Austritte und Dissonanzen in der AfD Rheinland-Pfalz

Der letzte macht das Licht aus 🙂 Schon wieder ein Parteiaustritt in Rhld.-Pfalz !!

1. Kreisvorsitzender von Alzey Josef Ceglecki erklärt seinen Austritt aus der AfD.

Es geht Schlag auf Schlag auch im Landesverband Rheinland-Pfalz der AfD. Gerade hat eine weitere Führungspersönlichkeit der AfD das Handtuch geworfen und ist aus der AfD ausgetreten.

Es ist eine schier endlose Reihe von Mitgliedern (gn), die sich meist weit überdurchschnittlich engagiert und Verantwortung übernommen hatte und die dann „wie aus heiterem Himmel“ die Brocken hinschmeisst. Darunter sogar ein Mitglied des Landesvorstandes, Dr. Stefan Vogel und z.B. auch eine weitere Kreisvorsitzende aus dem Westerwald, Frau v.d. Mühlen.

Josef Ceglecki hat als 1. Kreisvorsitzender Alzey sein Amt niedergelegt und seinen Austritt aus der Partei erklärt. Leider hält auch er sich über die Beweggründe bedeckt. Herr Ceglecki war ein erstklassiger Mitstreiter mit sehr viel Engagement. Er hinterlässt eine sehr große Lücke im Raum Alzey. Es sollte jetzt alles versucht werden, um die Gründe herauszufinden, denn es kann nicht sein, dass die aktivsten Mitstreiter das Handtuch werfen.

In einem „Nachruf“ wird jetzt erneut versucht, die virulenten Probleme in der AfD von Rheinland-Pfalz unter den Teppich zu kehren. Es wird im AfD-FORUM behauptet:

„Es wäre besser gewesen, hätte er mit uns geredet, denn es gibt nichts das alternativlos wäre außer dem Tod.“

Tatsächlich ist die Stimmung im Landesverband Rhld.-Pfalz der AfD auf einem erneuten Tiefpunkt angekommen. Eine kleine und zu allem entschlossene Gruppe von (frühen) AfD-Mitgliedern (gn) hatte sich bei der Gründungsversammlung in Mainz den Landesverband und alle zukunftsgerichteten Vorstandspositionen plus „sichere“ Listenplätze für den Bundestag an einem Dienstag-Mittag „handstreichartig unter den Nagel gerissen“. Darunter der Landesvorsitzende und Spitzenkandidat Klaus Müller, die Nr. 2 der Landesliste Herr Kallrath und die Nr. 3 der Landesliste und 1. stv. Landesvorsitzende Heidrun Jakobs. Besonders von Heidrun Jakobs gingen in der Folge zahlreiche krasse Aktionen gegen Parteimitglieder und Förderer aus.

Was den Eindruck verstärkte, dass es der „5er Bande“ in Rhld.-Pfalz im Grunde nur darum ging, bis zum 22.09.2013 Ruhe „an der Front“ zu haben. Um auf einer Woge der Euro-Kritik quasi im Schlafwagenabteil in den Deutschen Bundestag einzuziehen. Die AfD spielt bei dieser Planung überhaupt keine Rolle, die AfD hat für Müller, Kallrath, Jakobs und Konsorten längst ihre Schuldigkeit getan. Im Gegenteil, insbesondere Heidrun Jakobs tat alles, um das Entstehen von AfD-Kreisstrukturen zu verhindern und wenn es notwendig wurde, schreckten Jakobs und ihre „willigen Günstlinge“ auch nicht davor zurück, Menschen zu verunglimpfen, zu beleidigen und aus der Partei zu drängen. Zusagen, sich bei Menschen, die sie zuvor öffentlich beleidigt hatte, zu entschuldigen, hielt Jakobs nicht ein. Der Landesvorsitzende Klaus Müller war Zeuge solcher Versprechungen und tat in der Folge nichts, um Jakobs zur Einhaltung ihrer öffentlichen Zusicherungen zu bewegen. Auch andere Vorstandsmitglieder unternahmen nichts, um den Landesverband endlich zu befrieden. Mein Eindruck: Heidrun Jakobs hat die AfD Rhld.-Pfalz „im Sack“.

Solch eine Atmosphäre herrscht im Landesverband Rheinland-Pfalz und das beleuchtet, warum immer mehr AfD-Funktionäre und Mitglieder (gn) das Handtuch werfen.

So klingt der „Nachruf“ von Heidrun Jakobs auf Josef Ceglecki auch wie Hohn:
„Wir bedauern das auch sehr! Wir verlieren einen unserer besten Leute.

Sowohl Klaus Müller und auch ich haben versucht, Herrn Ceglecki zum Bleiben zu bewegen. Leider vergeblich!

Wir hoffen, er kommt dennoch zur Wahlparty“.

Der AfD-Landesvorstand, Heidrun Jakobs und Konsorten kommen angeblich gar nicht auf den Gedanken, dass sie es sind, die für den „Aderlass“ und für die miese Stimmung in der AfD verantwortlich sind.

So kann man sich wirklich nur wünschen, dass „der Wähler“ (gn) sich die AfD- Führungsfiguren in Rhld.-Pfalz erstmal ganz genau anschaut, bevor er seine Zweitstimme an die AfD vergibt :-))

Damit die Wahlparty am 22.09.2013, 18.00 h, nicht allzu lustig wird.

Verfasser: Mathias Boersch

Parteiaustritt Gehard Nadolny: die AfD – eine Mogelpackung

Wieviele Austritte, wieviel Aufklärung, wieviele Skandale haben wir noch nötig? Wann werden die Mitglieder der Alternative für Deutschland endlich aufwachen, die Machen- und Seilschaften des Großteils unseres Führungspersonals und die diktatorischen Vorgehensweisen von Oben nicht mehr tolerieren, sondern die Partei zu dem machen, was sie verspricht: zu einer Alternative? Wer die Augen verschließt und kopflos mitläuft, macht sich mit schuld am Scheitern des Projektes AfD.

An die „Alternative“ für Deutschland
Landesverband NRW
Rosmarinstr.33
40235 Düsseldorf

Betr.: Mein Austritt aus der AfD

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit erkläre ich meinen Austritt aus der AfD, widerrufe meine Einzugsermächtigung und bitte um eine Bestätigung, dass meine von der AfD gespeicherten Daten gelöscht werden.

Begründung:

Ich wurde auf einer AfD Veranstaltung in Oberursel von Bernd Lucke als Mitglied mit dem Versprechen geworben, dass es nun eine echte Alternative zu den Blockparteien und deren „Euro-Rettungspolitik“ gibt. Damals habe ich Bernd Lucke noch geglaubt und mich in den ersten Wochen sehr engagiert. Habe viel Zeit in die Organisation des Gründungsparteitages in NRW investiert. Habe einen Sponsor akquiriert, der einen 6 stelligen Betrag für die AfD finanzieren wollte. Habe Prof. Hans-Olaf Henkel nach Krefeld und Prof. Joachim Starbatty nach Köln geholt. Habe auf Bitten von Herrn Prof. Alexander Dilger für diesen eine „Brücke“ zu Herrn Martin Renner gebaut. Habe den Bundes- und den Landesvorstand vor der Kandidatenaufstellung in Schmallenberg vor einer Unterwanderung durch die Düsseldorfer Freie Wähler- Gruppe um den wegen Volksverhetzung vorbestraften Geschäftsführer Torsten Lemmer gewarnt. Gleichwohl hat man – in Anwesenheit von Mitgliedern des Bundesvorstandes – ein Mitglied dieser Düsseldorfer Gruppe auf einen sicheren Listenplatz gewählt ohne ihn nach politischer Vergangenheit als Ex-Republikaner zu befragen. Gleichwohl wurde dieser Ex-Republikaner- nachdem seine Vergangenheit bekannt war- zum Schatzmeister des Kreisverbandes Düsseldorf gewählt. Dies zeigt, wie glaubwürdig der Düsseldorfer Appell ist.

Mit großer Enttäuschung muss ich heute feststellen, dass die AfD nach meinem persönlichen Eindruck eine Mogelpackung ist. Sie will sich gar nicht gegen das System stellen, sondern möchte dieses laut Herrn Bernd Lucke im Falle eines Wahlsieges sogar „tolerieren“. Sie will in Wirklichkeit ein Teil des politischen Systems werden, um an den Honigtöpfen der Macht zu lecken.

Wie will die AfD unsere Schuldenkrise bekämpfen, wenn sie noch nicht einmal bereit ist, die wirklichen Ursachen der Krise zu diskutieren, sondern nur an Symptomen, wie der Überschuldung der Südländer herum operieren will? Und das auch noch mit Strategien, die weder erprobt noch voll durchdacht sind! Die Menschen suchen Sicherheit aber keine Experimente.

Auch der interne Umgang mit Mitgliedern, die eine eigene Meinung haben, zeigt, dass die AfD keine wirkliche Alternative, sondern nicht besser ist, als es die etablierten Parteien sind. Leider hat die AfD meinen Vorschuss an Vertrauen schnell verbraucht. Kritiker, die jede Organisation braucht, um besser zu werden, sind in der AfD nicht erwünscht, sondern werden als „Querulanten“ diffamiert. Satzungen und Geschäftsordnungen werden so hingebogen, wie man es jeweils braucht. Demokratisch gewählte Mitglieder des Bundesvorstandes haben in wichtigen Fragen weniger Informationen und weniger Einfluss als einige Mitglieder, die nicht im Bundesvorstand sitzen, aber das Vertrauen des autoritären AfD Führers Bernd Lucke genießen. Persönliche Meinungen einzelner „Experten“ werden in Pressemitteilungen als das Programm der AfD verkündet.

Mein Fazit: Die AfD ist nicht reif genug, um die Interessen der Bürger im Bundestag zu vertreten. Sie hat noch kein belastbares, von einem Parteitag diskutiertes und verabschiedetes Programm. Sie ist elitär und wird ihrem Anspruch nach Stärkung der Demokratie innerhalb der eigenen Partei nicht gerecht. Sie zeichnet sich nicht durch Führungskräfte mit Format aus, die meine Ansprüche an Glaubwürdigkeit und Professionalität erfüllen. Die AfD gaukelt dem Wähler nach meiner persönlichen Meinung nur vor, sie hätte eine belastbare Strategie, wie sie Deutschland aus der Schuldknechtschaft und der Bankenkrise befreien will.

Ich habe bei der AfD viele engagierte Menschen getroffen, die einer guten Sache dienen wollten. Diesen Mitgliedern zolle ich meinen Respekt. Etliche davon wurden von ehrenamtlichen Funktionären der AfD (in anderen Zeiten hat man solche Funktionsträger als „Blockwarte“ bezeichnet, aber diesen Begriff will ich im Zusammenhang mit der AfD nicht verwenden) mit fragwürdigen Methoden durchleuchtet und einige davon wurden vom Landesvorstand torpediert oder kaltgestellt.

Ich habe leider auch viele Menschen kennengelernt, die gescheitert sind und in der neu gegründeten Partei nur eine Chance für ihr persönliches Fortkommen sehen. Etlichen Bundestagskandidaten mangelt es an sozialer und fachlicher Kompetenz. Von solchen Karrieristen möchte ich nicht im Bundestag vertreten werden. Deshalb wird die AfD am 22.9.13 meine Stimme nicht bekommen.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Nadolny

AfD Sachsen eine lupenreine CDU-Gründung – Sachsensumpf der AfD Teil 5

Große Aufbruchstimmung herrschte am 28.04.2013 auf dem Gründungsparteitag der AfD in Leipzig. Endlich eine „Alternative für Deutschland“ mit direkter Demokratie und basisorientierter Parteiarbeit. Die rund 150 Mitglieder waren begeistert und zuversichtlich. Die politische Landschaft in Deutschland, auch in Sachsen, werde sich verändern.

Doch jetzt kehrt Ernüchterung ein: Die AfD Sachsen ist ein lupenreines CDU-Kind, von oben diktatorisch durchgesetzt, basisdemokratische Rhetorik wird nur zur Vernebelung der Mitglieder/Wähler benutzt, Kreisverbände werden erst nach den Bundestagswahlen regulär gegründet werden.

Horst Metz, geboren am 06.07.1945 in Groß Laasch, war früher einmal CDU- Staatssekretär (1990-1991), CDU-Landtagsabgeordneter in Dresden (1990-2009) und sächsischer Staatsminister der Finanzen (2002-2007) im Kabinett des Ministerpräsidenten Georg Milbrandt. 2009 schied Horst Metz aus dem Landtag aus. Auch in der DDR-Zeit hatte er bereits eine beachtliche Karriere hingelegt. Im Jahre 2007 musste er wegen der Pleite der SachsenLB im Zusammenhang mit der beginnenden US-Subprime-Krise zurücktreten. Horst Metz ist verheiratet und hat einen Sohn mit Namen Georg Metz. Einer der Abteilungsleiter im sächsischen Finanzministerium, damit Papas Untergebener, war Dr. Michael Muster.

Ministerialdirigent Muster trat 31.08.2001 nur in Begleitung eines Strafverteidigers und ohne Aussagegenehmigung vor dem Paunsdorf-Unersuchungsausschuss auf (es ging um CDU-Amigo-Seilschaften beim Bau des Leipziger Paunsdorf-Centers, bei dem Dr. Muster eine sehr dubiose Rolle gespielt haben soll).

Dr. Georg Metz, der Sohn des o.g. Ex-CDU-Finanzministers, begann im Frühjahr 2013 im Auftrag seines Vaters den AfD-Aufbau in Sachsen. Sekundiert wurde er dabei von Dr. Michael Muster, dem o.g. Ex-Ministerialdirigenten seines Vaters im CDU-geführten Finanzministerium. Frauke Petry sollte die Doppel-Quote spielen (Frau/Osten).

Während ein anderes Mitglied („Petrys ungewollte Schwangerschaft“, wird zurzeit abgetrieben) den Gründungsparteitag leitete und für positive Stimmung sorgte, leitete dann anschließend Dr. Michael Muster, Papa Metzes Untergebener, den entscheidenden Wahlparteitag der AfD am 28.04.2013 zur Aufstellung der Bundestags-Landesliste. Frauke Petry, das Hascherl von CDU-Gnaden, wurde auf Platz 1 bestimmt und Sohnemann Georg Metz auf Platz 2 postiert. Auf Platz 3 gelangte der Lucke-Vertraute und designierte Bundeswahlkampfleiter Peter Christ (mittlerweile zurückgetreten). Dies ist bemerkenswert, weil das Überspringen der 5%-Hürde lediglich die Plätze 1 und 2 absichert zum Einzug in den Bundestag. Der Frauke-Wahlverein im Auftrag der CDU scheint lediglich einen Zweck zu erfüllen: Die AfD soll den konservativen Flügel der CDU abfangen und am rechten Rand fischen. Jene sollen gebunden werden, die sich von der „linken“ Angela Merkel abgestoßen fühlen. Im Falle des Einzugs in den Bundestag soll die AfD die abgestorbene, zumindest deutlich geschwächte FDP ersetzen oder ergänzen. Die Union zielt auf eine CDU–AfD–Koalition, ggf. mit einer ermatteten/handzahmen FDP. Merkel vertritt den liberalen, gelegentlich sozialdemokartischen Flügel, die AfD tummelt am konservativen bis rechten Rand der Wählerschaft. Spätestens wenn die Fleischtöpfe in Berlin (Minister/Staatssekretäre u.v.m.) winken, wird die Aussage „keine Koalition mit der CDU“ gestrichen. Dabei dürfte jeder wissen was mit Parteien geschieht, die mit Angela Merkel eine Koalition eingehen.

Nur langsam dämmert es einigen fleißigen Mitgliedern an der Basis: Sind sie im wahrsten Sinne des Wortes nichts – außer CDU-Wahlkampfhelfer ?

Mehr zum Sachsensumpf der AfD:
StaSi-Pool AfD – Sachsensumpf der AfD Teil 4
Ist die sächsische AfD-Chefin Frauke Petry pleite? – Sachsensumpf der AfD Teil 3

Die Sächsische Parteibasis fordert den Rücktritt von Peter Christ – Sachsensumpf der AfD Teil 2
Der Sachsensumpf der AfD – der Wahlverein für Dr. Frauke Petry

Mehr zur Ostersonntags-Connection der AfD Bayern, die durch dubiose Gestalten und Pleitiers geprägt wird:
Die AfD Bayern in den Klauen Schildes & Co

Marie von Kienlin tritt aus der AfD aus und legt Ihre Ämter und ihre Kandidatur nieder

Ein Paukenschlag erschüttert die AfD Bayern. Marie von Kienlin, die seit dem Nürnberger Parteitag dem Landesvorstand des Landesverbandes Bayern der Alternative für Deutschland angehört, tritt aus der Partei aus. An ihrer Austrittsbegründung lässt sich klar erkennen, dass sie die unehrliche und brutale Hinterzimmer- und Ausgrenzungspolitik der Ostersonntagsbande um Schünemann, Wächter, Dr. Stöhr, Schladitz, Göschel, Seeghitz & Co. nicht mehr mitragen und mit ihrem Gewissen vereinbaren kann. Wir haben Respekt vor ihrem konsequenten und mutigen Schritt.

Hier Ihre Austrittsbegründung:  

„Ich habe mich entschlossen aus der AfD auszutreten und alle meine Ämter und meine Kandidatur niederzulegen.

Der Schritt ist mir nicht leichtgefallen. Aber er war nicht zu umgehen.

Die Partei Alternative für Deutschland wird nach den Wahlen 2013 in den Bundestag einziehen. Das steht inzwischen fest. Ein zu großer Anteil der Bevölkerung hat das grandios formulierte Parteiprogramm bereits gelesen und gut geheißen. Selbst die konservativsten Prognosen knicken langsam aber sicher diesbezüglich ein.

Auch der Regierung ist das nicht entgangen.

Die Plätze für die AfD im Bundestag sind bereits besetzt, möglicherweise sind Absprachen schon getroffen, Koalitionen beschlossen.
Innerhalb der AfD sind die Plätze auch schon besetzt. Zielsicher haben sich viele Landesvorstände ganz weit oben auf den Landeslisten platziert. Nach Absprache natürlich. Wir sind ja leider in der Politik.

Nun sehen sich die Damen und Herren auf den Listen bereist in Berlin. Das einzige, was noch zwischen den vordersten Plätzen der Landeslisten und dem Bundestag liegt sind die Direktkandidaten. Nur ein direkt gewählter Volksvertreter der AfD würde noch vor dem ersten Listenplatz in den Bundestag einmarschieren.

Aber dieses Problem wurde nun finanziell gelöst. Für die Direktkandidaten gibt es kein Geld. Kein Geld, kein Wahlkampf.

So weit, so schlecht.

Dazu kommt aber auch noch, dass unglücklicherweise mein Wahlkampfteam an der Basis der Partei aus lauter selbsternannten Wahlkampfexperten besteht.
Von einem Teamleiter, der auch im Kreisvorstand sitzt, ein 27 jähriger Bursche wurde mir nun sogar schriftlich mitgeteilt, dass „das Team entscheidet“ für was ich als Direktkandidatin zu stehen hätte. Ich soll den Wahlkampf finanzieren, meinen guten Namen und mein Gesicht dafür geben und mir wird dann vorbestimmt, was auf meinen Flyern und Plakaten zu stehen hätte und für was ich zu stehen habe.

Würde ich mich auf diesen Deal einlassen gäbe es die reelle Möglichkeit in den Bundestag zu kommen. Durch das Einstellen eines erfahrenen Wahlkampfberaters hätte ich den Wahlkampf durch Kontakte und Spenden sicher finanzieren können.

Aber was für einen Abgeordneten im Bundestag würde ich abgeben, wenn ich bereits vor der Wahl nicht für meine Ansichten und potentielle Wähler gerade stehe, sondern mir bereits jetzt Vorschriften machen lasse und meinen Namen verwenden lasse wie es jedem passt nur nicht mir?

Ich wäre ja genau so, wie die Leute, gegen die ich mich wehren möchte.

Und so bleibt mir nur ein ehrenhafter Schritt: der Rückzug.

Diesen habe ich dann auch beschritten. Schweren Herzens, aber reinen Gewissens.

Ich werde selbstverständlich nach wie vor am 22.September die Afd wählen, denn das, für was die Partei steht ist nach wie vor richtig. Und für Europa und Deutschland unglaublich wichtig.
Auch wenn ich nicht Teil haben werde.

Und auch, wenn mich die Erkenntnis schmerzt, dass nach wie vor Ehrenhaftigkeit und Geradlinigkeit keine Chance in der Politik haben werden.

Marie von Kienlin“

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