280 Mitglieder“. Der zum Landesvorstand gewählte Scheel soll dafür gesorgt haben, dass am Parteitag nur Mitglieder mit Stichtag 6. April teilnehmen durften. „Dadurch wurden nur rund 150 Mitglieder eingeladen“. Die 44 Mitglieder wählten ihn „unter Ausschluss der Öffentlichkeit“ nicht nur zum Landesvorsitzenden sondern sicherten ihm mit Platz 2 bei Überspringen der 5 % Hürde auch einen aussichtsreichen Listenplatz.“

„Ex-AfD-Bundesvorstandsmitglied Ludwig Cromme, Mathematik-Professor an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus, „wirft dem neu gewählten Landeschef Scheel deshalb mangelnde Transparenz und fehlende innerparteiliche Demokratie vor. „Wir fordern in unserem Programm mehr Demokratie.“ Für Cromme ist es daher selbstverständlich, dass dies auch in der eigenen Partei umgesetzt werde“,

schreibt die MAZ. Die Islamfeinde um Landesparteiführer Scheel und dieser selbst verstehen unter Demokratie scheinbar ein anderes Vorgehen, das in Bezug auf Bayern vom AfD Mitglied Norbert K. als „Vorstandsdemokratie“ vs. „Basisdemokratie“ bezeichnet wird . Schon im Vorfeld des 1. Bayerischen Parteitages der AfD im März lautete der Titel eines Artikels dazu „„Alternative für Deutschland“ Demokratur nach Gutsherrenart?“

http://diefreiheit.org/home/2011/03/zweites-offenes-landesgruppentreffen-der-freiheit-in-brandenburg/
Mecklenburg-Vorpommern:

Andreas Kuessner, 1. Sprecher im Landesvorstand der AfD in Mecklenburg-Vorpommern.
„Islamfeinde übernehmen AfD Ostdeutschland“

„Einer der drei Landesvorsitzenden für Mecklenburg-Vorpommern, Andreas Kuessner, wurde vor noch nicht einmal 1½ Jahren, am 10.12.2011, auf dem Parteitag der islamfeindlichen Kleinstpartei „Die Freiheit“ (DF) in Frankfurt mit den meisten Stimmen (86) in das Bundesschiedsgericht dieser Partei gewählt . Am 15.11.2011 veröffentlichte er bei DF einen Aufruf zum Patriotismus  „Mehr Patriotismus wagen – ein Diskussionsbeitrag aus Mecklenburg-Vorpommern“. „Patrioten lassen keine integrationsunwilligen Ausländer ins Land“ wird in dem Papier gegen alles Fremde gehetzt.“


Niedersachsen:

Auch wenn der famose Jurist Prof. Dr Ullrich, der seinerzeit selber im Fokus der Göttinger Staatsanwaltschaft stand, alles zu der rechten Situation der AfD in Göttingen möglicherweise kleinredet und relativiert, so bleiben trotzdem handfeste Fakten bestehen. So muß man nach derzeitiger Lage davon ausgehen, dass Leute wie dieser junge Rechte, offensichtlich auch zur Gewalt neigende Lennard Rudolph und der nachgewiesene Islam-Hetzer Lars Steinke (19jähriger Student) nichts in der AfD zu suchen haben sollten. Dass Steinke und Rudolph auch noch zu stellvertretenden Sprechern im Kreis Göttingen/Osterode gewählt wurden, ist ein Witz, über den man allerdings nicht lachen kann. Und das alles unter der Augen von Dr.Ullrich! (kooptiertes AfD-Vorstandsmitglied Nds).

http://www.goettinger-tageblatt.de/Nachrichten/Goettingen/Uebersicht/FDP-fordert-Absetzung-des-Rechtsamtschefs
(Der hinzugezogene Jurist ist Norbert Ullrich, unbedingt die Kommentare lesen!)

Kommentare

Oha, die S. Stortebecker – 19.04.10 s. u.

Die Bürokratie und Judikative darf sich niemals in keinem Land der Welt so heimtückisch verbinden gegen einen Bürger. Wenn die FDP in Göttingen glaubt, dass viele Göttinger den Fall „Norbert Ullrich“ vergessen haben, so täuscht sie sich. Mir ist noch der Artikel im Göttinger Tageblatt vom 31.10.2008 auf Seite 10 in lebhafter Erinnerung. Norbert Ullrich war von allen FDP-Ämtern zurückgetreten, nachdem herauskam, dass die Staatsanwaltschaft Göttingen wegen des Verdachts der Nötigung zu Lasten einer Alleinerziehenden Mutter gegen Ihn ermittelt hat. Auch versuchte er in diesem Fall den zuständigen jungen Richter unter Androhung von Repressalien den Fall zu seinen Gunsten entscheiden zu lassen. Die Parallelen zu Fall K. sind offensichtlich. Dass fand die FDP in Göttingen ja gar nicht anstösslich: Norbert Ullrich ist bis heute noch Vorsitzender der Kreistagsfraktion.“

 (Norbert Ullrich war dann letztendlich erst im Frühjahr 2013 aus der FDP ausgetreten, um plötzlich bei der AfD im Mai in Niedersachsen zu erscheinen)

Braucht die AfD eine innerparteiliche Revolution?

Wo steht die Alternative für Deutschland im politischen Spektrum? Auf diese Frage antwortete die AfD Sprecherin Frauke Petry mit Schubladen, in die sich die AfD nicht rein pressen lassen wolle. „Wir haben es gar nicht nötig, am rechten oder linken Rand zu fischen“.

Die Antwort ist falsch. Die richtige Antwort sollte lauten:

Wir wollen nicht weniger als eine europäische Revolution auslösen, also dürfen wir kein Teil des politischen Systems werden, sondern müssen das System von aussen bekämpfen.

Die Gretchenfrage heißt also, will die AfD das politische System revolutionieren, will sie eine bürgerliche Revolution lostreten oder will sie sich lieber in das politische System eingliedern und dieses dadurch stärken? Ich habe den Eindruck, das Letztere ist der Fall.

Schauen wir uns zunächst die Vita des AfD Führers Bernd Lucke an. Er wurde vom Deutschen akademischen Austauschdienst gefördert, einer Kaderschmiede für systemtreue Eliten, er war Berater für die Weltbank, einer Organisation der Finanz- Elite, er ist Wissenschaftler, er ist ein christlicher Familienvater, er ist ein treuer Staatsbeamter, er ist Gründer eines Plenums der Ökonomen und er war über 3 Jahrzehnte Mitglied der CDU.

Er ist in jedem Fall ein Teil des Establishments aber ein Revolutionär, wie einst im Vormärz, ist er auf keinen Fall.

Er liebäugelte mit den Freien Wählern und pflegt Kontakte zu Oliver Janich, dem Gründer der PDV, einer libertären Partei.

Aber libertär ist die AfD nicht, denn sie will beispielsweise das EEG über eine neue Steuer finanzieren. Das Plenum für Ökonomen will eine Stärkung des Europäischen Handelssystems für CO2-Zertifikate (http://www.wiso.uni-hamburg.de/lucke/) Das ist ein Planwirtschaft, aber keine freie Markwirtschaft.

Eine Antwort auf die Frage: wo steht die AfD findet, wer sich die führenden Köpfe, die Kritiker und die Unterstützer anschaut.

Reichlich Kritik kommt aus der linken und der grünen Ecke: z.B. von http://bubgegenextremerechte.blogsport.de/ oder

http://andreaskemper.wordpress.com/2013/07/20/afd-nazi-diktatur-war-nicht-rechts-linken-antifaschismus-gab-es-nicht/ oder

http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/83127/gruene-rufen-zur-sabotage-des-wahlkampfes-der-alternative-fuer-deutschland-auf/

Mit der Frage ob die AfD links oder grün ist braucht man sich nicht länger zu beschäftigen, dies zeigt auch die Ablehnung der Homo Ehe durch die rechtskonservative AfD Bundestagskandidatin von Storch. Sie bemängelte in einem Schreiben, der Katholik Zollitsch kritisiere weder die Grünen noch die Piraten, obwohl diese für die Homo-Ehe einstünden. Die AfD hingegen stehe für christliche Werte.

Jede Menge Zustimmung bekommt die AfD von dem Internetportal „Politically Incorrect“, einem im rechten Kreisen beliebten Netzwerk von Islamfeinden

PI-News .Zitat:

„Gut, dass es bereits jetzt – am 22.9. – eine Alternative gibt!“

Quelle: http://www.pi-news.net/category/alternative-fur-deutschland-afd/

Diese Islamhasser stehen so weit rechts, dass es schon schwer fällt bei solchen Freunden nicht in den Verdacht zu kommen, man stehe in der Mitte der Gesellschaft.

Die begründete Sorge, die AfD könnte von rechts unterwandert werden, kam auch auf, als der stellvertretende NRW Landesvorsitzende Martin Renner die Düsseldorfer Freien Wähler in die AfD einschleussen wollte. Der Versuch, mit dem Düsseldorfer Appell sowohl Mitglieder der Düsseldorfer Freien Wähler als auch Ex-Republikaner aus der AfD fernzuhalten funktionierte nicht. Trotz dieses Appells wurde der EX- Republikaner und Düsseldorfer Freie Wähler Dr. Wlecke zum Schatzmeister des Kreisverbandes gewählt.

Die Ausgrenzung ehemaliger Mitglieder der islamkritischen Partei „Die Freiheit“, des Berliners René Stadtkewitz wurde erst gar nicht versucht.

Jens Eckleben, ehemaliger Hamburger Landesvorsitzende der kulturrassistischen Partei „Die Freiheit“ wurde sogar Landesbeauftragter für Hamburg der „Wahlalternative 2013“ und ist nach eigenen Angaben Gründer des AfD Landesverbandes Hamburg.: http://www.meetup.com/Die_Alternative_in_Hamburg/members/86892882/

Er ist nicht der einzige der aus islamfeindlichen Grüppchen zur neuen AfD gestoßen ist. Er tendiert dazu die Zielgruppe über 50Jahre anzusprechen, weil sozial und finanziell bessergestellt und damit interessanter sei als Jüngere unter 30 Jahre
Jens Eckleben bevorzugt also die konservativen , bürgerlichen, traditionellen Milieus . Für ihn muss „Der Köder muß dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.“, deshalb unterstützt er auch keine jüngeren Kandidaten für den Bundestag.
Gestern Die Freiheit, heute AfD! Unter seinen „gefällt mir“ Angaben bei Facebook findet sich eine rechtspopulistische Freie Wähler Fraktion im Frankfurter Römer. Auch er dürfte nicht zu den Unterstützern des Düsseldorfer Appels, sondern eher in eine rechte Schublade gehören.

Nehmen wir als weiteres Beispiel die Facebook Seite der AfD.. Dort schrieb ein Moderator am 13.5.13 u.a. folgendes zu der Verteidigung eines rechtskräftig verurteilten Volksverhetzers durch den stv. Landesvorsitzenden Martin Renner :

Alternative für Nordrhein-Westfalen Herr Lemmer ist nicht das Problem, Sie haben Herrn Renner angegriffen. Wir dulden hier keine diffamieren an unserer Parteiführung! Facebook ist kein internernes Diskussionsforum, Facebook ist öffentlich! Nehmen Sie ihren persönlichen Angriff zurück. Sie verhalten sich gegen unsere Netiquette. Wie schon gesagt, sollten Sie ein persönliches Problem mit einem unserer Vorstandskollegen haben, klären Sie das bitte persönlich. Wir haben extrem viel Geduld bewiesen, diese ist jetzt am Ende. Wir erwarten eine Entschuldigung.“ ( Zitat Ende)

Der im Düsseldorfer Appel formulierten Bitte an den NRW Landesvorstand, dass die AfD sich deutlich von Gruppierungen abgrenzen soll, die „Ideologien, die dem demokratischen Leitbild und Selbstverständnis der AfD nicht entsprechen“ vertreten wird vom stv. Landesvorsitzenden und Bundestagskandidaten Martin Renner nicht entsprochen.

Wo die AfD genau steht, weiss sie selber nicht so genau, aber auf jeden Fall rechts von der Mitte und mehrheitlich innerhalb des Systems. Führungskräfte wie Lucke oder Dilger sind treue Diener des Staates und keine Revolutionäre. Sie sind Lehrer, und keine Macher. Sie sind Beamte und scheuen große unternehmerische Risiken.

Sie und viele andere AfD Mitglieder stehen in erster Linie hinter ihren eigenen Zielen. Karrieristen ist das politische Programm nicht so wichtig wie ihr Fortkommen. Sie werden im Falle eines Wahlsieges kein Problem haben, sich einer Kanzlerin Merkel als Steigbügelhalter anzudienen. Deng Verdacht habe ich bei zahlreichen ehemaligen CDU und FDP Mitgliedern unter den AfD-Führungskräften.

Leider schweigt die AfD zu wichtigen Themen rund um die Freiheit und die Souveränität der Deutschen. Jedes exponentielle, ungedeckte Geldsystem führt aus rein mathematischen Gründen irgendwann zu einem Crash. Niemand weiss, wann und wegen welchem Ereignis unsers weltweites, mit Papiergeld aufgepumptes Finanzkartenhaus zusammenbricht, aber es wird crashen und es wird verheerend werden. Vielleicht im Herbst vielleicht in 2014, vielleicht auch später. Darauf bereitet die AfD die Menschen aber nicht vor, sondern sie versucht mit Strategien, wie dem Austritt Griechenlands nur Zeit zu gewinnen und die Schadenshöhe zu maximieren. Damit dienst sie dem politischem System, aber nicht den Menschen.

Die Zeit für eine neue, glaubwürdige Partei, die sich nicht korrumpieren ließ, wird kommen. Dieser Partei wird die Aufgabe zufallen, unsere Interessen in Europa neu zu verhandeln, uns von der Schuldknechtschaft, in die uns die Hochfinanz geführt hat und von Politikern, die nicht unsere, sondern z.B. die Interessen. der Pharmaindustrie vertreten, zu befreien.

Vielleicht schafft es die AfD ja noch sich zu einer wirklichen, revolutionären Alternativen zu entwickeln und das korrupte politische System aus den Angeln zu heben.

Dazu bräuchte es aber zunächst eine innerparteilichen Revolution. Dazu müssten viele führende Köpfe ausgetauscht werden. Denen, die in der AfD bleiben und dies versuchen wollen, wünsche ich dabei viel Glück und Erfolg.

Aber auch Oppositionen und Revolutionen müssen organisiert werden. Wer soll diese Aufgabe übernehmen? Beamte wie Lucke oder Dilger? Dazu braucht es ein Netzwerk aus unabhängigen Machern, welches nicht von den Vorstanden der AfD kontrolliert, ausgebremst oder gemobbt werden können Vielleicht könnte der Alternative Newsletter diese Aufgabe übernehmen? Ein Versuch wäre es wert.

Deutschland braucht eine neue, konservative Partei, die fest auf dem Boden des Grundgesetzes steht und auch das dort verankerte Recht zum Widerstand gegen jeden ausübt, der unsere freiheitliche Grundordnung beseitigen will.

Deutschland braucht eine glaubwürdige Alternative, die diesen Namen wirklich verdient und keine Alternative, die ein antritt, um ein Teil derzeitigen politischen Systems zu werden..

Gerhard Nadolny im August 2013

AfD Sachsen eine lupenreine CDU-Gründung – Sachsensumpf der AfD Teil 5

Große Aufbruchstimmung herrschte am 28.04.2013 auf dem Gründungsparteitag der AfD in Leipzig. Endlich eine „Alternative für Deutschland“ mit direkter Demokratie und basisorientierter Parteiarbeit. Die rund 150 Mitglieder waren begeistert und zuversichtlich. Die politische Landschaft in Deutschland, auch in Sachsen, werde sich verändern.

Doch jetzt kehrt Ernüchterung ein: Die AfD Sachsen ist ein lupenreines CDU-Kind, von oben diktatorisch durchgesetzt, basisdemokratische Rhetorik wird nur zur Vernebelung der Mitglieder/Wähler benutzt, Kreisverbände werden erst nach den Bundestagswahlen regulär gegründet werden.

Horst Metz, geboren am 06.07.1945 in Groß Laasch, war früher einmal CDU- Staatssekretär (1990-1991), CDU-Landtagsabgeordneter in Dresden (1990-2009) und sächsischer Staatsminister der Finanzen (2002-2007) im Kabinett des Ministerpräsidenten Georg Milbrandt. 2009 schied Horst Metz aus dem Landtag aus. Auch in der DDR-Zeit hatte er bereits eine beachtliche Karriere hingelegt. Im Jahre 2007 musste er wegen der Pleite der SachsenLB im Zusammenhang mit der beginnenden US-Subprime-Krise zurücktreten. Horst Metz ist verheiratet und hat einen Sohn mit Namen Georg Metz. Einer der Abteilungsleiter im sächsischen Finanzministerium, damit Papas Untergebener, war Dr. Michael Muster.

Ministerialdirigent Muster trat 31.08.2001 nur in Begleitung eines Strafverteidigers und ohne Aussagegenehmigung vor dem Paunsdorf-Unersuchungsausschuss auf (es ging um CDU-Amigo-Seilschaften beim Bau des Leipziger Paunsdorf-Centers, bei dem Dr. Muster eine sehr dubiose Rolle gespielt haben soll).

Dr. Georg Metz, der Sohn des o.g. Ex-CDU-Finanzministers, begann im Frühjahr 2013 im Auftrag seines Vaters den AfD-Aufbau in Sachsen. Sekundiert wurde er dabei von Dr. Michael Muster, dem o.g. Ex-Ministerialdirigenten seines Vaters im CDU-geführten Finanzministerium. Frauke Petry sollte die Doppel-Quote spielen (Frau/Osten).

Während ein anderes Mitglied („Petrys ungewollte Schwangerschaft“, wird zurzeit abgetrieben) den Gründungsparteitag leitete und für positive Stimmung sorgte, leitete dann anschließend Dr. Michael Muster, Papa Metzes Untergebener, den entscheidenden Wahlparteitag der AfD am 28.04.2013 zur Aufstellung der Bundestags-Landesliste. Frauke Petry, das Hascherl von CDU-Gnaden, wurde auf Platz 1 bestimmt und Sohnemann Georg Metz auf Platz 2 postiert. Auf Platz 3 gelangte der Lucke-Vertraute und designierte Bundeswahlkampfleiter Peter Christ (mittlerweile zurückgetreten). Dies ist bemerkenswert, weil das Überspringen der 5%-Hürde lediglich die Plätze 1 und 2 absichert zum Einzug in den Bundestag. Der Frauke-Wahlverein im Auftrag der CDU scheint lediglich einen Zweck zu erfüllen: Die AfD soll den konservativen Flügel der CDU abfangen und am rechten Rand fischen. Jene sollen gebunden werden, die sich von der „linken“ Angela Merkel abgestoßen fühlen. Im Falle des Einzugs in den Bundestag soll die AfD die abgestorbene, zumindest deutlich geschwächte FDP ersetzen oder ergänzen. Die Union zielt auf eine CDU–AfD–Koalition, ggf. mit einer ermatteten/handzahmen FDP. Merkel vertritt den liberalen, gelegentlich sozialdemokartischen Flügel, die AfD tummelt am konservativen bis rechten Rand der Wählerschaft. Spätestens wenn die Fleischtöpfe in Berlin (Minister/Staatssekretäre u.v.m.) winken, wird die Aussage „keine Koalition mit der CDU“ gestrichen. Dabei dürfte jeder wissen was mit Parteien geschieht, die mit Angela Merkel eine Koalition eingehen.

Nur langsam dämmert es einigen fleißigen Mitgliedern an der Basis: Sind sie im wahrsten Sinne des Wortes nichts – außer CDU-Wahlkampfhelfer ?

Mehr zum Sachsensumpf der AfD:
StaSi-Pool AfD – Sachsensumpf der AfD Teil 4
Ist die sächsische AfD-Chefin Frauke Petry pleite? – Sachsensumpf der AfD Teil 3

Die Sächsische Parteibasis fordert den Rücktritt von Peter Christ – Sachsensumpf der AfD Teil 2
Der Sachsensumpf der AfD – der Wahlverein für Dr. Frauke Petry

Mehr zur Ostersonntags-Connection der AfD Bayern, die durch dubiose Gestalten und Pleitiers geprägt wird:
Die AfD Bayern in den Klauen Schildes & Co

Die aktuelle „Angst“-Strategie der AfD wird sich als Bumerang erweisen

Beim Stöbern bin ich auf einen Beitrag von Frau Anja Roth vom 31. Juli 2013 gestoßen. Zitat: „Die AfD versucht bei den aufgegriffenen Themen immer den Eindruck zu erwecken, dass noch nie jemand zuvor das Problem erkannt hätte. Und die FB AfD-ler nutzen jedes Thema um gegen jeden und alles zu hetzen. Es ist aber so, dass es außer den Luckes auf dieser Welt auch noch andere intelligente Menschen gibt, die sich schon lange vor Lucke mit den Themen auseinandergesetzt haben. Und das wiederum überfordert die FB AfD-ler, da sie nur ihrem Guru Lucke lauschen und ansonsten alles um sie herum dumm ist, und dieses Meinungsbild wiederum fördert Lucke nur zu gerne.“

So genau stellt sich die AfD dar: omnipotent, allwissend, aggressiv, anmaßend. Dabei haben wir in unserem Land keinen Erkenntnisnotstand über Ursachen, Zustand und Auswirkungen der Eurokrise, sondern ein Defizit an praktikablen, politisch umsetzbaren und nachhaltigen Problemlösungskonzepten.

Nehmen wir die fünf von Lucke konzipierten Strategien zur Bewältigung der Euro-Krise, die sich teilweise widersprechen und über reines Wunschdenken nicht hinausgehen. Und sie haben einen entscheidenden Schwachpunkt: sie sind bezüglich der gesamtwirtschaftlichen, finanzpolitischen und sozial-politischen Auswirkungen und im Hinblick auf die gewaltigen vor allen Dingen außenpolitischen Kollateralschäden auch nicht nur ansatzweise beschrieben oder berechnet und damit nicht vom Ende her bedacht.

Die Grundlagen für die Euro-Krise liegen in den Verträgen von Maastricht und Lissabon und bei der Schaffung der Währungsunion, die wider besseres Wissen und ökonomischen Sachverstand als Hebel- statt als Krönungsstrategie implementiert worden ist. Und das, obwohl jeder Student im 1. Semester Volkswirtschaftlehre lernt, dass ein gemeinsamer Währungsraum ohne eine einheitliche Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik nicht funktionieren KANN. Dies gilt konsequenterweise auch für die von Lucke geforderte sogenannte kleine Währungsunion der Nordstaaten.

Mit der Hebel-Strategie bei der Einführung des Euro wollte man die europäischen Staaten dazu zwingen, diese Vereinheitlichung vorzunehmen, statt die schrittweise Schaffung eines vereinheitlichen Europa irgendwann einmal mit dem Euro quasi zu krönen.

Ich kann mich sehr gut daran erinnern, dass Persönlichkeiten wie Starbatty, Schachtschneider und Hankel immer wieder vor den Folgen von Maastricht und der Euroeinführung gewarnt haben. Ich selbst habe als Gründungsmitglied des Bund freier Bürger und aktiver Mitstreiter dieser drei genannten Herren in über 300 Vorträgen vor den Gefahren von Maastricht und Euro gewarnt, obgleich ich mir damals einfach nicht vorstellen konnte, dass es einmal so schlimm für uns kommen könnte.

Ich stelle mir rückschauend immer wieder dieselbe Frage: wo waren damals, vor 10 oder 15 Jahren, als die Weichen gestellt wurden und sich die die Katastrophe für viele sichtbar bereits klar abgezeichnet hatte, die Herren Lucke, Adam, Wächter, Schünemann (um nur ein paar Namen zu nennen)? Ich habe sie alle nicht gesehen oder gehört. Jetzt tauchen sie plötzlich alle auf und meinen die richtigen Rezepte anbieten zu können. Dabei sollten sie doch wissen, dass es keine Rezepte gibt, sondern nur noch die Wahl zwischen Pest und Cholera, die Wahl zwischen einem Ende mit Schrecken oder einem Schrecken ohne Ende.

Wir beklagen mit Recht, dass die Bundesregierungen die Wahrheit über weitere gravierende sogenannte Rettungsmaßnahmen auf den Zeitpunkt bis nach der Bundestagswahl verschiebt. Möglicherweise müssen wir uns als AfD den Vorwurf machen lassen, den Wählern praktisch und politisch unrealisierbare Lösungskonzepte anzubieten, um in den Bundestag zu kommen und dort bestenfalls den politischen Wirkungsgrad der Linken erreichen.

Die AfD-Strategie, den Bürgern Angst zu machen ohne gleichzeitig auch seriöse und politisch umsetzbare Lösungskonzepte vorzulegen, wird sich als ein übler Bumerang erweisen: Ängste suchen nach einem Stabilitätsanker, und den bietet, auch wenn nur scheinbar, die CDU und Merkel, keinesfalls aber die AfD. Dieser Theorie folgend, machen wir de facto Wahlkampf für die Blockparteien.

Jörg Schülke
Vorstandsmitglied AfD München West/Mitte

Dazu Anja Roth:

Die Erklärung für die Schuldenkrise ist mathematisch einfach zu erläutern. Die Wirtschaftsleistung wächst linear, die Schulden wachsen durch Zins und Zinseszins exponential. Die Schulden werden nach einem bestimmten Zeitraum so hoch, dass sie nicht mehr bedient werden können. Die Nullzinspolitik versucht die exponentiell steigende Schuldenkurve zu verflachen. Da jedem Euro Schulden auch ein Euro Guthaben gegenübersteht, ist es unausweichlich, dass Guthaben durch Preissteigerungen an Kaufkraft verlieren, wenn die Guthabenzinsen niedriger als die Preissteigerungen sind. Die AfD nimmt sich diesem Thema an, dass durch die Europolitik jährlich Milliarden an Sparvermögen vernichtet werden. Die Schuldenkrise hat aber wie Lucke auch schon einmal festgestellt hat, nichts mit dem Euro zu tun, sondern ist eine einfache mathematische Begebenheit. Wenn die Zinsen wieder steigen, ist das Finanzsystem innerhalb kurzer Zeit erledigt, weil dann die Schuldenkurve wieder ihren exponentiellen Verlauf aufnimmt. Ob das zuerst in den USA oder in Europa der Fall sein wird, ist reine Spekulation. Es sei denn, die AfD würde tatsächlich in Regierungsverantwortung kommen, dann ist die Frage beantwortet, dass Europa den Finanzcrash auslösen wird.

Und alles, was Lucke mit seinen Statistiken zu beweisen versucht, ist eine Irreführung, weil er nicht die eigentlichen Ursachen nennt und beschreibt.