AfD Bayern: Diffamierung statt Information – offener Brief Martina Geigers

Text auf Wunsch des Mitglieds herausgenommen.

Parteiaustritt Gehard Nadolny: die AfD – eine Mogelpackung

Wieviele Austritte, wieviel Aufklärung, wieviele Skandale haben wir noch nötig? Wann werden die Mitglieder der Alternative für Deutschland endlich aufwachen, die Machen- und Seilschaften des Großteils unseres Führungspersonals und die diktatorischen Vorgehensweisen von Oben nicht mehr tolerieren, sondern die Partei zu dem machen, was sie verspricht: zu einer Alternative? Wer die Augen verschließt und kopflos mitläuft, macht sich mit schuld am Scheitern des Projektes AfD.

An die „Alternative“ für Deutschland
Landesverband NRW
Rosmarinstr.33
40235 Düsseldorf

Betr.: Mein Austritt aus der AfD

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit erkläre ich meinen Austritt aus der AfD, widerrufe meine Einzugsermächtigung und bitte um eine Bestätigung, dass meine von der AfD gespeicherten Daten gelöscht werden.

Begründung:

Ich wurde auf einer AfD Veranstaltung in Oberursel von Bernd Lucke als Mitglied mit dem Versprechen geworben, dass es nun eine echte Alternative zu den Blockparteien und deren „Euro-Rettungspolitik“ gibt. Damals habe ich Bernd Lucke noch geglaubt und mich in den ersten Wochen sehr engagiert. Habe viel Zeit in die Organisation des Gründungsparteitages in NRW investiert. Habe einen Sponsor akquiriert, der einen 6 stelligen Betrag für die AfD finanzieren wollte. Habe Prof. Hans-Olaf Henkel nach Krefeld und Prof. Joachim Starbatty nach Köln geholt. Habe auf Bitten von Herrn Prof. Alexander Dilger für diesen eine „Brücke“ zu Herrn Martin Renner gebaut. Habe den Bundes- und den Landesvorstand vor der Kandidatenaufstellung in Schmallenberg vor einer Unterwanderung durch die Düsseldorfer Freie Wähler- Gruppe um den wegen Volksverhetzung vorbestraften Geschäftsführer Torsten Lemmer gewarnt. Gleichwohl hat man – in Anwesenheit von Mitgliedern des Bundesvorstandes – ein Mitglied dieser Düsseldorfer Gruppe auf einen sicheren Listenplatz gewählt ohne ihn nach politischer Vergangenheit als Ex-Republikaner zu befragen. Gleichwohl wurde dieser Ex-Republikaner- nachdem seine Vergangenheit bekannt war- zum Schatzmeister des Kreisverbandes Düsseldorf gewählt. Dies zeigt, wie glaubwürdig der Düsseldorfer Appell ist.

Mit großer Enttäuschung muss ich heute feststellen, dass die AfD nach meinem persönlichen Eindruck eine Mogelpackung ist. Sie will sich gar nicht gegen das System stellen, sondern möchte dieses laut Herrn Bernd Lucke im Falle eines Wahlsieges sogar „tolerieren“. Sie will in Wirklichkeit ein Teil des politischen Systems werden, um an den Honigtöpfen der Macht zu lecken.

Wie will die AfD unsere Schuldenkrise bekämpfen, wenn sie noch nicht einmal bereit ist, die wirklichen Ursachen der Krise zu diskutieren, sondern nur an Symptomen, wie der Überschuldung der Südländer herum operieren will? Und das auch noch mit Strategien, die weder erprobt noch voll durchdacht sind! Die Menschen suchen Sicherheit aber keine Experimente.

Auch der interne Umgang mit Mitgliedern, die eine eigene Meinung haben, zeigt, dass die AfD keine wirkliche Alternative, sondern nicht besser ist, als es die etablierten Parteien sind. Leider hat die AfD meinen Vorschuss an Vertrauen schnell verbraucht. Kritiker, die jede Organisation braucht, um besser zu werden, sind in der AfD nicht erwünscht, sondern werden als „Querulanten“ diffamiert. Satzungen und Geschäftsordnungen werden so hingebogen, wie man es jeweils braucht. Demokratisch gewählte Mitglieder des Bundesvorstandes haben in wichtigen Fragen weniger Informationen und weniger Einfluss als einige Mitglieder, die nicht im Bundesvorstand sitzen, aber das Vertrauen des autoritären AfD Führers Bernd Lucke genießen. Persönliche Meinungen einzelner „Experten“ werden in Pressemitteilungen als das Programm der AfD verkündet.

Mein Fazit: Die AfD ist nicht reif genug, um die Interessen der Bürger im Bundestag zu vertreten. Sie hat noch kein belastbares, von einem Parteitag diskutiertes und verabschiedetes Programm. Sie ist elitär und wird ihrem Anspruch nach Stärkung der Demokratie innerhalb der eigenen Partei nicht gerecht. Sie zeichnet sich nicht durch Führungskräfte mit Format aus, die meine Ansprüche an Glaubwürdigkeit und Professionalität erfüllen. Die AfD gaukelt dem Wähler nach meiner persönlichen Meinung nur vor, sie hätte eine belastbare Strategie, wie sie Deutschland aus der Schuldknechtschaft und der Bankenkrise befreien will.

Ich habe bei der AfD viele engagierte Menschen getroffen, die einer guten Sache dienen wollten. Diesen Mitgliedern zolle ich meinen Respekt. Etliche davon wurden von ehrenamtlichen Funktionären der AfD (in anderen Zeiten hat man solche Funktionsträger als „Blockwarte“ bezeichnet, aber diesen Begriff will ich im Zusammenhang mit der AfD nicht verwenden) mit fragwürdigen Methoden durchleuchtet und einige davon wurden vom Landesvorstand torpediert oder kaltgestellt.

Ich habe leider auch viele Menschen kennengelernt, die gescheitert sind und in der neu gegründeten Partei nur eine Chance für ihr persönliches Fortkommen sehen. Etlichen Bundestagskandidaten mangelt es an sozialer und fachlicher Kompetenz. Von solchen Karrieristen möchte ich nicht im Bundestag vertreten werden. Deshalb wird die AfD am 22.9.13 meine Stimme nicht bekommen.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Nadolny

Die aktuelle „Angst“-Strategie der AfD wird sich als Bumerang erweisen

Beim Stöbern bin ich auf einen Beitrag von Frau Anja Roth vom 31. Juli 2013 gestoßen. Zitat: „Die AfD versucht bei den aufgegriffenen Themen immer den Eindruck zu erwecken, dass noch nie jemand zuvor das Problem erkannt hätte. Und die FB AfD-ler nutzen jedes Thema um gegen jeden und alles zu hetzen. Es ist aber so, dass es außer den Luckes auf dieser Welt auch noch andere intelligente Menschen gibt, die sich schon lange vor Lucke mit den Themen auseinandergesetzt haben. Und das wiederum überfordert die FB AfD-ler, da sie nur ihrem Guru Lucke lauschen und ansonsten alles um sie herum dumm ist, und dieses Meinungsbild wiederum fördert Lucke nur zu gerne.“

So genau stellt sich die AfD dar: omnipotent, allwissend, aggressiv, anmaßend. Dabei haben wir in unserem Land keinen Erkenntnisnotstand über Ursachen, Zustand und Auswirkungen der Eurokrise, sondern ein Defizit an praktikablen, politisch umsetzbaren und nachhaltigen Problemlösungskonzepten.

Nehmen wir die fünf von Lucke konzipierten Strategien zur Bewältigung der Euro-Krise, die sich teilweise widersprechen und über reines Wunschdenken nicht hinausgehen. Und sie haben einen entscheidenden Schwachpunkt: sie sind bezüglich der gesamtwirtschaftlichen, finanzpolitischen und sozial-politischen Auswirkungen und im Hinblick auf die gewaltigen vor allen Dingen außenpolitischen Kollateralschäden auch nicht nur ansatzweise beschrieben oder berechnet und damit nicht vom Ende her bedacht.

Die Grundlagen für die Euro-Krise liegen in den Verträgen von Maastricht und Lissabon und bei der Schaffung der Währungsunion, die wider besseres Wissen und ökonomischen Sachverstand als Hebel- statt als Krönungsstrategie implementiert worden ist. Und das, obwohl jeder Student im 1. Semester Volkswirtschaftlehre lernt, dass ein gemeinsamer Währungsraum ohne eine einheitliche Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik nicht funktionieren KANN. Dies gilt konsequenterweise auch für die von Lucke geforderte sogenannte kleine Währungsunion der Nordstaaten.

Mit der Hebel-Strategie bei der Einführung des Euro wollte man die europäischen Staaten dazu zwingen, diese Vereinheitlichung vorzunehmen, statt die schrittweise Schaffung eines vereinheitlichen Europa irgendwann einmal mit dem Euro quasi zu krönen.

Ich kann mich sehr gut daran erinnern, dass Persönlichkeiten wie Starbatty, Schachtschneider und Hankel immer wieder vor den Folgen von Maastricht und der Euroeinführung gewarnt haben. Ich selbst habe als Gründungsmitglied des Bund freier Bürger und aktiver Mitstreiter dieser drei genannten Herren in über 300 Vorträgen vor den Gefahren von Maastricht und Euro gewarnt, obgleich ich mir damals einfach nicht vorstellen konnte, dass es einmal so schlimm für uns kommen könnte.

Ich stelle mir rückschauend immer wieder dieselbe Frage: wo waren damals, vor 10 oder 15 Jahren, als die Weichen gestellt wurden und sich die die Katastrophe für viele sichtbar bereits klar abgezeichnet hatte, die Herren Lucke, Adam, Wächter, Schünemann (um nur ein paar Namen zu nennen)? Ich habe sie alle nicht gesehen oder gehört. Jetzt tauchen sie plötzlich alle auf und meinen die richtigen Rezepte anbieten zu können. Dabei sollten sie doch wissen, dass es keine Rezepte gibt, sondern nur noch die Wahl zwischen Pest und Cholera, die Wahl zwischen einem Ende mit Schrecken oder einem Schrecken ohne Ende.

Wir beklagen mit Recht, dass die Bundesregierungen die Wahrheit über weitere gravierende sogenannte Rettungsmaßnahmen auf den Zeitpunkt bis nach der Bundestagswahl verschiebt. Möglicherweise müssen wir uns als AfD den Vorwurf machen lassen, den Wählern praktisch und politisch unrealisierbare Lösungskonzepte anzubieten, um in den Bundestag zu kommen und dort bestenfalls den politischen Wirkungsgrad der Linken erreichen.

Die AfD-Strategie, den Bürgern Angst zu machen ohne gleichzeitig auch seriöse und politisch umsetzbare Lösungskonzepte vorzulegen, wird sich als ein übler Bumerang erweisen: Ängste suchen nach einem Stabilitätsanker, und den bietet, auch wenn nur scheinbar, die CDU und Merkel, keinesfalls aber die AfD. Dieser Theorie folgend, machen wir de facto Wahlkampf für die Blockparteien.

Jörg Schülke
Vorstandsmitglied AfD München West/Mitte

Dazu Anja Roth:

Die Erklärung für die Schuldenkrise ist mathematisch einfach zu erläutern. Die Wirtschaftsleistung wächst linear, die Schulden wachsen durch Zins und Zinseszins exponential. Die Schulden werden nach einem bestimmten Zeitraum so hoch, dass sie nicht mehr bedient werden können. Die Nullzinspolitik versucht die exponentiell steigende Schuldenkurve zu verflachen. Da jedem Euro Schulden auch ein Euro Guthaben gegenübersteht, ist es unausweichlich, dass Guthaben durch Preissteigerungen an Kaufkraft verlieren, wenn die Guthabenzinsen niedriger als die Preissteigerungen sind. Die AfD nimmt sich diesem Thema an, dass durch die Europolitik jährlich Milliarden an Sparvermögen vernichtet werden. Die Schuldenkrise hat aber wie Lucke auch schon einmal festgestellt hat, nichts mit dem Euro zu tun, sondern ist eine einfache mathematische Begebenheit. Wenn die Zinsen wieder steigen, ist das Finanzsystem innerhalb kurzer Zeit erledigt, weil dann die Schuldenkurve wieder ihren exponentiellen Verlauf aufnimmt. Ob das zuerst in den USA oder in Europa der Fall sein wird, ist reine Spekulation. Es sei denn, die AfD würde tatsächlich in Regierungsverantwortung kommen, dann ist die Frage beantwortet, dass Europa den Finanzcrash auslösen wird.

Und alles, was Lucke mit seinen Statistiken zu beweisen versucht, ist eine Irreführung, weil er nicht die eigentlichen Ursachen nennt und beschreibt.

Marie von Kienlin tritt aus der AfD aus und legt Ihre Ämter und ihre Kandidatur nieder

Ein Paukenschlag erschüttert die AfD Bayern. Marie von Kienlin, die seit dem Nürnberger Parteitag dem Landesvorstand des Landesverbandes Bayern der Alternative für Deutschland angehört, tritt aus der Partei aus. An ihrer Austrittsbegründung lässt sich klar erkennen, dass sie die unehrliche und brutale Hinterzimmer- und Ausgrenzungspolitik der Ostersonntagsbande um Schünemann, Wächter, Dr. Stöhr, Schladitz, Göschel, Seeghitz & Co. nicht mehr mitragen und mit ihrem Gewissen vereinbaren kann. Wir haben Respekt vor ihrem konsequenten und mutigen Schritt.

Hier Ihre Austrittsbegründung:  

„Ich habe mich entschlossen aus der AfD auszutreten und alle meine Ämter und meine Kandidatur niederzulegen.

Der Schritt ist mir nicht leichtgefallen. Aber er war nicht zu umgehen.

Die Partei Alternative für Deutschland wird nach den Wahlen 2013 in den Bundestag einziehen. Das steht inzwischen fest. Ein zu großer Anteil der Bevölkerung hat das grandios formulierte Parteiprogramm bereits gelesen und gut geheißen. Selbst die konservativsten Prognosen knicken langsam aber sicher diesbezüglich ein.

Auch der Regierung ist das nicht entgangen.

Die Plätze für die AfD im Bundestag sind bereits besetzt, möglicherweise sind Absprachen schon getroffen, Koalitionen beschlossen.
Innerhalb der AfD sind die Plätze auch schon besetzt. Zielsicher haben sich viele Landesvorstände ganz weit oben auf den Landeslisten platziert. Nach Absprache natürlich. Wir sind ja leider in der Politik.

Nun sehen sich die Damen und Herren auf den Listen bereist in Berlin. Das einzige, was noch zwischen den vordersten Plätzen der Landeslisten und dem Bundestag liegt sind die Direktkandidaten. Nur ein direkt gewählter Volksvertreter der AfD würde noch vor dem ersten Listenplatz in den Bundestag einmarschieren.

Aber dieses Problem wurde nun finanziell gelöst. Für die Direktkandidaten gibt es kein Geld. Kein Geld, kein Wahlkampf.

So weit, so schlecht.

Dazu kommt aber auch noch, dass unglücklicherweise mein Wahlkampfteam an der Basis der Partei aus lauter selbsternannten Wahlkampfexperten besteht.
Von einem Teamleiter, der auch im Kreisvorstand sitzt, ein 27 jähriger Bursche wurde mir nun sogar schriftlich mitgeteilt, dass „das Team entscheidet“ für was ich als Direktkandidatin zu stehen hätte. Ich soll den Wahlkampf finanzieren, meinen guten Namen und mein Gesicht dafür geben und mir wird dann vorbestimmt, was auf meinen Flyern und Plakaten zu stehen hätte und für was ich zu stehen habe.

Würde ich mich auf diesen Deal einlassen gäbe es die reelle Möglichkeit in den Bundestag zu kommen. Durch das Einstellen eines erfahrenen Wahlkampfberaters hätte ich den Wahlkampf durch Kontakte und Spenden sicher finanzieren können.

Aber was für einen Abgeordneten im Bundestag würde ich abgeben, wenn ich bereits vor der Wahl nicht für meine Ansichten und potentielle Wähler gerade stehe, sondern mir bereits jetzt Vorschriften machen lasse und meinen Namen verwenden lasse wie es jedem passt nur nicht mir?

Ich wäre ja genau so, wie die Leute, gegen die ich mich wehren möchte.

Und so bleibt mir nur ein ehrenhafter Schritt: der Rückzug.

Diesen habe ich dann auch beschritten. Schweren Herzens, aber reinen Gewissens.

Ich werde selbstverständlich nach wie vor am 22.September die Afd wählen, denn das, für was die Partei steht ist nach wie vor richtig. Und für Europa und Deutschland unglaublich wichtig.
Auch wenn ich nicht Teil haben werde.

Und auch, wenn mich die Erkenntnis schmerzt, dass nach wie vor Ehrenhaftigkeit und Geradlinigkeit keine Chance in der Politik haben werden.

Marie von Kienlin“

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